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Zweierlei Armut

Wie nehmen Menschen aus MISEREOR-Projektländern  Armut in Deutschland war? Diese Frage bewegt mich bei einer Stadtführung durch Ludwigshafen für die Gäste der MISEREOR-Fastenaktion. Heute stehen keine Sehenswürdigkeiten auf dem Programm. Stattdessen schauen wir uns Projekte für benachteiligte Kinder an.

Zu Gast im Kinderhort

Zu Gast im Kinderhort

Luxusprobleme?

Ludwigshafen hat eine Arbeitlosenquote von 9,3 % und laut Spiegel-Online ist in der Industriestadt jedes dritte Kind arm. Wie wirkt das auf Mary Gatitu aus Nairobi? Lächerlich? Weil die Armen in Deutschland soviel  besser leben als die meisten in Nairobi. Dort leben drei Viertel aller Einwohner in Slums. Oder schockierend? Weil es im reichen Deutschland Kinder gibt, die morgens hungrig zu Schule gehen.

Und  wie sehen Armut und Benachteiligung im reichen Deutschland überhaupt aus? Denn natürlich versinkt kein Viertel in Ludwigshafen im Müll – und es gibt auch nirgendwo Wellblechhütten. Aber trotzdem:   „Die Probleme kommen mir bekannt vor“, meint Marco Castillo aus Guatemala,  als es um benachteiligte Jugendliche geht,  „ es geht um Ausgrenzung , um verwehrte Chancen“.

Hortleiterin Miriam Pezetta stellt uns  Kinder vor, die so beengt wohnen, dass es keinen Tisch gibt, an dem sie Hausaufgaben machen können.  Sozialpädagoge Matthias Münster erzählt von Jugendlichen, deren Bewerbungen gar nicht erst gelesen werden.  Denn sie wohnen in der falschen Straße.  Doch gerade dieses Beispiel macht auch den Unterschied zwischen Ludwigshaven und einer Stadt wie Guatemala deutlich. Hier ist es eine Straße, dort sind ganze Stadtviertel, in denen die Menschen abgeschrieben sind.

Wer tut etwas?

Der Staat? Die Kirche? Die Gesellschaft? Für die Schüler eines Speyerer Gymnasiums ist die Sache klar.  Von Lai Chan Sze aus Hongkong haben Sie erfahren, dass es Menschen gibt, die sich nur einen Käfig zum Wohnen leisten können. „Warum helfen die Reichen den Armen nicht?“ Ähnlich formuliert es Erzbischof Kleda aus Douala  am Abend:  “Die Frage ist hier wie dort: Was können wir tun, damit ALLE teilhaben können?“

Autor:

Marianne Pötter-J.

Marianne Pötter-J. arbeitet als Referentin für Kommunikation und Politik bei MISEREOR. Sie bloggt über interessante Begegnungen und Kampagnen.

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