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Buenos Aires – eine Stadt mit zwei Gesichtern

Buenos Aires, was für eine Stadt: Mit riesigen Straßen, beeindruckenden Kolonialbauten, Restaurants voll begeisterndem Flair und ganz viel Kultur. Selbst feine ältere Damen, die kaum noch gehen können, reihen sich geduldig in die langen Schlangen vor den zahlreichen Theatern ein. Hier möchte man wochenlang Urlaub machen.

Aber die argentinische Hauptstadt hat wahrlich zwei Gesichter: Schon, wenn man die Stadtautobahn am Rande des Zentrums befährt, liegt seitlich eine erschreckend verwahrloste Elendssiedlung, die mehr als nur erahnen lässt, wie viele Leute  trotz des Wirtschaftsaufschwungs im Land hier in bescheidensten, ja prekären Verhältnissen leben müssen. Über 2 Millionen Menschen werden im Großraum von Buenos Aires als in absoluter Armut lebend eingestuft.

Nach einer Stunde Autofahrt erreichen wir im Nordwesten der Stadt das Gelände des Vereins „El Culebron Timbal“, der seit Jahren unter anderem über die Aktion „Mit 2 Euro im  Monat helfen“ von MISEREOR unterstützt wird. 200 bis 300 Kinder und Jugendliche aus den umliegenden Vierteln kommen hier wöchentlich hin und erhalten eine Vielzahl toller Angebote, vom kreativen Werken über Tanz und Sport, Foto- und Radioprojekte bis zum Gender-Workshop, in denen junge Mädchen sich über ihre oft sehr persönlichen Angelegenheiten unter Begleitung von Sozialarbeitern austauschen: Gewalt in der Familie, sexueller Missbrauch, Schwangerschaften von Minderjährigen.  Im Projekt entstehen Stadtteilzeitungen, und einmal im Jahr machen die Jugendlichen mit einer „Kulturkarawane“ auf sich aufmerksam, einem Umzug durch die Armenviertel, bei dem unter anderem auf humorvoll-satirische Art manches Problem im eigenen Umfeld aufgespießt wird.

Florian Kopp / MISEREOR

Ein klappriger, knallroter Bus, herrlich verziert mit bunten Masken über der Frontscheibe, holt die Kinder und Jugendlichen aus ihren Wohnvierteln ab und bringt sie zu „El Culebron Timbal“, wo sie Abwechslung von ihrem oft tristen Alltag, frische Impulse, Bewegung, Spaß und neue Freunde finden können. Wie schwierig das Leben im Armutsgürtel von Buenos Aires werden kann, zeigt sich schon daran, dass in diesem Gebiet mitunter nicht einmal eine geregelte Wasserversorgung besteht. Die Menschen müssen sich über Brunnen auf der Straße versorgen. Hohe Arbeitslosigkeit und fehlende Zukunftsperspektiven bergen viel sozialen Sprengstoff.

Mehr über „El Culebron Timbal“, vor allem viele frische Fotos aus dem beispielhaften Jugendprojekt liefern wir Euch in Bälde. Doch nun setzen wir erst einmal unsere Reise fort. Jetzt geht es in das Savannengebiet „Chaco“ im Nordwesten Argentiniens, und in einigen Tagen fahren wir weiter nach Paraguay.

Florian Kopp/MISEREOR

Autor:

Ralph Allgaier

Ralph Allgaier arbeitet als Pressesprecher bei MISEREOR.

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