Suche
Suche Menü

3 Monate Freiwilligendienst in Osttimor – Ein Land mit vielen Facetten

Fast drei Monate bin ich nun schon in Osttimor. Ein junges Land, in dem man die Entwicklung tatsächlich sehen kann. Ein Land mit einer schwierigen Vergangenheit, die einem immer wieder begegnet. Ein teures Land, da es den Dollar als Währung hat. Ein wunderschönes und sehr interessantes Land.

Osttimor existiert, nachdem es eine portugiesische Kolonie war und dann von Indonesien besetzt wurde, als souveräner Staat erst seit 2002.

Als Indonesien sich zurückzog wurde die gesamte Infrastruktur des Landes zerstört. Auch heute gibt es wenig gut ausgebaute Straßen, ein großer Teil der Bevölkerung verfügt weder über fließendes Wasser noch Strom. Und wo es Strom gibt, fällt er des Öfteren aus, was aber nicht so viel ausmacht.

Arbeiten im Projekt

Meine Mitfreiwillige Rena und ich arbeiten im Centro Treinamento Intergal no Desenvolvimento, kurz CTID in Bacau. Das CTID ist ein Berufsbildungszentrum für junge Frauen, vor allem aus den ländlichen Gebieten. Die Frauen leben ein Jahr im Zentrum und belegen verschiedene Kurse. Zur Auswahl stehen das Maestra di Campagna-Programm und der hospitality-Kurs. Das Maestra di Campagna- Programm zielt darauf ab, dass die Frauen in ihre Dörfer zurückkehren und ihr Wissen dort weitervermitteln. Zuerst lernen sie alle Bereiche kenne, dann entscheiden sie sich zwischen den Schwerpunkten Nähen, Kochen und Admin. Der Adminkurs ist ein Sonderfall, da er die Frauen auf einen Beruf vorbereitet, und nicht darauf, wieder in die Dörfer zurückzukehren. Nach zehn Monaten gibt es ein Job-Training, für viele Frauen sogar außerhalb Baucaus.

Die Ausbildung der hospitality-Klasse zielt konkret darauf ab, die Frauen auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten.
Meine Aufgabe ist es, Englisch zu unterrichten. Nachdem ich zu Beginn erstmal etwas unvorbereitet vor 30 Schülerinnen stand, macht das Unterrichten mittlerweile riesigen Spaß. Das liegt zum großen Teil daran, dass die Schülerinnen engagiert mitarbeiten und aufpassen. Auch ist es schön zu sehen, wie das Gelernte zur Zeit im Jobtraining seine Anwendung findet.

Erste Eindrücke

Die Timoresen sind im Allgemeinen ein ruhiges, gemächliches Volk. Manchmal ist das ein wenig anstrengend, wenn man etwas möglichst schnell machen möchte, eigentlich ist es jedoch sehr angenehm, dass nie jemand total abgehetzt ist.

Man merkt an allen Ecken und Enden, was für ein armes Land Osttimor ist. Selbst die Regierungsgebäude sehen teils renovierungsbedürftig aus. Das Schlimmste jedoch sind die mangelernährten Kinder. Wir erfahren selbst, wie teuer vor allem Gemüse ist, da erklärt sich quasi von selbst, warum viele Menschen hauptsächlich Reis mit in viel Öl gekochten Blättern essen. Weil es günstig ist und satt macht.

Kleidung zu kaufen, ist immer wieder eine Herausforderung. Ein Kleidungsstück kostet hier zwischen 50 Centavos und maximal 3 Dollar. Das liegt daran, dass es Altkleider aus Europa, Korea oder Japan sind. Woher sie kommen, erkennt man an den Etiketten. Nur ist es schwierig, etwas passendes zu finden, die Timoresen sind nämlich weitaus kleiner und schmaler als ich!
Baucau ist eine sehr schöne Stadt, was einem von denen, die in Dili wohnen, immer wieder bestätigt wird. Und vor allem ist es hier kühler und nicht so staubig!

Religion ist allgegenwärtig

Am auffälligsten ist, dass das Thema Religion hier allgegenwärtig ist. Viele Menschen tragen einen Rosenkranz um den Hals, überall hängen Kreuze, nach dem Unterricht wird gebetet und wenn es ein Problem gibt sagt man anstelle von „Ich hoffe, dass es besser wird“ einfach „I’ll pray for you“. Ziemlich ungewohnt, dass Religion in allen Lebensbereichen allgegenwärtig ist, aber eigentlich auch sehr schön.

Im Großen und Ganzen ist das Leben hier sehr schön, wenngleich es viele Situationen und Begebenheiten gibt, die einen nachdenklich stimmen. Doch kann man sehen, dass hier eine Entwicklung stattfindet, in allen Bereichen.

Autor:

Mein Name ist Lina und ich bin ab September als Freiwillige in einem Projekt inTimor-Leste.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Sichherheitsüberprüfung * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.