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Verheerende Überschwemmungen: Mosambik und südliches Afrika betroffen

Die dramatischen Wetterereignisse der vergangenen Tage in Mosambik und Südafrika zeigen erneut, dass viele Länder des südlichen Afrikas der Klimakrise gegenüber besonders exponiert sind. Wie dringlich ein Umdenken hin zu langfristiger Anpassung, Resilienz und vorsorgender Katastrophenprävention ist, darauf verweisen auch Partnerorganisationen wie Power Shift Africa. Sie mahnen, die gerade für die marginalisierten Bevölkerungsgruppen besonders bedrohlichen strukturellen Risiken vieler Länder im südlichen Afrika müssten endlich angemessen bei internationalen Klimaverhandlungen berücksichtigt werden.

Dramatische Verluste in Landwirtschaft und Viehzucht: über 34.000 Tiere sind bereits verendet, mehr als 104.000 Hektar Anbaufläche wurden zerstört ©Caritas Chakwe
Dramatische Verluste in Landwirtschaft und Viehzucht: über 34.000 Tiere sind bereits verendet, mehr als 104.000 Hektar Anbaufläche wurden zerstört ©Caritas Chokwe

Massive Überschwemmungen treffen Hunderttausende

Laut National Institute for Disaster Management (INGD), dem nationalen Institut für Katastrophenmanagement, sind nahezu 700.000 Menschen von den schweren Überschwemmungen betroffen. Ausgelöst wurden die Fluten durch anhaltend starke Regenfälle sowie Notablassungen überfüllter Stauseen. Hilfsorganisationen wie die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) warnen, dass weitere bevorstehende Regenfälle die Lage drastisch verschlimmern, da die Stauseen jetzt schon maximal gefüllt seien. „Diese Ereignisse zeigen, wie vorhersehbar und zugleich verheerend die Klimafolgen mittlerweile sind. Ohne entschlossene Investitionen in Anpassung, Resilienz und antizipatorisches Handeln werden sich solche Krisen nicht nur wiederholen, sondern in ihrer Intensität weiter zunehmen,“ warnt Mohamed Adow von Power Shift Africa.

Eine ganze Region im Krisenmodus

Die Menschen in Mosambik erlebten derzeit eine Zuspitzung klimabedingter Katastrophen. Mohamed Adow beschreibt, dass die Klimaschocks, die Mosambik und viele andere afrikanische Länder treffen, „längst keine Ausnahmeereignisse mehr“ seien, sondern zunehmend systemisch, vorhersehbar und sich gegenseitig verstärkend. Adow betont zudem, dass die aktuellen Ereignisse kein isoliertes Geschehen sind, sondern ein Muster widerspiegeln, das sich in weiten Teilen Afrikas zeigt. Als panafrikanische Organisation verfügt Power Shift Africa über Einblicke in regionale Entwicklungen und größere Zusammenhänge, die deutlich machen, wie eng die Krisen-Situationen in den verschiedenen Ländern miteinander verwoben sind: Häufigere, heftigere und länger anhaltende Extremwetterereignisse, die nicht nur akute Zerstörung hinterlassen, sondern langfristige soziale und wirtschaftliche Folgen haben. Diese Klimaschocks verlangten zudem nach einem Paradigmenwechsel im Umgang mit den multiplen Krisen.

Die Klimaschocks, die Mosambik und viele andere afrikanische Länder treffen, sind „längst keine Ausnahmeereignisse mehr“, sondern zunehmend systemisch, so Mohamed Adow von Power Shift Africa © Caritas Chakwe
Die Klimaschocks, die Mosambik und viele andere afrikanische Länder treffen, sind „längst keine Ausnahmeereignisse mehr“, sondern zunehmend systemisch, so Mohamed Adow von Power Shift Africa © Caritas Chokwe

Zerstörung von Infrastruktur und Lebensgrundlagen

Die materiellen Schäden allein schon in den betroffenen Regionen Mosambiks sind immens. Rund 90 Prozent der Häuser bestehen aus traditionellen Lehmziegeln und sind, gerade nach dem tagelangen Dauerregen, besonders anfällig für Einstürze. Zugleich wurden wichtige Straßen- und Brückenverbindungen zerstört, Aquädukte und Wasserversorgungssysteme beschädigt, Telekommunikationsmasten und Stromleitungen weggespült. Der Zugang zu medizinischer Hilfe und zu Trinkwasser ist vielerorts ebenso unterbrochen wie die Wege zu Schulen und Märkten. Dramatisch sind auch die Verluste in Landwirtschaft und Viehzucht: über 34.000 Tiere sind bereits verendet, mehr als 104.000 Hektar Anbaufläche wurden zerstört, die Lebensgrundlagen für mehr als 47.000 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern. Auch kleine Fischereigemeinschaften entlang der Küsten und Flussläufe berichten von verheerenden Schäden.

Gerade Länder wie Mosambik tragen am wenigsten zur Klimakrise bei, sind aber überproportional betroffen © Caritas Chakwe
Gerade Länder wie Mosambik tragen am wenigsten zur Klimakrise bei, sind aber überproportional betroffen © Caritas Chokwe

Nicht nur Mosambik: Klimakrise im südlichen Afrika

So erschütternd die Lage in Mosambik ist – sie steht nicht für sich allein. In vielen Ländern des südlichen Afrikas verstärken sich klimabedingte Extremereignisse seit Jahren:

  • Malawi und Sambia kämpfen immer häufiger mit Starkregen, Wirbelstürmen und Überschwemmungen, die Ernten vernichten und Cholera-Ausbrüche befördern.
  • Südafrika, Namibia und Botswana leiden gleichzeitig unter wiederkehrenden Dürren, die Böden auslaugen, Wasserquellen versiegen lassen und den Druck auf die Infrastruktur und damit die Versorgung der Haushalte erhöhen.
  • Madagaskar und Simbabwe sind besonders gefährdet durch tropische Wirbelstürme, deren Intensität durch die Erderhitzung zunimmt.

Die Klimaschocks sind keine seltenen Ausnahmeereignisse mehr. Extreme Niederschläge wechseln sich mit schweren Dürren ab, Ernten brechen ein, Wasserknappheit verschärft sich und die soziale Verwundbarkeit wächst.

Gerade Länder wie Mosambik tragen am wenigsten zur Klimakrise bei, sind aber überproportional betroffen. Die Verantwortung der globalen Gemeinschaft – insbesondere der wohlhabenden Staaten – ist klar: Sie müssen Anpassung, Resilienz und Loss-and-Damage-Finanzierung massiv stärken.

Mozambik zeigt: die Klimakrise ist kein abstraktes Zukunftsszenario, Sie ist Realität und trifft zuerst diejenigen, die am wenigsten zu ihr beigetragen haben © Caritas Chakwe
Mozambik zeigt: die Klimakrise ist kein abstraktes Zukunftsszenario, Sie ist Realität und trifft zuerst diejenigen, die am wenigsten zu ihr beigetragen haben © Caritas Chokwe

Ein Appell an Solidarität und Gerechtigkeit

Während Mosambiks Präsident seine Teilnahme am Weltwirtschaftsforum in Davos aufgrund der Flutkatastrophe absagen musste, wurde dort zur gleichen Zeit sogar der Ausbau der weltweiten Ölförderung gefordert – ein fatales Signal angesichts der zunehmenden Klimazerstörung, die Menschen wie jene in Mosambik heute existentiell bedroht. Die Ereignisse im südlichen Afrika erinnern uns: Die Klimakrise ist kein abstraktes Zukunftsszenario – sie ist Realität. Und sie trifft zuerst diejenigen, die am wenigsten zu ihr beigetragen haben.

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Gast-Autorinnen und -Autoren im Misereor-Blog.

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Avatar-Foto

    A situação atual mostra-se melhor quanto às inundações, algumas pessoas já voltaram para as suas residências, onde encontraram a total destruição dos imóveis, utensílios domésticos, e sem mantimentos, precisando apoio em comida para pelo menos 4 meses até a próxima colheita. O desafio maior é aquisição e alocação de sementes básicas. Agradecemos o apoio de todos.

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