Die Misereor-Fastenaktion 2026 richtet unter dem Leitwort „Hier fängt Zukunft an“ den Blick auf junge Menschen weltweit, denen Chancen auf Bildung und ein selbstbestimmtes Leben vorenthalten werden. Und auf diejenigen, die mutig vorangehen und andere mitreißen. Eröffnet wurde die Fastenaktion am 22. Februar mit einem feierlichen ARD-Gottesdienst in Hofheim am Taunus.

„Ich möchte Zukunft weitergeben“ – mit diesen ermutigenden Worten beschreibt Pauline Maïday ihren Weg. Die junge Frau aus Douala in Kamerun hat durch die Unterstützung von CODAS Caritas Douala eine Ausbildung zur Schneiderin absolviert. Heute ist es ihr wichtig, nicht nur selbst voranzukommen, sondern den Weg für andere zu ebnen. Und Ihr Beispiel zeigt: Wenn junge Menschen eine Chance bekommen, verändern sie nicht nur ihr eigenes Leben, sondern eine ganze Gemeinschaft. Die Misereor-Fastenaktion 2026 macht deutlich: Zukunft ist nichts Abstraktes. Sie beginnt heute. Dort, wo wir uns berühren lassen von den Lebensrealitäten anderer. Und dort, wo wir bereit sind, das, was wir haben, miteinander zu teilen.

Krise oder Aufbruch: Wo stehen wir heute?
Im Eröffnungsgottesdienst sprachen Hildegard Wustmans, Bischöfliche Bevollmächtigte im Bistum Limburg, und Bischof Georg Bätzing, ehem. Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, die entscheidende Frage unserer Zeit an: In welche Zukunft gehen wir angesichts globaler Krisen und sozialer Ungleichheit? Dass es dabei um ganz reale Schicksale geht, wird in Douala deutlich. In der kamerunischen Millionenmetropole sind die meisten Menschen jünger als 35 Jahre. Doch echte Perspektiven sind für die Jugend oft Mangelware. Denn hohe Gebühren und fehlende Ausbildungsplätze machen den Start ins Berufsleben schwer. Projekte wie das von CODAS Caritas schlagen hier eine Brücke: Sie bieten qualifizierte Ausbildung und damit die Basis für ein würdevolles Leben. Pauline lebt dies eindrucksvoll vor: „Ich möchte anderen Frauen Mut machen. Wenn ich es geschafft habe, können sie es auch schaffen.“

„Exportgut“ Hoffnung
Berufliche Bildung bedeutet in Kamerun weit mehr als nur ein Zertifikat; sie ist der Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben und wirkt hinein in ganze Stadtviertel. Pauline Maïday ist das beste Beispiel dafür, wie aus einer persönlichen Perspektive auch ein Verantwortungsgefühl anderen gegenüber erwachsen kann: „Ich möchte anderen Frauen Mut machen. Wenn ich es geschafft habe, können sie es auch schaffen. Ich will Menschen in meinem Atelier ausbilden. Ich möchte Zukunft weitergeben.“ Pauline träumt davon, ihre selbst gefertigten Taschen eines Tages in die ganze Welt zu exportieren. Doch ihr wichtigstes „Exportgut“ ist die Hoffnung, die sie als künftige Ausbilderin an die nächste Generation weiterreicht. Für sie bedeutet Zukunft nicht nur, Taschen zu nähen und vielleicht eines Tages zu exportieren. Es bedeutet, selbst zur Ausbilderin zu werden und die Hoffnung, die sie erfahren hat, an die nächste Generation weiterzureichen. Pauline weiß, dass Zukunft kein einseitiges Geben ist, sondern etwas, das man gemeinsam baut.

„Zukunft beginnt nicht irgendwo“
Misereor-Hauptgeschäftsführer Andreas Frick brachte es in Hofheim auf den Punkt: „Zukunft beginnt genau dort, wo Menschen sich gegenseitig stärken. Wo Solidarität gelebt wird. Wo wir nicht wegsehen, sondern handeln.“ Die Fastenaktion lädt uns alle ein, Teil dieser Bewegung zu werden.
Gemeinsam handeln – heute und morgen
- Aktiv werden: Haben Sie schon eine Idee für Ihre Fastenzeit? Lassen Sie sich inspirieren: Fastenaktion 2026: Misereor
- Vormerken: Ein besonderer Höhepunkt ist die bundesweite Misereor-Kollekte am 22. März (5. Fastensonntag) in allen katholischen Kirchengemeinden Deutschlands.