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„Ich wünsche mir eine Nacht in der ich nicht verfolgt werde“

Straßenbau findet in Delhi oft nachts statt. Während der Rest der Stadt schläft, tragen Arbeiter schwere Kiessäcke auf ihren Köpfen umher, hacken Wege auf, verlegen Straßenrohre mit der Hand. Nun, kurz  vor dem Beginn der Commonwealth Games sieht man noch mehr Arbeiter auf den Straßen. Die Zeit drängt. Nur noch ein paar Tage bis Prinz Charles die Commonwealth Spiele im Jawarhal Nehru Stadium eröffnen wird. Die letzten Verschönerungen werden vorgenommen. Deshalb sitzen hier nachts die Maler am Straßenrand und pinseln die schwarz-weißen Bordsteinkanten an. Über ihnen wehen die bunten Fahnen der Spiele. „Bring the games to India.“ Alles soll frisch und sauber aussehen für die Commonwealth Games. Keine leichte Aufgabe nach den Monsunregenfällen, die in diesem Jahr besonders heftig waren und die Straßen Delhis stark beschädigt haben. Die Schlaglöcher auf den Straßen sind größer denn je. Dabei bemüht sich die Stadt seit Jahren darum gerade diese zu beheben, die Stadt nach außen hin gut funktionieren und schön aussehen zu lassen. „Sie wollen die Armut in der Stadt verstecken und das geschieht auf Kosten der Armen“ so MISEREOR-Partner Prakash Singh. „Im Schatten der Spiele  missachtet unsere Regierung die Menschenrechte.“ Dabei seien die Wünsche der Armen so bescheiden und leicht zu erfüllen. Eine Frau, die zusammen mit ihren zwei Kinder in der Nähe von Delhis bekanntem Connaught place auf dem Gehweg lebt, erzählte dem Sozialarbeiter kürzlich: „Alles, was ich mir wünsche, ist eine Nacht in der ich tief und fest schlafen kann. Eine Nacht, in der ich  nicht von der Polizei verfolgt werde.“

„Das ganze Ausmaß ist schwer zu fassen“

In Pakistan unterwegs mit MISEREOR-Partnern: Hermann Rupp kehrte am 31.August zurück und schildert seine Eindrücke von den Zerstörungen und Hilfeleistungen im Swat-Tal.

Hermann Rupp arbeitet als Referent für Pakistan bei MISEREOR.

Besuch des Swat-Tals

Von Islamabad aus fahren wir gut 100 Kilometern auf der Autobahn nach Nordenwesten. Nach weiteren 1 ½ Stunden auf der Landstraße erreichen wir das untere Ende des Swat-Tals. Wunderschön ist es hier. Über kurvige Straßen und Serpentinen gelangen wir immer tiefer in die Berge. Noch weist nichts auf eine Katastrophe hin. Nur die vielen Militärposten lassen erahnen, was sich vor gut einem Jahr hier ereignet hat. Anfang Mai 2009 flohen Hunderttausende vor der Militäroffensive gegen die Taliban aus dem Swat Tal. Noch immer ist das Leben nicht vollends zur Normalität zurückgekehrt.

Früher einmal war die Region ein beliebtes Urlaubsziel. Davon zeugen die vielen Hotels, die heute allerdings, wie ich erfahre, überwiegend als Unterkunft für die vielen Militärs genutzt werden. Die Militärpräsenz zeigt sich beispielsweise an den vielen Kontrollposten entlang der Straße. Auch wir müssen uns immer wieder ausweisen und erklären, warum wir unterwegs sind. Mit der Genehmigung, die wir beim ersten Militärposten erhalten haben, stellt das allerdings kein Problem dar. Die Menschen sind uns gegenüber sehr freundlich und aufgeschlossen.

 

Das Ausmaß der Katastrophe wird uns langsam klar

Straßen enden im Nichts: Der Indus hat Brücken, Häuser und Land fortgerissen.

Dann erreichen wir den Fluß Swat. Für mich sieht alles ganz normal aus, die Gegend erinnert mich an die Alpen. Gut, das Flussbett ist sehr breit und die Wassermassen zwängen sich durch vergleichsweise kleine Rinnen. Der Rest des Tals besteht aus Schotter und Geröll. Dann jedoch passieren wir eine etwa einen Kilometer lange Brücke. Zwischen der Fahrbahn und dem Schotterbett ist nur wenig Platz und einige Teile der Brücke fehlen ganz. Wir halten an und finden die fehlenden Pfeiler sowie die Fahrbahn einige hundert Meter flussabwärts. Das Wasser hat die mehrere hundert Tonnen schweren Betonteile einfach fortgerissen. Damit ist die Hauptverbindungsader zwischen den beiden Ufern zerstört. Read more

„Die Situation ist katastrophal“

Ajmal Malik vom MISEREOR-Partner CHIP in Pakistan

Aus Pakistan von MISEREOR-Partner Ajmal Malik:

Gestern habe ich Charsadda, eine der betroffenen Regionen im Norden Pakistans, besucht. Ich wollte sehen, wie es den Menschen dort geht. Die Situation ist katastrophal! Tausende sind obdachlos, haben alles verloren, ihr Haus, ihr gesamtes Hab und Gut. Sie sind in Schulen und anderen Notunterkünften untergebracht und leben dort auf engstem Raum.

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„Unsere Leute haben die Hilfspakete auch zu Fuß zu den Familien gebracht“

Aus Pakistan berichtet der langjährige MISEREOR-Partner Ajmal Malik über die Situation im Katastrophengebiet Swat-Tal:

„Jedes Jahr gibt es in Pakistan Überschwemmung durch den Monsunregen. Mit den Ausmaßen in diesem Jahr hat aber niemand gerechnet! So viele Menschen sind betroffen, es ist furchtbar! Wir haben direkt am ersten Tag reagiert, als wir hörten wie stark der Swat-Fluss über die Ufer tritt und Partner in der Region kontaktiert. Read more

Reise zu Misereor-Projektpartnern in Simbabwe: Ein Friedenssportfest in Malange

05:00 morgens
Marange ist 250 km von Harare entfernt, im östlichen Hochland direkt an der Grenze zu Mosambique. Früher, vor länger als zehn Jahren, kamen noch viele ausländische Touristen in diese pitoreske Berglandschaft, deren höchste Berge über 2500 m hoch sind. Das ist jetzt vorbei. Die Lodges und Hotels stehen meist leer – auch Folge einer Politik, die nicht dazu beiträgt, das Land in seinem besten Licht zu zeigen. Trotzdem: Simbabwe ist für ausländische Besucher ein relativ sicheres und friedliches Land, und die Menschen heißen Besucher herzlich willkommen. Read more