In meiner Tätigkeit als Referentin in der Finanzkontrolle für Bolivien sehe ich auf meinen Dienstreisen viele Büros, denn meine Gespräche kreisen um Buchhaltung, Verfahren der internen Kontrolle, Geldüberweisungen, Abrechnungen, Organigramme und Arbeitsgesetze. Nach Möglichkeit gehört aber auch ein Besuch in der Projektzone dazu, um die Wirklichkeit der Projektrealität kennenzulernen. Deshalb habe ich dieses Mal ein Projekt in Caranavi zur Verbesserung der Landwirtschaft in den Tropen besucht, um die Lebenssituation der Bauern dort kennenzulernen und zu sehen, was das Misereor-Projekt bewirken kann.

Vom Andenpaß hinunter ins Amazonasbecken
In 5 Stunden über 4000 Höhenmeter
Seit langem wollte ich diesen Projektbesuch machen, aber alle haben mich immer gewarnt: die Straße dahin sei gefährlich, angeblich die gefährlichste Straße der Welt, weil sie einspurig ist und an einem gefährlichen Abgrund entlang führt. Immer wieder kam es auf dieser Strecke zu Unfällen, wenn Pkws, Busse oder Lastwagen zu schnell fuhren, nicht ausweichen konnten und in den Abgrund hinunterstürzten. Meist waren dabei viele Tote zu beklagen. Inzwischen ist die Straße aber auf einem langen Stück asphaltiert, verbreitert und über eine andere Streckenführung ungefährlicher geworden. Von La Paz nach Caranavi sind es 120 km, man braucht dafür 5 Stunden und fährt auf dieser Distanz von 4.650 auf 500 m Höhe, nichts für Leute mit Kreislaufproblemen.





