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Auf der gefährlichsten Straße der Welt

In meiner Tätigkeit als Referentin in der Finanzkontrolle für Bolivien sehe ich auf meinen Dienstreisen viele Büros, denn meine Gespräche kreisen um Buchhaltung, Verfahren der internen Kontrolle, Geldüberweisungen, Abrechnungen, Organigramme und Arbeitsgesetze. Nach Möglichkeit gehört aber auch ein Besuch in der Projektzone dazu, um die Wirklichkeit der Projektrealität kennenzulernen. Deshalb habe ich dieses Mal ein Projekt in Caranavi zur Verbesserung der Landwirtschaft in den Tropen besucht, um die Lebenssituation der Bauern dort kennenzulernen und zu sehen, was das Misereor-Projekt bewirken kann.

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Vom Andenpaß hinunter ins Amazonasbecken

In 5 Stunden über 4000 Höhenmeter

Seit langem wollte ich diesen Projektbesuch machen, aber alle haben mich immer gewarnt: die Straße dahin sei gefährlich, angeblich die gefährlichste Straße der Welt, weil sie einspurig ist und an einem gefährlichen Abgrund entlang führt. Immer wieder kam es auf dieser Strecke zu Unfällen, wenn Pkws, Busse oder Lastwagen zu schnell fuhren, nicht ausweichen konnten und in den Abgrund hinunterstürzten. Meist waren dabei viele Tote zu beklagen. Inzwischen ist die Straße aber auf einem langen Stück asphaltiert, verbreitert und über eine andere Streckenführung ungefährlicher geworden. Von La Paz nach Caranavi sind es 120 km, man braucht dafür 5 Stunden und fährt auf dieser Distanz von 4.650 auf 500 m Höhe, nichts für Leute mit Kreislaufproblemen. Read more

Bittersüße Paranuss

Die Nussmischungen, die es im Winter zu kaufen gibt, enthalten oft Paranüsse. Meist habe ich mich über die holzigen, sperrigen Dinger geärgert, weil sie so schlecht zu knacken sind, aber der nussige Kern entschädigt für die Mühen. Bei meiner letzten Reise in das Amazonasgebiet von Bolivien habe ich erfahren, wie die Nuss zu uns kommt.

Paranussbäume im Urwald von Riberalta.

Paranussbäume im Urwald von Riberalta.

Paranüsse wachsen auf stattlichen, über 35 m hohen Bäumen. Aus den Blüten entwickeln sich große, holzige Kugeln, die Kokosnüssen ähneln. Ab November werden die Früchte reif und fallen herunter. Das ist dann die Zeit, wo die Leute aus Riberalta in die Ernte gehen. Ganze Familien verlassen mit Kind und Kegel ihre Häuser  in den Vororten und Dörfern und ziehen für mehrere Monate in den Urwald, wo sie unter einfachsten Verhältnissen leben. Das Sammeln der Nüsse ist keine ungefährliche Arbeit; denn wenn so eine Kugel aus 30 Meter Höhe herabfällt und einen Menschen trifft, kann sie ernsthafte, mitunter tödliche Verletzungen anrichten. Auch Krankheiten wie Malaria und Leishmaniasis (eine schlimme Erkrankung der Haut) sind an der Tagesordnung. Meist sind es die Frauen, die die Früchte sammeln, und die Männer schlagen die Kugeln auf und holen die Kerne heraus. Für eine Kiste von 25 kg werden ca. 12 Euro gezahlt. Letzten Winter hatten die Nüsse einen relativ guten Marktpreis, so dass ganze Stadtteile von Riberalta leergefegt waren, weil die Leute im Wald bei der Ernte waren.

Hier werden die Paranüsse verarbeitet.

Hier werden die Paranüsse verarbeitet.

Die Sammler liefern die Nüsse in der Fabrik ab, wo sie zuerst getrocknet und dann geschält werden.
Ich hatte die Gelegenheit, mit unserem Projektpartner die Fabrik zu besichtigen.

Als sich meine Augen an die dunkle Halle gewöhnt hatten, sah ich viele sehr junge Frauen, schätzungsweise zwischen 16  und 20, die,  an vielen Tischen verteilt, im Stehen arbeiteten und mit einem kleinen handbetriebenen Nussknacker vorsichtig die holzige Schale entfernten.
50 kg geschälte Nüsse ist ihr Tagessoll, und wenn sie diesen in achtstündiger Arbeit nicht schaffen, müssen sie eben länger bleiben. Read more

Ceiba

Ceiba? Was ist das eigentlich? Eine Abkürzung? Ich frage Carlos: „Was bedeutet Ceiba?“ „Ceiba“, antwortet Carlos, „ist unser Symbol. Ceiba ist ein sehr großer  Baum in Guatemala. Guatemala heißt übrigens in der Sprache der Maya Land der Bäume.

Das Symbol von Ceiba ist ein Baum.

Das Symbol von Ceiba ist ein Baum.

Bei den Mayas war der Ceiba ein besonderer, ein heiliger Baum. Er ist groß und mächtig. Unter solchen Bäumen versammelten sich die Mayas um wichtige Dinge zu besprechen. Unter  diesem großen Baum finden alle Schutz und Platz. Es gibt keine Türen, niemand wird ausgeschlossen, alle können kommen. Unter einem solchen Baum wurden die wichtigen Dinge des Lebens verhandelt und Entscheidungen gemeinsam gefällt. Aus diesem Grunde ist der Ceiba ein heiliger Baum, ein Baum des Friedens.
Für unsere Organisation war sehr schnell klar, dass dieser Baum unser Symbol ist. Wir wollen Versammlungsorte schaffen ohne Türen, für alle offen. Wir wollen die Möglichkeit und den Raum bilden, dass die Menschen eines Viertels miteinander ins Gespräch kommen: Was sind unsere Probleme? Wie können wir sie gemeinsam lösen? Deswegen haben wir unsere Organisation Ceiba genannt, ein Baum des Friedens.“ Read more

Blog aus Indien

Wenn die Menschen an Indien denken, denken sie an Gandhi. Aber es gibt viele andere Führungspersönlichkeiten in Indien, die ihr Leben dafür eingesetzt haben, dass Indien eine Demokratie wird.

Einer von ihnen ist Dr. B. R. Ambedkar. Er war der Vorsitzende des Ausschusses, der den Entwurf für die Verfassung Indiens ausgearbeitet hat. Er wurde in eine Gemeinschaft von Unberührbaren geboren, ist aber in schwindelerregende Höhen in der indischen Politik aufgestiegen im Kampf für die Menschenrechte der Unberührbaren in Indien, der so genannten Dalits.

M.C. Raj bloggt für MISEREOR aus Indien.

M.C. Raj bloggt für MISEREOR aus Indien.

Was heißt „Dalit“?

Der Begriff „Dalit“ hat hebräische Wurzeln und kommt von „Dal“; das heißt „die Gebrochenen“, „die Unterdrückten“. Im hebräischen Sprachgebrauch bedeutet das „die Gebrochenen“ oder „die Unterdrückten“ aufgrund ihrer Hautfarbe. In den Heiligen Schriften des Hinduismus werden Dalits als schwarz, hässlich und unberührbar beschrieben und verdammt. Das hinduistische Gesetz verbietet es Menschen, Dalits zu berühren, da dies als religiös verunreinigend gilt. Heute leben in Indien 240 Millionen Dalits.
Man kann sich nicht vorstellen, dass in Indien 240 Millionen Menschen heute noch wie Unberührbare behandelt werden – in einem Land, das dem Rest der Welt als wirtschaftlicher Riese in Asien präsentiert wird. Die indische Verfassung verbietet die Praxis der Unberührbarkeit. Doch obwohl diese Verfassung seit 65 Jahren in Kraft ist, werden Menschen noch immer wie Unberührbare behandelt und die Grausamkeiten gegenüber Dalits gehen immer weiter.
Meine Frau und ich haben eine Dalit-Bewegung in Karnataka, Südindien, ins Leben gerufen. Wir kämpfen noch immer gegen die Praxis der Unberührbarkeit und die Grausamkeit gegen unsere Leute. Read more

Lets make a difference- Ska for a cause

Ska Vengers!!!

Am 31.Mai 2011 ist mein letzter Tag bei Butterflies. Das Gefuehl des Abschieds macht sich in mir breit. Ich habe Butterflies kennen gelernt, weil ich damals einen Projektpartner fuer meine beiden „Thomas‘ Plan“-Benefizkonzerte  gesucht habe. Nun schliesse ich meine 10 Monate Freiwilligendienst ebenfalls mit einem Benefizkonzert in der Deutschen Botschaft Neu-Delhi.

Ca. 130 Menschen besuchten am Donnerstag das Konzert „Lets make a difference- Ska for a cause“ zu dem wir nur eine Woche zuvor bereits bekannte Spender von Butterflies, deutschsprachige Praktikanten, Expats, sowie hohe Tiere aus Politik und Unternehmen eingeladen haben.  Read more

Afojo! Ostergrüße aus Acholiland

Endlich Ferien! Nicht nur in Deutschland freuen sich die Schüler auf die schulfreie Zeit, sondern auch im Norden Ugandas.  Die meisten Kinder in dieser Region leiden immer noch unter den Folgen des vor sechs Jahren beendeten Bürgerkriegs.

Abschlussfest vor den Osterferien in der Laroo-Internatsschule in Gulu

Besuch in der Laroo-Internatsschule in der Provinz Gulu im Norden Ugandas: Es ist der letzte Schultag vor den Osterfeiertagen. Die rund 600 Schüler sitzen auf dem staubig-sandigen Boden vor dem Schulgebäude, die meisten von ihnen tragen leuchtend gelbe T-Shirts. Die Sonne brennt vom Himmel, Schatten gibt es wenig. Dennoch warten die Kinder geduldig auf das, was gleich kommen wird. Ein paar tuscheln aufgeregt und begutachten neugierig die Besucher aus Deutschland. Dann hallt der schrille Ton einer Trillerpfeife über den Platz, augenblicklich ist Ruhe, eine Gruppe älterer Schüler bewegt sich tanzend auf den Platz. Ein Mädchen in der ersten Reihe gibt mit lauten Rufen den Takt vor. Die Gruppe tanzt einen traditionellen Tanz der Acholi, der größten Volksgruppe der Region. Die Schüler bewegen sich ausgelassen, ekstatisch, einige haben die Augen geschlossen. Der Tanz dauert über eine halbe Stunde. Read more