Es ist Halbzeit bei den internationalen Klimaverhandlungen in Cancún. Während in der letzten Woche ein großer Teil der Diskussionen eher verhalten und hinter verschlossenen Türen stattfand, gehen die Verhandlungen ab jetzt in die heiße Phase. Große Erwartungen an diesen Klimagipfel hatte bisher niemand, denn gerade die größten Treibhausgasemittenten wie China oder USA zeigten im Vorfeld keinerlei Ambition.
Wenig verwunderlich startete deshalb diese COP 16 auch mit allerlei unerfreulichen Nachrichten. Mehrere Länder verabschiedeten sich von einer zweiten Verpflichtungsperiode des Kioto Protokolls, das 2012 ausläuft. Zuerst Canada gefolgt von Japan und Russland. Wir erinnern uns: 1997 wurde das Kioto Protokoll beschlossen, mit dem sich alle Industrienationen – mit Ausnahme der USA – verpflichteten, ihre Treibhausgase zu senken. Das Kioto Protokoll ist demnach bisher das einzige internationale Instrument, das Klimaschutz für Industriestaaten rechtlich verbindlich festlegt.
„Warum kommen die Länder überhaupt nach Cancún, wenn sie doch letztendlich nicht bereit sind, sich für ambitionierten Klimaschutz einzusetzen?“ fragt mich Zoraya Vargas von einer unserer Partnerorganisationen in Bolivien, die ich hier in Cancún treffe. Wir alle sind letztendlich hier, weil wir daran glauben, dass ambitionierter Klimaschutz möglich und vor allem dringend notwendig ist.


