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Unterwegs in Burkina Faso

 

Über dem Asphalt schwimmt die Luft.  – rechts und links der der Straße stehen die Bäume vereinzelt – so als habe sie jemand wie bei einer Spielzeugeisenbahn willkürlich in die Landschaft geklebt. Meist sind sie braun oder grau – manchmal sind die wenigen grünen Blätter auch vom roten Staub bedeckt, den hier der Nord-Ost-Passat um diese Jahreszeit aufwirbelt.

Es ist die Dornstrauchsavanne im Norden Burkina Fasos durch die ich unterwegs bin. Die Weite dieser Landschaft alleine ist schon faszinierend – doch kaum, dass abends die Sonne untergeht, geht der Himmel in ein unbeschreibliches Perlmut über und ein sanfter Wind geht über die sonnenheiße Erde.
Manchmal stehen an der Straße Schilder mit Ortsbezeichnungen, aber die Häuser stehen oft so großzügig und einzeln verteilt, dass sie gar nicht wie eine zusammenhängende Siedlung aussehen. Rundhütten aus Lehm und mit Strohdach, daneben kleiner Gebäudeteile zur Lagerung von Getreide. Dann wieder folgt kilometerlang gar keine Bebauung, aber es ziehen ab und zu Viehzüchter mit ihren Ziegen oder Eseln vorbei. Und inmitten dieser eher ebenen Landschaft ragen ab und zu die Sendemasten für den Mobilfunk in die Höhe wie ein wenig aus der Zeit gefallen.

Spuren von Gold

An einer Stelle nahe unserer Route werden riesige Erdmaßen bewegt – hier erkundet eine kanadische Firma, ob in der Region Gold rentabel abzubauen ist, sicher würde dann hier im Falle des Falles in einer ohnehin saisonal trockenen Gegend viel Wasser verbraucht und giftige Stoffe zum Herauslösen des Goldes aus der Erde benutzt. Einige Kilometer weiter sehen wir das Gegenmodell: einige Frauen versuchen sich im Goldschürfen mit einfachsten Mitteln, sie sieben von Hand die trockene rote Erde in kleinen Körben aus, in der Hoffnung auf etwas Verwertbares zu stoßen – eine mühselige und eher selten einträgliche Arbeit, wie mir der burkinische Partner beim Vorbeifahren berichtet. 
Am Abend besuchen wir ein künstlich angelegtes Wasserrückhaltebecken außerhalb der Stadt. In einer weiten Senke steht Wasser und von allen Seiten der Hänge führen Trampelpfade zum Wasserspiegel hinunter. Männer mit jeweils zwei großen Gießkannen sind unermüdlich auf dem Weg Wasser zu holen und dann oben jenseits des Randes der Senke auf ihre fein säuberlich angelegten Beete zu gießen. Dort wachsen unter anderem Karotten, Kartoffeln, Papayas und Kohl.

Gärten als Grundsicherung

Die Männer gehören zu einer Bauerngruppe, die über ein Dreijahresprojekt von Misereor gefördert werden. In dieser Gegend, die nicht nur mit den ohnehin schwierigen Wetterverhältnissen zurechtkommen muss, merkt man zunehmend den Klimawandel – einst sichere Regenfälle bleiben aus oder verschieben sich um Wochen oder Monate. Darüber hinaus sind Arbeitsmöglichkeiten rar und der formale Bildungsstand eher niedrig.

Über die Obst- und Gemüsegärten finden die Familien eine Grundsicherung und über den Eigenbedarf hinaus verkaufen sie  Lebensmittel auf den umliegenden Märkten.

Für alle Mitglieder einer Gruppe sind die Parzellen gleich groß und alle sind bemüht mit biologischem Dünger und Verbesserungen der Anbaumethoden das Optimum an Ertrag aus ihren Flächen heraus zu bekommen.

Autor:

Jonas Wipfler

Jonas Wipfler arbeitet als Referent für Migration und Flucht im Berliner Büro von MISEREOR. Zuvor lebte er drei Jahre in Dakar, der Haupstadt des Senegals. Dort half er als Berater lokalen Partnerorganisation in Westafrika bei Planung, Monitoring und partizipativen Methoden.

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