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„Weihnachten bedeutet für mich Familie.“

Das Motiv des diesjährigen GEPA-Schoko-Adventskalenders wurde vom südafrikanischen Künstler Toby Newsome gezeichnet. Jedes Jahr bittet MISEREOR einen Künstler oder eine Künstlerin, die Weihnachtsgeschichte neu und aus der Sicht des Landes oder der Region zu erzählen.

Das Motiv des diesjährigen GEPA-Adventskalenders © Toby Newsome

Stell dich bitte kurz den Leserinnen und Lesern vor:

„Ich heiße Toby Newsome, ich bin in Kapstadt, Südafrika, geboren und lebe dort bis heute. Ich stamme aus einer Künstlerfamilie. Mein Vater und meine Großmutter sind Maler, meiner Mutter Illustratorin. Als Kind hatte ich schweres Asthma und konnte mich am besten über Bilder ausdrücken. Ich habe dann Grafik Design studiert, es gab früher noch kein Studium der Illustration. Ich habe mir das Zeichnen daher selber beibringen müssen oder von meiner Familie gelernt. Ich war mein ganzes Leben von Büchern und Geschichten umgeben.

Im vorletzten Jahr habe ich den afrikanischen Comicpreis gewonnen. Ich hatte eine Graphic Novel über das Leben eines Mädchens in Ghana gezeichnet.“

Toby Newsome, Künstler des diesjährigen GEPA-Adventskalenders. ©privat / Toby Newsome

Und darüber sind wir auf dich gestoßen. Ein tolles Comic. Was ist dir als Künstler wichtig?

„Wichtig ist mir Humor. Ich möchte gute Geschichten erzählen, die unterhalten. Das überlagern von Farben und Formen fasziniert mich. Dabei wende ich immer die Farben und Formen meiner Heimat an. Meine Bilder sollen magisch wirken, immer leicht verschmitzt. Ich mag Details. Und ich mag Muster und Wiederholungen, daher bringe ich das immer wieder ein. Wichtig sind mir auch immer afrikanische Farben, die unser Land so bunt machen.“

Wie gehst du als Künstler vor?

„Zunächst mache ich mit Bleistift erste Zeichnungen, stelle alles immer wieder um, bis Hintergrund und Vordergrund zueinander passen. Dann scanne ich das Bild ein und male dann digital auf meinem Pad weiter. Das Werk ist in der Regel dann fertig, wenn ich einmal darüber geschlafen habe und am nächsten Morgen immer noch damit zufrieden bin.“

Kannst du etwas über die Motive deines Bildes erzählen?

„In die Zeichnung wollte ich sehr viele, sehr südafrikanische Dinge einbringen. Und ich wollte Motive einer südafrikanischen Stadt mit Bildern vom Land verbinden. Natürlich läuft durch unsere großen Städte keine Giraffe! Ich spiele mit den Klischees, von Tieren, Armut und Reichtum, Stadt und Land.

Die Proteas im Vordergrund zieren das nationale Wappen unseres Landes. Die Ziege, das Erdmännchen und die Kuh sind ganz typische südafrikanische Tiere.

Minibusse sind ein sehr wichtiges Transportmittel in Südafrika. Und wir lieben Jazz, daher habe ich eine Jazzkombo gezeichnet. Die Trompete hat den Auftrag etwas anzukündigen. Und wenn Freude da ist, dann muss getanzt werden. Auch das habe ich mit aufgenommen.“

Der Künstler vollendet seine Bilder meist digital am Tablet. ©privat / Toby Newsome

Und dann ist da noch die heilige Familie…

Die Familie habe ich ganz bewusst jung, modern und stylisch gezeichnet. Ich wollte, dass alle Menschen in diesem Bild Liebe ausstrahlen und liebevoll zueinander sind. So nimmt das kleine Mädchen den Jungen an der Hand, um das Neugeborene zu begrüßen. Sie hatten gerade noch gemeinsam gespielt.“

Was bedeutet Weihnachten für dich?

„Weihnachten bedeutet für mich: Familie. Man sieht sich endlich wieder und bringt sich auf den Neuesten Stand. Ich habe auch Verwandte auf anderen Erdteilen. Normaler Weise machen wir dann gemeinsam Pläne, was wir im kommenden Jahr gemeinsam machen möchten.

Weil Südafrika auf der Südhalbkugel liegt, ist es zu Weihnachten sehr heiß. Die Corona-Pandemie hat sich etwas abgeschwächt.

Die Südafrikaner grillen zu Weihnachten eigentlich immer. Hier nennt man das „braai“. Andere kochen wegen der großen Hitze hingegen lieber kalte Gerichte.“


Mehr Informationen zum Künstler finden Sie auf www.tobynewsome.com

Mehr zum Fairen Handel finden Sie auf www.misereor.de/fairerhandel

Geschrieben von:

Wilfried Wunden ist Referent für den Fairen Handel bei MISEREOR.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Außergewöhnliches Motiv. Gefällt mir sehr gut!

  2. Lieber Wilfried,
    den Adventskalender finde ich in diesem Jahr richtig toll. Und er spricht tatsächlich auch junge Menschen sehr an in seiner Gestaltung, denn meine diversen Nichten wollten auch direkt einen kaufen. Haben Sie dann auch, im Weltladen Aachen … ;-)))
    Was der Künstler nun beschreibt, was er da alles mit hineingenommen hat in das Bild, einfach toll. Danke dafür.
    LG, Uta

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