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Im Land der Könige

Aufeinmal ist die Megastadt Delhi, sind die Commonwealth Games und der Trubel, der sie umgibt, weit weg.  Wir sind im Dschungel. Um uns herum dichte Wälder, volle Felder, Schmetterlingsschwärme, Seen und Wasserbüffel, die sich im Schlamm wälzen. Und wir staunen: Dies soll einmal eine der trockendsten Gegenden Rajasthans gewesen sein? Nur Staub und Geröll, ödes Land, soweit das Auge reicht? „20 Jahre lang ging es den Menschen hier richtig schlecht“, sagt Farhad Constructor vom MISEREOR-Projektpartner IGSSS. „In einem jahr haben die Bauern 1000 Rupees verdient. Oder gar nichts. Die Menschen sind aus der Gegen geflüchtet. Und niemand wollte mehr seine Töchter hierher verheiraten.“ Wir sind in Nandwali im Alwar-Distrikt im indischen Bundesstaat Rajasthan und lassen und von Farhad zeigen, was passieren kann, wenn man traditionelles Wissen wieder zum Leben erwachen lässt.

Einst galt Rajasthan – das Land der Könige – trotz der extrem heißen Temperaturen und der Wüste Thar als fruchtbares Land. Jahrhundertelang benutzten die Rajasthanis Regenwassersysteme mit denen sie das Regenwasser in Seen und Auffangbecken sammelten. Nach und nach wichen die Menschen jedoch von dieser Methode ab. Die traditionellen Systeme wichen den modernen der Regierung. Die Menschen verließen sich auf etwas, was letztlich nicht funktionierte, der Grundwasserspiegel ging zurück, die Brunnen versiegten. Heute führen sie wieder Wasser – das ganze Jahr.

Farhad Contractor lebte 15 Jahre lang immer wieder in verschiedenen Dörfern in Rajasthan um die traditionellen Systeme mit dem Menschen wieder aufzubauen. „Nur wenn man in den Dörfern lebt und Beziehungen entsteht auch das Vertrauen, dass man braucht um die Menschen auf den Weg zu bringen.“  Der Mensch steht bei ihm im Mittelpunkt. Menschen wie Kuchjbihari, ein Bauer aus dem Dorf Nandu. Eer führt uns von Brunnen zu Brunnen, von Auffangbecken zu Auffangbecken.   Dann zeigt er uns Tigerspuren im Sand.

Tiger, Wasserbüffel, Schmetterlinge, Kraniche – die Arbeit von Farhads Organisation Sambhaav verändert die Ökologie, die Ökonomie und die Gesellschaft. „All das hat die Gemeinschaft hier selber aufgebaut“ sagt Farhad. „Die Menschen sind stolz auf ihr Werk. Das ist wichtig. Früherwaren ihre Felder verdörrt, nun laden sie Bauern aus anderen Gegenden ein, um bei ihnen anzubauen.“

Autor:

Daniela Singhal ist bei politischen Aktionen in der Hauptstadt vor Ort, trifft internationale Partner und ist im In- und Ausland für MISEREOR unterwegs.

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Vielen Dank für deine Berichte. Ich hoffe es folgen noch weitere.
    Und hoffentlich können sich diese positiven Entwicklungen vervielfachen.

  2. Hi, du hast das soo wunderbar beschrieben. Schön, dass ich dabei sein durfte!
    Ich danke dir für unsere gemeinsame Reise.

  3. Ein sehr hoffnungsvoller Bericht! Es ist schön, auch einmal von positiven Beispielen zu erfahren. Danke!

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