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Straßenkinder: Wie würdest du helfen?

Jahreszeitenwechsel in Delhi: Bevor in ein paar Wochen die Hitze diese Stadt in ihren Bann nehmen und in ein schwitzendes Moloch verwandeln wird, ist es jetzt erst einmal regnerisch und kühl. Wir fahren mit einer Kollegin vom Straßenkinderprojekt Butterflies durch die Stadt.  Auf den Straßen bilden sich große Wasserpfützen, ein bisschen Monsunfeeling im Februar. Das Wetter lässt uns ab und an vergessen, dass wir in Indien sind.

Ein Straßenkind ruht sich aus: Es fällt schwer, nicht sofort einige Rupien zuzustecken.

Ein Straßenkind ruht sich aus: Es fällt schwer, nicht sofort einige Rupien zuzustecken.

„Wie würdest du denn den Kindern, die hier auf der Straße leben, helfen?“ fragt mich Sriti, sie arbeitet für Butterflies an einer neuen Studie über Straßenkinder in Delhi.  Wir stehen im Stau an einer großen Kreuzung, vor meinem Fenster biegt sich ein hageres, kleines, unglaublich schönes Mädchen durch einen silbernen Reifen. Sie steht mit nackten Füßen in einer Pfütze, trägt einen dreckigen braunen Rock und eine kaputte rote Bluse. Sie vollführt ihr Kunststück immer und immer wieder und wird vom Trommelspiel eines kleinen Jungen begleitet. Ein drittes Kind klopft an unsere Scheibe und bitte um Geld.

Fünf, vielleicht ist sie auch sechs Jahre alt, aber ihr Gesichtsausdruck ist der eines Erwachsenen. Eines Menschen, der schon viel in seinem Leben gesehen und erlebt hat; vielleicht zu viel. 

Wie oft habe ich solche und ähnliche Szenen in Indien und anderen Ländern schon gesehen….. Und doch berührt es mich immer wieder und auch wenn ich es besser weiß: ich würde jetzt gerne die Tür aufmachen und diesen Kindern zumindest ein paar Rupien geben. In der Hoffnung, dass sie sich davon doch etwas zu essen kaufen können und nicht einen Großteil an irgendeinen Bandenchef abgeben müssen.

Sriti rät natürlich davon ab: „Die meisten Kinder sind hier in solchen Netzwerken, man sollte ihnen wirklich besser nichts direkt geben und Organisationen wie Butterflies unterstützen, die den Kindern eine richtige Perspektive geben.“ Sie sagt, dass sie immer ein paar aussortierte Kleidungsstücke im Auto hat, die sie den Kindern gibt. „Aber eigentlich gibt es kein richtig und kein falsch. Ja, diese Kinder könnten in einer Bande sein und vielleicht müssen sie all ihr Geld an einen Bandenführer abgeben. Aber vielleicht wollen sie sich am Ende des Tages auch wirklich nur etwas zu Essen davon kaufen. Ob und was er gibt, muss jeder für sich selber entscheiden.“

Jahreszeitenwechsel in Delhi: Bevor in ein paar Wochen die Hitze diese Stadt in ihren Bann nehmen und in ein schwitzendes Moloch verwandeln wird, ist es jetzt erst einmal regnerisch und kühl. Wir fahren mit einer Kollegin vom Straßenkinderprojekt Butterflies durch die Stadt. Auf den Straßen bilden sich große Wasserpfützen, ein bisschen Monsunfeeling im Februar. Das Wetter lässt uns ab und an vergessen, dass wir in Indien sind.

„Wie würdest du denn den Kindern, die hier auf der Straße leben, helfen?“ fragt mich Sriti, sie arbeitet für Butterflies an einer neuen Studie über Straßenkinder in Delhi. Wir stehen im Stau an einer großen Kreuzung, vor meinem Fenster biegt sich ein hageres, kleines, unglaublich schönes Mädchen durch einen silbernen Reifen. Sie steht mit nackten Füßen in einer Pfütze, trägt einen dreckigen braunen Rock und eine kaputte rote Bluse. Sie vollführt ihr Kunststück immer und immer wieder und wird vom Trommelspiel eines kleinen Jungen begleitet. Ein drittes Kind klopft an unsere Scheibe und bitte um Geld. Fünf, vielleicht ist sie auch sechs Jahre alt, aber ihr Gesichtsausdruck ist der eines Erwachsenen. Eines Menschen, der schon viel in seinem Leben gesehen und erlebt hat; vielleicht zu viel.

Wie oft habe ich solche und ähnliche Szenen in Indien und anderen Ländern schon gesehen….. Und doch berührt es mich immer wieder und auch wenn ich es besser weiß: ich würde jetzt gerne die Tür aufmachen und diesen Kindern zumindest ein paar Rupien geben. In der Hoffnung, dass sie sich davon doch etwas zu essen kaufen können und nicht einen Großteil an irgendeinen Bandenchef ab geben müssen. Sriti rät natürlich davon ab: „Die meisten Kinder sind hier in solchen Netzwerken, man sollte ihnen wirklich besser nichts direkt geben und Organisationen wie Butterflies unterstützen, die den Kindern eine richtige Perspektive geben.“ Sie sagt, dass sie immer ein paar aussortierte Kleidungsstücke im Auto hat, die sie den Kindern gibt. „Aber eigentlich gibt es kein richtig und kein falsch. Ja, diese Kinder könnten in einer Bande sein und vielleicht müssen sie all ihr Geld an einen Bandenführer abgeben. Aber vielleicht wollen sie sich am Ende des Tages auch wirklich nur etwas zu Essen davon kaufen. Ob und was er gibt, muss jeder für sich selber entscheiden.“

Autor:

Daniela Singhal ist bei politischen Aktionen in der Hauptstadt vor Ort, trifft internationale Partner und ist im In- und Ausland für MISEREOR unterwegs.

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