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Gartenzeit – Kinderleid

Wer will schon seinen Garten auf Kosten von Kindern verschönern? Leider bleibt vielen Menschen in der Region Aachen nichts anderes übrig, wenn die Pflasterung der Einfahrt oder der neuen Sommerterrasse ansteht.

Was Pflastersteine und Kinderarbeit miteinander zu tun haben, darüber berichtete Ende Mai in Würselen/Nordrhein-Westfalen der Kinderarbeitsexperte Benjamin Pütter. Die drastischen Bilder von verletzten und an Steinstaub erkrankten indischen Kindern sowie deren Arbeitsbedingungen in indischen Steinbrüchen  ließen mich und die anderen Zuschauer des Vortrags erschauern. In vielen indischen Steinbrüchen müssen schon Kleinkinder mit schweren Hämmern in sengender Hitze Pflastersteine für deutsche Steinhändler per Hand zerkleinern, obwohl laut indischem Gesetz Kinderarbeit offiziell verboten ist.  Die Bilder von unabhängigen Beobachtern beweisen jedoch leider immer wieder das Gegenteil.

Seit einiger Zeit hat der deutsche Kunde aber die Wahl, fair gehandelte Steine zu kaufen. Unabhängige Siegel, z.B. XertifiX garantieren durch unangemeldete und unabhängige Kontrollen, dass Steine ohne Kinderarbeit hergestellt wurden.

Zum großen Unverständnis der Besucher des Vortrags zeigten sich einige anwesende Steinhändler sichtlich unbeeindruckt von dem Vortrag und versuchten sogar darüber hinweg zu täuschen, dass auch in den Steinbrüchen, aus dem sie ihre Steine beziehen, Kinder bei der Arbeit angetroffen wurden. Das arrogante und zynische Auftreten dieser Steinimporteure und –Händler empörte die Anwesenden zutiefst.

Unfassbar bleibt, dass diese Importeure ein unabhängiges Kontrollsiegel verweigern. Dadurch  lassen sie weiterhin Kinderarbeit  zu und bereichern sich auf deren Kosten. Ein Skandal!

Jeder Verbraucher informiert sich gerne mit Hilfe unabhängiger Testzeitungen über die Qualität von Produkten bevor er diese kauft und nur die wenigsten Menschen kaufen Produkte, nur weil der Produzent von sich selber behauptet, wie qualitativ hochwertig sein Produkt ist. Das sollte auch für  Steine gelten!

Wer seinen Garten verschönern will, der sollte nach zertifizierten Steinen fragen, die fast das gleiche kosten wie diejenigen, die von Kinderhand abgebaut wurden!

Der Verein XertifiX engagiert sich gegen ausbeuterische Kinder- und Sklavenarbeit in der Natursteinbranche. Das gleichnamige Gütesiegel zeichnet Natursteine aus Indien aus, die nachweislich ohne Kinder- und Sklavenarbeit produziert wurden. Hier geht es zur Website von Xertifix.

Artikel aus der Frankfurter Rundschau vom 12. Juni 2012: “ Grabsteine aus Kinderhand“ (Tobias Schwab)

Ausschnitt aus „Planet Wissen“ RBB vom 1.06.2011.

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Über den Autor: Jörg Paulus arbeitet für MISEREOR im Bereich Projektpartnerschaften und Spenderkontakte.

Autor:

Gast-Autoren im MISEREOR-Blog.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ich kann mich meinem Vorredner da nur anschließen. Gerade bei so etwas alltäglichem wie Steine, denken die meisten Menschen gar nicht an den Abbau und die Förderung der Steine. Bei Grabsteinen die aus Europa kommen, kann man sicher sein, dass sie nicht durch Kinderarbeit gefördert wurden. Bei Steinen aus Süd-Ost-Asien oder Indien kann man sich nicht sicher sein und sollte auf den Kauf verzichten.

  2. ja, Kinderarbeit bei importierten Grabsteinen ist leider immer noch ein Problem. Wir haben deshalb letztes Jahr zusammen mit Kollegen aus unserer Region die Initiative ‚ökologische Plus‘ gegründet. Das heißt, wir bieten Grabsteine in unterschiedlichsten Preisklassen an, die garantiert ohne Kinderarbeit aus heimischen Graniten hergestellt wurden.Viele dieser Grabsteine wurden von renommierten Künstlern entworfen und können europaweit unter […] (Link wurde nachträglich entfernt) bestellt werden.

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