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Mein Alltag bei PREDA auf den Philippinen

Seit über 4 Wochen bin ich jetzt auf den Philippinen und habe schon unglaublich viel erlebt! PREDA Foundation ist eine Organisation, die sich unter anderem für die Rechte von Kindern einsetzt. Es gibt ein Heim für die Mädchen, die häusliche Gewalt erlebt haben oder aus der Prostitution befreit wurden.

Über diese Brücke gehen wir übrigens bei der Medical Mission, um zu dem Dorf der indigenen Bevölkerung zu gelangen.

Über diese Brücke gehen wir übrigens bei der Medical Mission, um zu dem Dorf der indigenen Bevölkerung zu gelangen.

Die meisten Kinder sind Missbrauchsopfer und traumatisiert. Durch PREDA werden ihnen Therapien ermöglicht, die Täter müssen sich vor Gericht verantworten, die Mädchen können zur Schule gehen, lernen, dass sie geschätzt werden und ihren eigenen Willen und Rechte haben, Entscheidungen treffen dürfen und sie bekommen ein Stück ihrer Kindheit zurück. Desweitern gibt es das Boyshome, in dem Jungen leben, die im Konflikt mit dem Gesetz stehen. Einige dieser Jungen waren unschuldig im Gefängnis, andere hingegen haben wirklich Verbrechen begangen. Aber bei PREDA geht es nicht darum, diese Kinder zu verurteilen, sondern ihnen ihre Kindheit zurück zu geben und ihnen ein gutes Leben zu ermöglichen. Denn man darf nicht vergessen, dass das Umfeld, in dem diese Kinder aufgewaschen sind, voller Armut, Gewalt und Ungerechtigkeit war. Die Kinder mussten auf der Straße um ihr Überleben kämpfen. Sie sind also nicht nur Täter, sonder auch Opfer ihres Umfeldes geworden.

Unterstützung der indigenen Bevölkerung

Desweiteren unterstützt PREDA die indigene Bevölkerung, indem sie ihnen fairen Handel ermöglichen und Hilfe zu Selbsthilfe bietet. So bekommen sie unter anderem die finanziellen Mittel um Steinhäuser zu bauen, die auch Taifunen standhalten, und PREDA kauft ihnen die Fairtradeprodukte ab um diese dann weltweit weiter zu verkaufen. Es gibt eine Theatergruppe, die sehr eindrücklich die Geschichte vieler philippinische Kinder, die Opfer des Sextourismus und des Menschenhandels wurden, zeigt und eine weitere Aktion PREDAs ist Aufklärungsarbeit bezüglich Gewalt und Missbrauch zu leisten.

Arbeit im Girlshome

Hauptsächlich arbeite ich im Girlshome. Es gibt zehn Mädchen, die nicht zur Schule gehen, für diese machen wir vormittags die Non-Formal-Education bzw. unterstützen die Sozialarbeiterinnen dabei. Außerdem überlegen wir uns täglich Aktivität für die Mädchen. Wir basteln, singen und spielen viel zusammen, haben aber auch schon gebacken und die Mädchen versuchen mir täglich Tagalog (Amtssprache) beizubringen. Ab 17 Uhr kommen dann auch die anderen Mädchen von der Schule (insgesamt über 30). Allerdings gibt es für die Mädchen gerade unter der Woche abends einen recht engen Zeitplan, sodass wir sie zwar etwas begleiten können, selber aber keine weiteren Aktivitäten für alle Mädchen anbieten können. Dazu ist am Wochenende Zeit.

Da die meisten Mädchen wirklich Traumatisierendes erlebt haben, ist es natürlich wichtig, dass wir auch etwas über deren Vergangenheit erfahren um sie besser verstehen zu können. Daher haben wir die Möglichkeit, die Akten der Mädchen zu lesen, sie mit zu ihren Anhörungen vor Gericht zu begleiten und dabei zu sein, wenn sie ihre Familien besuchen.

Insgesamt sind die Mädchen auf den ersten Blick aber unglaublich offen und sehr fröhlich. Sie sind aufgedreht, lachen und singen viel und wollen einen gar nicht mehr los lassen. Es ist wirklich schön, diese Mädchen glücklich zu sehen und ihnen so etwas von ihrer Kindheit zurück geben zu können!

Es gibt immer etwas zu tun

Zweimal in der Woche haben die anderen Freiwilligen und ich außerdem unseren Sprachkurs um Tagalog zu lernen und es gibt fast jede Woche zusätzlich Aktionen, an denen wir auch teilnehmen können. So waren wir einmal bei einer Medical Mission dabei und haben geholfen Essen und Medikamente in einem indigenen Dorf zu verteilen, wir waren in Manila bei einer Anhörung und anschließendem Familienbesuch dabei, haben in Schulen Aufklärungsarbeit (Rechte der Kinder) geleistet und für drei Tage haben wir bei der Papaht Community (indigene Bevölkerung) gelebt und dort geholfen Häuser zu bauen, die auch Taifunen standhalten können, und Bäume zu pflanzen, da dieses Dorf unter anderem vom fairen Handel lebt.

Ich fühle mich unglaublich wohl hier!

Die Menschen sind super nett und lustig! Es wird viel gelacht, gesungen und getanzt! Etwas ungewohnt ist es aber noch immer, wenn man auf der Straße von ganz vielen Leuten angestarrt wird oder Komplimente zugerufen bekommt… um so schöner ist es, wenn fremde Menschen einen plötzlich ansprechen und fragen woher du kommst und was du auf den Philippinen machst, weil sie mitbekommen haben, dass du etwas ihre Sprache sprechen kannst. Solche Momente sind richtig schön! Die Menschen sind hier viel entspannter und gelassener. In Jeepneys, öffentliche Verkehrsmittel, sitzt man eng aneinandergedrückt, damit möglichst viele mitfahren können und das Geld für die Fahrt wird nach vorne durchgereicht. In den Städten sind unglaublich viele Menschen unterwegs, die Straßen sind immer voll, es ist laut und seit Anfang September kann man die erste Weihnachtsdeko finden.

Über die Brücke, die man auf dem Foto sehen kann, mussten wir übrigens bei der Medical Mission gehen um zu dem indigenen Dorf zu kommen.

Autor:

Mein Name ist Esther und ich bin ab September als Freiwillige bei PREDA auf den Philippinen.

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Esther,

    toll, dass Du Dich entschlossen hast als Freiwillige bei PREDA mitzuarbeiten.
    Herzlich willkommen im Kreis der Menschen, die PREDA von ganzem Herzen unterstützen.
    Unser Weltladen Teltow „Eine-Welt-Angebot“ informiert seit vielen Jahren über die Arbeit von PREDA. In diesem Jahr haben wir dies sogar in den Mittelpunkt unserer Öffentlichkeitsarbeit gestellt. Dazu haben wir ein eigenes UPCYCLING-Projekt auf den Weg gebracht. (http://www.utopia.de/blog/blog-weltladen-teltow-eine-welt)

    Gerne werden wir nun auch Deine Erlebnissen bei PREDA weiter erzählen.

    Viele Grüße aus Teltow

    Manuela Zellmann

  2. Hi Essi,

    ich habe deinen Blog jetzt schon öfter aufgerufen und immer wieder staune ich über diese Respekt einflößende Hängebrücke, die ihr überquert habt. Es ist interessant zu lesen, was du tust und wie es dich erfüllt. Ganz liebe Grüße

    Mama und Papa

  3. Liebe Ester,

    wir freuen uns, dass es Dir gefällt und Du so begeistert bist. In deinen Artikel kann man sich gut einfühlen und sich gut vorstellen was Du machst und wie dein Umfeld ist. Wir wünschen Dir weiterhin viel Freude bei deiner Arbeit. Es ist schön zu wissen, dass man mit kleinen Dingen die Menschen noch oder wieder glücklich machen kann.

    Viele Grüße aus Rodgau
    Marguerita

  4. Liebe Esther,

    vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht. Es ist schön zu wissen, dass du so begeistert bist, dich wohl und am richtigen Platz fühlst! Lern schön Tagalog und schreib weiterhin fleißig Berichte. Wir „Daheimgebliebene“ freuen uns immer sehr, von euch zu lesen und zu erfahren, was euch so bewegt.

    Liebe Grüße aus Aachen, Uta

    PS: Alle Achtung, über die Brücke hätte man mich tragen müssen …

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