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Kirche oder Tanzstudio?! – Gottesdienst in Sambia

Sonntagmorgen, die afrikanische Sonne brennt schon jetzt erbarmungslos vom Himmel. Wir sind mit Father Neil, einem unserer Mitbewohner, unterwegs auf dem Weg zu unserem ersten Gottesdienst auf Kaonde. Die Gottesdienste, die wir bisher besucht haben, waren bereits lauter, bunter  und fröhlicher als die deutschen, die ich gewohnt bin. Doch dieser Gottesdient hat alles in den Schatten gestellt.

wordl_gottesdienstWenige Minuten nach 10 Uhr betritt eine Gruppe von acht tanzenden Mädchen in traditionellen Chitenge -Röcken die Kirche. Diese Mädchen werden „Stellas“ genannt, die sich, begleitet vone einem 30-köpfigen Kirchenchor,  tanzend einen Weg durch die überfüllte Kirche bis zum Altar bahnen, gefolgt von Ministranten, Lektoren und schlussendlich Father Neil.

Am Altar angekommen, beginnt die Messe. Jasmin und ich verstehen lediglich das Wort „Amen“, alles andere ist unverständlich für unsere Ohren. Doch die Atmosphäre spricht für sich, der Chor füllt die Kirche mit traditionellen Gospelklängen, welche die ganze Gemeinde zum tanzen und mitsingen animiert. Ein gellender  Schrei durchdringt die Reihen. Ein Schrei, der Freude und Glück widerspiegelt (und mich sehr stark an einen Indianerschrei erinnert). Er wird „ululating“ genannt. Die Frauen der Gemeinde begleiten auf diese Art den Chor, was den Geräuschpegel in der bis zum letzten Platz besetzen Kirche zum Limit bringt.

Jasmin und ich wurden einfach uns unserer Bank gezogen, um bei einer Gabenprozession mitzuwirken. Wir waren so perplex, dass wir kein Widerwort einlegen konnten und mit den anderen Jugendlichen der Jugendgruppe nach draußen gedrängt wurden, um dann tanzend (!!) die Gaben zum Altar zu bringen.

Am Altar angekommen wurde ein Kreis um den Pfarrer gebildet und die Gaben wie Eier, Saft, Mehl, Waschmittel und Geld wurden dem  Pfarrer und den Ministranten überreicht. Anschließend begann die Menge zu tanzen, mitten im Getümmel der Pfarrer.

Zurück in unserer Bank konnte ich kaum fassen, was gerade passiert war: die tanzende, wogende, singende Menge erinnerte mehr an ein Tanzstudio als an eine Kirche. Das war wirklich ein Erlebnis für sich und ich kann es kaum erwarten zu erfahren,  wie die weiteren Sonntage hier aussehen werden!

Autor:

Mein Name ist Hannah, ich bin 19 Jahre alt und komme aus Stuttgart. Dieses Jahr habe ich mein Abitur an einem sozialwissenschaftlichen Gymnasium abgeschlossen. In meiner Freizeit spiele ich Querflöte und singe im Kirchenchor. In meiner Gemeinde St.Ottilia bin ich unter anderem als Oberministrantin aktiv. Meinen 10-monatigen Freiwilligendienst werde ich in Sambia leisten, wo ich in der Stadt Solwezi in einer Schule für HIV-Waisen und benachteiligte Jugendliche mitwirke. Ich freue mich schon sehr darauf, was mich in Sambia erwartet und bin besonders auf die lokalen Sprachen gespannt!

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hey Hannah,
    da kann ich mich Uta nur anschließen!
    Herrlich!!! Da wär ich gerne auch dabei gewesen 🙂
    Liebe Grüße,
    Nicole

  2. Liebe Hannah,

    hab heute am Nachmittag mal deine Autorenseite besucht.
    Spannend zu lesen 🙂
    Wir wünschen dir hier aus dem Remstal weiterhin Alles Gute,
    und viele neue Eindrücke !

    Stephan + Renate

  3. Liebe Hannah,

    ein bisschen mehr von dieser Atmosphäre wünsche ich mir bei unseren Gottesdiensten. Nur ein bisschen. Bei uns ist immer alles so steif und wirkt dadurch teilweise auch unpersönlich. Der Gottesdienst soll ja im Grunde auch eine Feier sein. Toll, dass ihr das jetzt mal so live miterleben könnt. Eine Erfahrung, um die ich euch beneide!

    LG, Uta

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