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Bangkok mal anders

Yim und Prae waren wie ich Austauschschüler in Ungarn. Thailändische Austauschschüler in Ungarn. Damals war für sie die europäische Kultur völlig neu und fremd. Diesen Samstag zeigten sie mir einen kleinen Teil ihrer Heimat, Bangkok. Ich lernte die Stadt durch andere Augen kennen.

Entfernungen spielen in Bangkok keine Rolle

Das große Wiedersehen fand an der BTS Station „Saphan Khwai“ statt. Dann ging es mit dem völlig überklimatisierten Skytrain einmal durch ganz Bangkok. Zeit, die wichtigsten „News“ auszutauschen. Neben uns rasten Hochhäuser, deren oberste Stockwerke man nur erahnen konnte, grüne Parks und riesen Einkaufszentren vorbei. Unser Ziel: „National Discovery Museum“. Ich war überrascht was für einen weiten Weg wir auf uns nahmen. Wir fuhren mit dem Skytrain bis zur Endstation, dann begleitet von einem tropischen Regenschauer ein Stück mit einer sehr kleinen Fähre und noch ein paar hundert Meter mit dem Tuktuk. Nur um innerhalb einer halben Stunde durch das gesamte Museum zu jagen.

Essen, essen, essen…

Next stop: Chinatown. Chinesische Werbeschriften. Chinesische Medizinläden. Chinesischer Schmuck. Ein Stück China mitten in Bangkok. So würde ein Tourist Chinatown wohl beschreiben. Für Prae ist Chinatown einfach nur ein „Essensparadies“. Schon am ersten Straßenstand kaufte sie eine riesige Tüte voller Leckereien. Kaum hatte Prae das Essen in der Hand, drehte sie sich schon ruckartig zu mir um und presste mir die frittierten Stückchen unter die Nase. „Try it!“. Jeder nahm einen Happen aus der Papiertüte und weiter ging es zum nächsten Stand. Und zum nächsten. Dann in ein chinesisches Restaurant. Noch mit den halbvollen Essenstüten in der Hand. Die Mädels bestellen drei verschiedene Gerichte. Yim und Prae schwärmten vor allem von den süßen „Salabpao“ . Natürlich musste ich diese auch probieren. Ich nahm mir ein Küchchen vom Teller und teilte es genüsslich in zwei Hälften. Die warme Füllung lief langsam aus dem Teig. Yim und Prae konnten die Augen nicht von dem „Salabpao“ wenden. Sie starrten mich geradezu an und verfolgten jede meiner Bewegungen mit ihren Blicken. Es war wie in einer Komödie. Ich steckte mir das Salapao in den Mund. Yim und Prae sahen mich erwartungsvoll an. „Aroi maag! Very delicous, but now I am really full!“ Was sollte man in dieser Situation denn auch anderes sagen? Naja, irgendwie war das trotzdem die falsche Antwort. Prae war entsetzt: „You are not allowed to be full. We are heading towards two or three more restaurants!“
Es war ein sehr langer Tag für mich und für meinen Bauch, aber es war auch ein sehr schöner Tag für mich, nicht für meinen Bauch.

Autor:

Meine Name ist Katrin und ich verbringe meinen Freiwilligendienst in Thailand. Dieses Jahr habe ich mein Abitur in Mannheim gemacht und freue mich jetzt schon sehr auf meinen Auslandseinsatz. Ich lebte bereits in Tansania und absolvierte ein Austauschjahr in Ungarn. Die asiatische Kultur konnte ich bisher allerdings noch nicht kennen lernen. Ich singe in einem Chor und spiele Klavier. Außerdem bin ich sehr sportbegeistert. Ich mache Leichtathletik bei der MTG Mannheim. "Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar." afrikanisches Sprichwort

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Katrin,

    hört sich nach einem gelungenen Tag an 🙂
    Wahrscheinlich hast du in Thailand schon fünf kg zugenommen. Aber da musst du wohl durch 😉
    Toll, dass du wieder zwei Freundinnen aus deiner Zeit in Ungarn getroffen hast. Das nenne ich mal interkulturellen Austausch!

  2. Liebe Katrin,

    das hört sich tatsächlich nach „Völlerei“ an. Aber auch sehr lecker. So einige andere wären wahrscheinlich froh, dass sie nur eine halbe Stunde ins Museum mussten und dann den restlichen Tag in Restaurants … :-))) Essen gehört halt zur Kultur. Da musst du durch!!!

    LG, Uta

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