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Hallo und Muraho! – Willkommen in Ruanda

Wir sind mittlerweile schon ca. 1 ½ Monate im wunderschönen Ruanda und es gefällt uns sehr gut hier. Das Projekt ist richtig spannend und auch die Verständigung klappt gut. Perfekte Ausgangssituation also, um sich einzuleben.

Ruanda - Hallo und Muraho (1)Da Greta in ihrem letzten Blogeintrag von unseren bisherigen Erlebnissen schon einiges erzählt hat, möchte ich nun daran anknüpfen. Wir beide sind momentan dabei, in die vielen verschiedenen Bereiche von Vision Jeunesse Nouvelle (VJN) hinein zu „schnuppern“, das heißt, jede Woche einen anderen Bereich anzuschauen. So haben wir mittlerweile einen guten Einblick in den Sport-, Kultur- und Bildungsbereich bekommen. In der letzten Woche haben wir uns im „Volet de la paix“ mit der Friedensarbeit von VJN vertraut gemacht, von der ich nun etwas berichten möchte.

Das „Volet de la paix“ veranstaltet das ganze Jahr über verschiedene Projekte, die den Frieden in der Region der Großen Seen sichern und voranbringen sollen. Diese Arbeit ist gerade hier in Gisenyi, direkt an der Grenze zum Kongo, sehr wichtig, da zwischen den Ruandern und Kongolesen sehr viele Vorurteile existieren. Im Friedensbereich versucht man also zum Beispiel, Ruander und Kongolesen zusammenzuführen, um somit die negativen Vorurteile abzubauen und Freundschaften zu schließen.

Gar nicht so anders als man denkt

Wortwolke - Ruanda - Hallo und MurahoDarum geht es auch im momentan laufenden Projekt „Tujenge Amani“, auf Deutsch „Lasst uns für den Frieden kämpfen“. Das Projekt läuft seit ca. sechs Wochen und dauert noch drei Wochen. Es steht gerade im Mittelpunkt der Arbeit im Friedensbereich. Ein bis zwei Mal pro Woche treffen sich Jugendliche aus Gisenyi (Ruanda) und Goma (Kongo), um in den drei verschiedenen Workshops zu musizieren, Theater zu spielen oder Sport zu treiben. So kommen sie sich näher und merken im Umgang miteinander, dass sie gar nicht so unterschiedlich sind wie sie dachten. Dabei entstehen viele Freundschaften.

Musik verbindet – Lieder für den Frieden

Greta und ich haben am letzten Freitag am Musikworkshop teilgenommen und durften uns gleichzu Anfang die drei selbst komponierten Lieder anhören, die in den letzten Wochen im Rahmen des Projektes in der Gruppe entstanden sind. Die Lieder handeln meist über Konflikte zwischen Ruandern und Kongolesen und appellieren an den Frieden. Wir beide waren sehr positiv überrascht, wie schön sich diese Lieder jetzt schon anhörten, die Refrains mindestens dreistimmig. An diesem Tag bestand die Aufgabe darin, den vierten und letzten Song zu schreiben. Für uns war es sehr spannend, diesen Prozess zu betrachten und mitzuarbeiten. Zuerst wurde ein Thema festgelegt, über das gesungen werden sollte. In diesem Fall waren es Liebesbeziehungen zwischen Ruandern und Kongolesen. Es sollte sich nun jeder Gedanken über das Thema machen und einige Zeilen darüber aufschreiben. Anschließend wurden alle Ideen vorgetragen und ein Text wurde dann zum Refrain ernannt. In Sekundenschnelle wurde eine passende Melodie dazu gefunden. Nach zweimaligem Singen hat sich dann auch schon eine zweite Stimme gefunden und ich war begeistert, wie schnell wir so einen schönen Refrain geschaffen hatten.

Vorurteile sind nur Vorurteile – nicht mehr

Ruanda - Hallo und Muraho (2)Anschließend ging es dann zum Mittagessen und ich habe sofort gemerkt, dass sich in den wenigen Wochen schon eine richtige Gemeinschaft mit vielen Freunden gebildet hat und allen Teilnehmern klargeworden ist, dass Vorurteile eben nur Vorurteile sind, aber mehr nicht! Nachmittags mussten dann noch die Strophen für unser neues Lied geschrieben werden. Dazu haben wir uns in Kleingruppen zusammengesetzt und nach Melodien für die restlichen Texte gesucht. Nach einiger Zeit haben wir das dann auch geschafft und die neuen Strophen zusammen in der Gruppe vorgesungen und eingeprobt.

Am Ende des Tages war ich wirklich sehr zufrieden mit dem, was wir alles geschafft haben und begeistert, dass wir an nur einem Tag so etwas schönes auf die Beine gebracht haben. Außerdem hat man wirklich gemerkt, mit wie viel Spaß die Gruppe den ganzen Tag über an der Sache war und wie viel man mit so einem relativ kleinen Projekt bewirken kann!

Die vier fertigen Lieder werden dann nächste Woche mit der ganzen Gruppe im Studio aufgenommen und anschließend veröffentlicht. Auf die Ergebnisse bin ich schon sehr gespannt. 🙂

Diese Woche geht es bei Greta und mir weiter im Bereich „wirtschaftliche Unterstützung“ und nach der Woche dürfen wir schließlich selbst entscheiden, in welchen Bereichen wir in Zukunft arbeiten möchten. Ich freue mich schon sehr auf die kommende Zeit, weil hier einfach jede Woche Spaß macht!

Bis bald,

euer David

Autor:

Mein Name ist David, ich bin 18 Jahre alt und komme aus Freiburg. In meiner Freizeit spiele ich sehr gerne Fußball, Gitarre und Trompete. Dieses Jahr habe ich mein Abitur abgeschlossen und beginne am 21. Juli meinen 10-monatigen Freiwilligendienst in Ruanda. In der Stadt Gisenyi werde ich im Projekt "Vision Jeunesse Nouvelle" arbeiten, welches sich um Sport-, Kultur- und Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche kümmert. Ich bin schon sehr gespannt auf die Zeit, die vor mir liegt und freue mich besonders auf die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen vor Ort.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Lieber David,

    Musik verbindet. Da ist wirklich etwas dran. Außerdem schafft Musizieren Gemeinschaft. Toll, dass alle soviel auf die Beine gestellt haben. Wenn die Songs aufgenommen wurden, möchte ich sie mir auf jeden Fall gerne anhören. Mehrstimmig!! Und da die Afrikaner Musik und Rhythmus im Blut und tolle Stimmen haben, bin ich sehr gespannt.

    LG aus Aachen, Uta

  2. super schöne idee von „volet de la paix“!! :). Berichtet dann mal für welchen Bereich ihr euch entschieden habt! 🙂

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