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Alternativer Nobelpreis für Basil Fernando

Polizisten verhaften willkürlich, Beamte foltern Gefangene, Richter verhängen die Todesstrafe: In vielen asiatischen Ländern werden – oft unter dem Vorwand der Terrorismusbekämpfung – die Menschenrechte verletzt.

Die Asian Human Rights Commission (AHRC) setzt sich seit rund 30 Jahren für die Opfer von Folter und Justizwillkür ein, schützt bedrohte Menschenrechtsaktivisten, macht mit Lobby- und Advocacyarbeit auf die Missstände aufmerksam und kämpft für die Reform der Strafrechtssysteme.

Seit 1994 steht Basil Fernando an der Spitze der Menschenrechtsorganisation. Zuerst als Geschäftsführer. Seit vier Jahren ist er „Director of Policy & Programmes“. Für seinen Einsatz erhielt er nun den Right Livelyhood Award – gemeinsam mit Edward Snowden, dem Herausgeber des Guardian, Alan Rusbridger, der Anwältin Asma Jahangir und dem Umweltaktivist Bill McKibben.

Seit 2001 unterstützt MISEREOR die Organisation, die in zwölf asiatischen Ländern arbeitet: Bangladesch, Pakistan, Myanmar, Kambodscha, China, Indonesien, Indien, Nepal, Südkorea, Sri Lanka, Thailand und die Philippinen.

Was es heißt, vom eigenen Staat verfolgt zu werden, weiß Basil Fernando aus eigener Erfahrung: Geboren 1944 im heutigen Sri Lanka, studierte er nach der Schule Jura und begann früh, sich politisch zu engagieren. 1989 wurde er auf die Todesliste gesetzt – und floh nach Hongkong. Hier ist auch der Sitz von AHRC.

Für Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit

„Es ist beeindruckend zu sehen, was AHRC in den vergangenen Jahrzehnten geleistet hat“, sagt Ulrich Füßer, Leiter der Abteilung Asien bei MISEREOR. „Basil Fernando und seine Organisation haben es geschafft, Bürger und Menschenrechtsorganisationen auf der Graswurzelebene mit Institutionen zusammen zu bringen, die sich für strukturelle Reformen einsetzen – bis hin zu Organisationen auf der internationalen Ebene. Dadurch können die Menschenrechtaktivisten den Druck auf die einzelnen Regierungen erhöhen.“ Gleichzeitig bildet AHRC Anwälte und Aktivisten aus und hilft Opfern von Folter und Misshandlungen mit psychologischer, medizinischer und juristischer Unterstützung und schützt bedrohte Aktivisten. Dafür haben Fernando und seine Kollegen ein „urgent appeals system“ entwickelt: Jedes Jahr gehen etwa 350 solcher „Dringlichkeitsappelle“ bei AHRC ein.

„Durch seinen unermüdlichen Einsatz hat Basil Fernando AHRC zu einem zentralen Akteur im Kampf um die Einhaltung der Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit in Asien gemacht“, betont Füßer.

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Autor:

Petra Kilian arbeitet im Berliner Büro von MISEREOR.

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