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Mes Patria – der Vaterlandsmonat in Mexiko

Der Monat September ist und war ganz besonders in Mexiko, da es der sogenannte „Mes Patria“ (der Vaterlandsmonat) ist. Das markante Event, das zu dieser Namensgebung geführt hat, ist der Unabhängigkeitstag am 16. September. Wie reichlich das hier gefeiert wird, werde ich im Folgenden erleuchten.

Anfänge der Unabhängigkeit: Dolores & Guanujuato

Mexiko feierte seine Unabhängigkeit am 16. September 1810, genauer gesagt in der Nacht vom 15. September auf den 16. September. Alles begann damals in Dolores, einem Ort in der Nähe des Bundestaates Guanajuato. Dort wurde die Glocke (Campanas de Dolores) geläutet, um den Beginn des Aufstands zu markieren. Heute wird diese Glocke, die jetzt im Nationalpalast in Mexiko-Stadt hängt, traditionellerweise jedes Jahr vom regierenden Präsidenten geläutet, somit in diesem Jahr von Enrique Peña Nieto. Ein Event, das maßlos überfüllt ist, aber nicht immer positiv wahrgenommen wird, je nachdem welcher Präsident gerade regiert. Videos dazu gibt es reichlich bei YouTube 😉 .

Danach hat man damals die „Alhóndigas de Granaditas“ gestürmt, einen Kornmarkt in der Stadt Guanajuato, Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates und Weltkulturerbe.

Alhóndigas de Granaditas

Alhóndigas de Granaditas

Ich denke, man kann das gut mit dem Sturm auf die Bastille damals in Frankreich vergleichen. Um diesen Tag auch wirklich so national wie möglich zu feiern, hat es mich auch zu einem Kurztrip nach Guanajuato geführt. Eine sehr schöne kleine Stadt, im Kolonialstil, und die mir wirklich sehr gut gefallen hat.

Kuriose Verwandlung

Abgesehen von diesem markanten Ereignis, verwandelt sich ganz Mexiko in den Farben der Nationalflagge, also Grün Weiß Rot. Diese Verwandlung kommt auch nicht zu kurz: überall werden Flaggen aufgehängt, zahlreiche Artikel, die wichtig sind für die Unabhängigkeitsfeier werden verkauft, Gebäude werden in den Farben erleuchtet etc. etc.

Turm in den Nationalfarben Mexikos

Turm in den Nationalfarben Mexikos

Doch das verrückteste, was ich tatsächlich erlebt habe, war ein Flugzeugt, dessen drei Lichter (an beiden Flügeln und in der Mitte) in ebendiesen Farben beleuchtet war 😀

Exkurs: Die mexikanische Nationalflagge

Der Legende nach sind die damaligen Azteken damals gewandert, um nach einer Bleibe zu suchen. Ihre Götter haben ihnen weisgesagt, sie sollen sich dort niederlassen, wo sich ein Adler, der auf einem Kaktus mit einer Schlange kämpft, befindet. Das konnten die Azteken im „Valle de Mexiko“ (Tal Mexikos = Mexiko Stadt) beobachten und somit haben sie sich dort niedergelassen. Die Aztekenhauptstadt Tenochtitlan wurde gegründet und der Adler auf dem Kaktus, kämpfend mit einer Schlange, ist seit einigen Jahrzenten ein wichtiges Symbol und wichtiger Bestandteil der mexikanischen Nationalflagge.

Mexikanische Flagge in Guanuajuato

Mexikanische Flagge in Guanuajuato

Das Nationalgericht

Das Nationalgericht ist übrigens „Chile en Nogada“ (Chile in Nüssen), das übrigens (natürlich!) auch in den Nationalfarben hergerichtet ist. Es besteht aus Poblano-Chile, das grün ist, mit einer weißen Walnusssauce und roten Granatapfelkernen als i-Tüpfelchen. Gefüllt ist dieser Chile mit Hackfleisch und Rosinen. Weltweit gibt es natürlich zahlreiche andere Variationen dazu, aber die Version, die ich probiert habe, war lecker genug! 🙂 .

Chile en Nogada

Chile en Nogada (Die Hälfte eines Chiles)

Naja, zum Glück fällt die Saison für diesen Poblano-Chile auch genau in den Vaterlandsmonat hinein 😉

Peña de Bernal & San Miguel de Allende

Andere wunderschöne Städte, die ich im selben Atemzug besucht habe, sind Bernal, im Bundesstaat Querétaro und San Miguel de Allende, im Bundesstaat Guanajuato. Letzteres ist auch von kolonialer Architektur geprägt und ebenfalls als Weltkulturerbe gekürt. Hauptattraktion in Bernal ist übrigens die „Pena de Bernal“, was meines Erachtens als Miniatur Version des Zuckerhutes in Brasilien nahe kommen könnte.

Autor:

Meine Name ist Kely, ich bin 22 Jahre jung und komme aus der schönen Rheinstadt Köln. Als Großstadtliebhaberin geht es für mich glücklicherweise in eine noch größere Stadt, nämlich Mexiko-Stadt. Dort werde ich 10 Monate in einer Menschenrechtsorganisation, namens "Centro Pro" mitarbeiten. Diese Organisation arbeitet fokussiert auf der nationalen Ebene und befasst sich umfassend mit den aktuellen Menschenrechtsthematiken in Mexiko. Nach meinem Bachelorstudium, das ich 2013 abgeschlossen habe, freue ich mich besonders darauf, meine theoretischen Erfahrungen in die Praxis umsetzen zu können und mein Spanisch wieder auf Vordermann zu bringen.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Kely
    Ich komme aus der Nähe von Koblenz, aus Dierdort um genau zu sein.
    Auch ich freue mich darauf, im nächsten Jahr wieder nach el DF zu kommen, aber dann mit einem One-Way-Ticket. Nicht direkt in die Stadt, sondern nach Tlalnepantla, nordwestlich der Basilica de Guadalupe.
    Eine Ergänzung zu den Farben:
    Grün bedeutet Unabhängigkeit oder Hoffnung
    Weiß bedeutet Religion oder kath. Kirche
    Rot bedeutet Einheit oder das Blut der Helden von 1821

    Ich wünsche dir einen schönen Aufenthalt, viel Erfolg mit eurer Arbeit und daß Du wieder gesund zum decke Pitter kommst.

    Liebe Grüße
    Hermann

  2. Liebe Kely,

    das Essen sieht richtig gut aus …:-))) Und wieder habe ich so einige dazu gelernt. Ich wusste nicht, dass es irgendwo einen „Vaterlandsmonat“ gibt. Tja, wir Deutschen haben dazu ja eher ein gespaltenes Verhältnis … Und was da so genau auf der mexikanischen Flagge drauf ist und wo das her kommt. Äh. Keine Ahnung. Bisher!!! Danke für die Infos und die schönen Fotos!

    LG aus Aachen, Uta

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