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Smalltalk in Timor

In Deutschland unterhält man sich über das Wetter, die Nachbarn und andere nebensächliche Dinge. In Timor-Leste kann man das natürlich auch machen, aber es gibt noch ein viel besseres Thema, nämlich Krokodile. Es gibt eine alte Geschichte, die besagt, dass die Insel Timor aus einem Krokodil entstanden ist.

Eine Krokodillagune

Eine Krokodillagune

Es war einmal ein kleiner Junge, der ein kleines Krokodil im Wasser sah, was noch nicht schwimmen konnte. Der Junge half dem Krokodil an den Strand, damit es nicht ertrinken musste. Das Krokodil war sehr dankbar und versprach dem Jungen zu helfen, wenn er Hilfe benötigen würde. Der Junge wurde älter und wünschte sich, mehr von der Welt zu sehen. Also ging er an den Strand und rief nach dem Krokodil. Zuerst wollte es den Jungen fressen, denn es war sehr hungrig. Aber die anderen Tiere sagten ihm, es dürfe ihn nicht fressen, weil der Junge ihm einst das Leben gerettet hat.

Krokodilspur im Sand

Krokodilspur im Sand

Der Junge bat das Krokodil auf seinem Rücken durch die Meere schwimmen zu dürfen und andere Länder zu sehen. Das Krokodil willigte ein und gemeinsam reisten sie viele Jahre durch die Welt. Eines Tages wurde das Krokodil müde und sagte, es werde bald sterben. Aber sein Körper werde sich in eine Insel verwandeln auf der der Junge mit seinen Kindern und Kindeskindern leben könne. Also suchten sie gemeinsam einen freien Platz in Meer mit warmen Wasser und viel Sonnenschein aus und das Krokodil konnte in Frieden sterben. Die Bevölkerung Osttimors ist sind die Nachkommen des Jungen, der das Krokodil gerettet hat. Deshalb gelten Krokodile als heilig, dürfen nicht getötet werden und sind überall allgegenwärtig. Leider auch in den schönsten Gewässern.

Krokodil-Klatsch und Tratsch

Hoffentlich hält die Brücke!

Hoffentlich hält die Brücke!

Natürlich erzählt einem jeder etwas anderes, doch es gibt immer wieder Bestandteile einer Geschichte, die sich überschneiden. In Baucau gibt es Portugiesen, die den Krokodilen auflauern und filmen. Ab und zu hört man, dass wieder ein Fischer oder ein Kind von einem Krokodil attackiert und gefressen wurde. Dann darf das Krokodil erschossen werden. Unsere Wochenendausflüge an den Strand können wir daher leider nicht in vollen Zügen genießen, ein bisschen unbehaglich ist einem schon zu Mute.

Krokodilsafari in Suai

Suai und generell die Südküste Osttimors ist besonders bekannt als Krokodilheimat. Deshalb haben wir uns bei unserer kleinen Timor-Rundreise die besten Plätze von einem deutschen Entwicklungshelfer dort zeigen lassen. Leider konnten wir uns aber nur in der Nachmittagshitze treffen und da war es auch den Krokos zu warm. Dennoch wollte niemand einen Kopfsprung oder noch nicht mal seine Füße in die trüben Lagunen halten. Auch nicht für 50 Cent!

Autor:

Maria

Meine Name ist Maria. Ich habe 2014/2015 einen Freiwilligendienst in Timor-Leste im CTID (Centro Treinamento Integral no Desenvolvimento) geleistet. Dort habe ich junge Frauen in Englisch und Sport unterrichtet.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Maria,

    was für eine schöne Geschichte. Ich hatte sie noch nicht gehört. Allerdings, wenn ich jetzt an einen schönen Strand in Timor-Leste käme, wäre es mir lieber, der Junge hätte eine große Schildkröte gerettet … :-))) Da kann ich deine Bedenken total gut verstehen. Über diese Brücke wäre ich auch nur gegangen, wenn es unbedingt hätte sein müssen!!!

    LG auch Aachen, Uta

  2. Wie schön 🙂
    Es ist jetzt ein dreiviertel Jahr her, da hab ich die Geschichte in ähnlicher Fassung von eurer Vorgängerin Lina gehört. Es freut mich grade sehr, darüber einen Blogeintrag zu lesen und weckt Erinnerungen von unserem Zwischenseminar.
    Ich finde es wunderbar, wie sehr man auf Timor die Natur schätzt und mit ihr lebt. Da können wir uns mal ne Scheibe von abschneiden!

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