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Hagupit aus Olongapo

Nach den vielen schrecklichen Bildern in den deutschen Medien, die die Verwüstungen des Taifuns Hagupit, oder Ruby, wie er auf den Philippinen genannt wird, melden wir, die Freiwilligen vor Ort, uns nun mit einem Blogeintrag zurück: Bei uns ist alles ok.

Als uns die Nachrichten über den Taifun erreichten, waren wir gerade in Hong Kong. Die Visasituation auf den Philippinen ist sehr kompliziert, deswegen müssen wir alle zwei Monate aus- und wieder einreisen, um unseren Aufenthalt zu verlängern. Von einer weiteren Freiwilligen, die auch im Moment bei Preda ist, wurde uns von Taifun Ruby erzählt. Da wir selbst die Bilder des Supertaifuns Haiyan (hier Yolanda geannt) noch im Kopf hatten, waren wir von Anfang an ein bisschen beunruhigt. Die Tatsache, dass wir nicht vor Ort sein konnten, um zu sehen, inwiefern der Taifun Auswirkungen auf unsere „Heimat“ hat, machte uns zu schaffen.

Während unserer Zeit in Hong Kong versuchten wir immer auf dem Laufenden zu bleiben, was die Situation auf den Philippinen anging. Als wir dann von den ersten gestrichenen Flügen unserer Fluggesellschaft hörten, begannen wir uns Sorgen zu machen, was unsere Rückkehr angeht. Wir hatten das Gefühl, dass es wahrscheinlich sicherer für uns wäre, in Hong Kong zu bleiben, wenn es so weit gekommen wäre, dass auch unsere Flüge gestrichen worden wären. Aber andererseits wollten wir lieber daheim sein, falls dort irgendetwas passiert. Aus Deutschland erhielten wir schon die ersten Nachrichten von besorgten Freunden und Verwandten, die von dem Taifun gehört hatten. Auch mit Misereor standen wir in engem Kontakt. Wir konnten die Sorge von Anna und Regina, unseren beiden Koordinatorinnen, spüren und fühlten uns sehr gut aufgehoben.

Unsere Rückkehr auf die Philippinen war dann im Endeffekt kein Problem und wir erreichten Olongapo wie geplant Samstagnacht. Durch die Nachrichten wussten wir bereits, dass der Taifun eigentlich Samstagmittag in Manila hätte eintreffen sollen. Zu diesem Zeitpunkt war Sturmsignal 1 angesagt. Da Ruby jedoch immer langsamer wurde, war bei unserer Ankunft noch nichts zu spüren. Durch Bekannte in Manila erfuhren wir auch, dass der Taifun dort noch nicht angekommen war, jedoch weiterhin erwartet wurde.

Bis Montag spürten wir weder etwas von dem Taifun noch von dem Sturmsignal 1, doch dann fing es an zu regnen. Gottseidank jedoch nicht so stark wie erwartet. In den ersten zwei Monaten hier hatten wir  schon die eine oder andere Sturmwarnung erlebt, bei der es um einiges extremer zuging. In der Nacht auf Dienstag wachten wir dann doch von dem Sturm auf, der an unseren Fenstern rüttelte und wir erwarteten, dass der nächste Tag wohl schlimmer werden würde. Dienstagmorgen war es aber auch schon wieder vorbei und das einzige, was übrig blieb, waren einige Pfützen. Also, wir können alle daheim beruhigen, uns geht es gut! 🙂

Wir standen auch im Kontakt mit anderen Freiwilligen im Süden der Philippinen. Sie erzählten uns von den Vorkehrungen, die dort getroffen wurden. Viele Menschen wurden evakuiert, speziell die Küstenregionen. Sie selbst kamen im Haus eines Bischofs unter, der Fenster und Türen mit Brettern vernagelte. Diese Maßnahmen wären aber anscheinend im Endeffekt nicht nötig gewesen.

Im Nachhinein haben wir das Gefühl, dass die Philippinen mittlerweile um einiges besser auf eine Taifunwarnung reagieren konnten, als im vergangenen Jahr. Die meisten Menschen wurden rechtzeitig evakuiert und es gab „nur“ etwa 25 Tote zu beklagen, was ein gewaltiger Unterschied ist zu den 6340 vom letzten Jahr. Und wir sind mächtig froh darüber!

Autor:

Meine Name ist Anna und ich bin 18 Jahre alt. Ich komme aus Regensburg, wo ich im Juni mein Abitur abgeschlossen habe. Ab August werde ich ein FSJ in Olongapo auf den Philippinen beginnen. Ich werde dort bei der Menschenrechtsorganisation Preda arbeiten, welche sich vor allem für Kinder einsetzt, diesen aus Missbrauchssituationen hilft und versucht ihnen neue Perspektiven zu vermitteln. Meine Freizeit in Deutschland verbringe ich gerne mit meinen Freunden und meiner Familie. Außerdem musiziere ich gerne, ich singe, spiele Saxophon und Ukulele. Durch mein Engagement bei den Pfadfindern und bei der Jugendarbeit unserer Kirche habe ich schon viel mit Kindern zu tun gehabt. Ich freue mich sehr darauf diese Erfahrungen auf den Philippinen einzubringen und auch darauf, dort viele neue zu sammeln.

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Anna,

    wir sind alle sehr froh, dass es euch gut geht und vor allem auch darüber, dass der Taifun nicht so schlimm wie befürchtet geworden ist. Gut zu hören, dass jetzt bessere Vorkehrungen getroffen werden. Was mich wieder (negativ) beeindruckt, ist, wie sehr die Sache hier von den Medien gepusht wurde. Neue Katastrophenbilder im Anmarsch. Alle aufpassen, damit man bloß keine Sensation verpasst. Traurig …

    Liebe Grüße aus Aachen. Hier schüttet es leider auch …

    Uta

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