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Thailand: The King´s Birthday

Dies war erst der Anfang..die Müllberge werden noch wachsen

Dies war erst der Anfang..die Müllberge werden noch wachsen…

Muttertag und Vatertag fällt in Thailand auf den gleichen Tag mit dem Geburtstag der Königin und dem Geburtstag des Königs. Der König Thailands hat am 5. Dezember Geburtstag und somit ist der 5. Dezember Feiertag.

Zum Anlass der Feier kleideten sich die meisten Thais an diesem Tag in gelber Farbe, die Farbe des Königs. Vor dem Grand Palace wimmelte es nur so von gelben Männchen. Es sah schon recht lustig aus. Viel lustiger war aber, dass direkt vor dem Grandpalace gratis Essen, Trinken, Thaiboxen und Haare schneiden angeboten wurde. Dementsprechend voll war es dort auch. Es herrschte in schreckliches Gedränge. Man konnte kaum einen Fuß vor den anderen setzen. Und obwohl ich für die Toilette zum nächsten Tempel lief, musste ich eine dreiviertel Stunde anstehen, bis ich in den kleinen, völlig überfluteten Raum durfte. Viel schrecklicher alles die Menschenmenge war aber der gesamte Müll, welcher durch das kostenlose Essen entstand. Schon nach wenigen Stunden türmten sich am Wegesrand und auf der Wiese vor dem Grand Palace Berge mit Pappschüsseln, halb vollen Plastikbechern oder auch Haaren…

Es fühlte sich an, als ob ich in Alladins Welt gelandet wäre

Nichtsdestotrotz war es ein Muss dort gewesen zu sein. Auf dem Platz vor dem Grandpalace war eine große Bühne aufgebaut. Es wurden Theaterstücke und traditionelle Tänze aufgeführt. Alles glitzerte und leuchtete, es war sehr festlich. Selbst reich geschmückte Elefanten wurden über den Platz geritten. Neben den Essensständen, gab es auch viele kleine Ausstellungen. Alle veranschaulichten die grandiose Arbeit des Königs.

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Nicht nur irgendein König…

Die Thailänder lieben ihren König abgöttisch.Vor jedem Kinofilm beispielsweise müssen alle Gäste aufstehen. Es wird das Königslied gespielt, während auf der Leinwand Bilder der Taten des Königs gezeigt werden. Thailänder lieben nicht nur ihren König, sondern auch ihr Land. Zweimal am Tag, um 8 Uhr morgens und um 18 Uhr abends wird die Nationalhymne an allen öffentlichen Plätzen gespielt. Während die Nationalhymne gespielt wird, sollte man ebenfalls stehen bleiben. Egal,was man gerade macht. Ob man dann dadurch den Bus verpasst, oder mitten in seiner Box-Übung inne halten muss, spielt keine Rolle. Am unterhaltsamsten ist es sich zu dieser Zeit in den Parks aufzuhalten. Plötzlich verharren alle Jogger, Fußballer und Cheerleader in ihrer Bewegung.

Gänsehautmoment

Auch am 5. Dezember wurden die Nationalhymne und das Königslied gespielt. Ich schaute zu dieser Zeit beim „Muay Thai“ – Boxen zu. Malaysia hatte gerade gegen Australien verloren. Nach dem Kampf wurden an alle Gäste kleine gelbe Kerzen verteilt. Auch alle Boxer, die sich zusammen in den Ring quetschen mussten bekamen eine Kerze. Ja, und dann passierte erst einmal nichts. Genauer genommen warteten wir eine dreiviertel Stunde. Ich weiß bis heute nicht genau, worauf wir warteten. Nach einer dreiviertel Stunde jedenfalls durften wir die Kerzen anzünden und es wurde das Königslied angestimmt. Dies war ein Gänsehaut-Moment. Tausende Menschen sangen gemeinsam, ansonsten war es rundherum mucksmäusschen still. Zum Abschluss wurde noch ein großes Feuerwerk veranstaltet.

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Autor:

Meine Name ist Katrin und ich verbringe meinen Freiwilligendienst in Thailand. Dieses Jahr habe ich mein Abitur in Mannheim gemacht und freue mich jetzt schon sehr auf meinen Auslandseinsatz. Ich lebte bereits in Tansania und absolvierte ein Austauschjahr in Ungarn. Die asiatische Kultur konnte ich bisher allerdings noch nicht kennen lernen. Ich singe in einem Chor und spiele Klavier. Außerdem bin ich sehr sportbegeistert. Ich mache Leichtathletik bei der MTG Mannheim. "Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar." afrikanisches Sprichwort

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo,
    vielen Dank für eure Kommentare. Zu welchen Themen der Geburtstag des Königs doch führen kann. ..Sehr spannend. Da hab ich jetzt aber doch einmal ein paar wenige Fragen.
    Liebe Uta, du schreibst, dass es ein großer Unterschied ist, ob die Menschen singen und inne halten, weil sie es möchten oder weil sie es müssen. Ich denke dieser Unterschied ist riesengroß. Ich verstehe allerdings noch nicht genau in welchem Bezug du das meinst. Kannst du dich nochmal genauer erklären?
    Lieber Tanzaniaboy, wie genau läuft denn diese Verehrung bei den Korowai ab? Kann diese Verehrung auch negative Folgen haben?

    Freue mich auf eure Antworten!

  2. Gratisessen und –trinken in Deutschland an Angela Merkel’s Geburtstag… schöne Vorstellung:D
    Katrin hat doch geschrieben, dass Mutter- bzw. Vatertag mit den Geburtstagen von Königin und König zusammenfallen.

    Scheint ein tolles Erlebnis gewesen zu sein. Trotzdem bin ich froh, dass es so eine Art „göttliche“ Verehrung hier nicht gibt. Die Vergangenheit zeigt uns allen, zu was so etwas führen kann.
    Mir ist so eine Art von Verehrung begegnet, als ich 2006 für zwei Monate mit Paul Raffaele auf Papua-Neuguinea war, um den Kannibalismus unter den Korowai zu erforschen. Hierbei handelte es sich allerdings um die Verehrung/Anbetung von verstorbenen Familienmitgliedern.

    Schön, dass du mal wieder etwas von dir hast hören lassen.

  3. Ich wusste ja gar nicht, dass vor dem Grand Palace so eine Party abgeht. Klingt super! Man sollte wohl noch anmerken, dass an diesem Tag in Thailand Alkoholausschank verboten ist. Zumindest offiziell….
    Ich glaub ich war damals in der Oper, habe „das Leben des Buddha“ geschaut. Allein dabei wurde 4 mal die Hymne gesungen und jeder bekam gelbe Fahnen mit denen wir wedeln durften.
    Für die 18h Hymne würde ich übrigens den Skywalk am Victory Monument empfehlen, wenn zur Rushhour alle zu den unzähligen Bussen und zur Skytrain hetzen und dann auf einmal wie angewurzelt stehen bleiben;)
    Übrigens: Der Königstag ist auch Vatertag in Thailand, so wie der Geburtstag der Königin Muttertag ist.

  4. Liebe Kathrin,
    diese Art der Verehrung kennen wir hier absolut überhaupt nicht mehr. Die Generationen vor uns natürlich schon. Aber es gibt hier auch nicht mehr diese Verbundenheit, die dahinter steckt. Die Menschen singen und halten inne, weil sie das möchten, nicht, weil sie es müssen. Ein großer Unterschied. Ich wäre gerne dabei gewesen. Nicht bei den Müll- und Haarbergen. Aber der Elefant sieht super aus und auch die großen rosa Schwäne … :-))))

    Liebe Grüße aus dem grauen Aachen (Ich wäre froh für ein bisschen pink …), Uta

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