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Sambia: Traditionen und Wasserfälle

Wie im lezten Beitrag nachzulesen, sind Samuel und ich also endlich in Solwezi angekommen. Am ersten Wochenende haben wir schon einiges erlebt: Wie man hier einen lokalen Chief ehrt und welche Sehenswürdigkeiten es in Solwezi gibt, lest ihr hier.

Traditional Ceremony

Traditionelle Zeremonie zu Ehren des Chiefs

Am ersten Morgen nach unserer abendlichen Ankunft werden wir von Sister Charity abgeholt und außerhalb der Stadt zu einer traditionellen Zeremonie zu Ehren eines lokalen Chiefs gefahren. Die Feier findet in einer großen, viereckigen Arena statt, deren äußerer Ring überdacht und mit Sitzplätzen versehen ist. An die 2000 Menschen sind anwesend. Viele Leute sind in traditionelle Gewänder gekleidet, es gibt Tanzaufführungen und Musik. Als der Chief eintrifft, wird zunächst ein vermutlich ehemals roter Teppich ausgerollt, über den der Chief in einem Wagen vorgefahren wird. Es gibt Salutschüsse, Reden und Gebete in Kaonde und Englisch, die jeweils übersetzt werden. Zwischendurch wird Fleisch verteilt.

Danach fahren wir weiter zu den „Mutanda Falls“, einem idyllischen Gebiet aus vielen kleinen Wasserfällen und Grünflächen, eine richtige Oase im sonst so staubigen Solwezi. Ein Mann springt kopfüber in die kühle Erfrischung, ein anderer wäscht das Fell eines Tieres. Kinder klettern waghalsig über glitschige Baumstämme und fordern uns auf, es ihnen gleich zu tun, wodurch wir noch ein paar andere wunderschöne Flecken zu sehen bekommen. Als Weiße werden wir vom Aufseher aufgefordert, um einiges mehr zu zahlen als die Einwohner, was vom Gesetzgeber wohl durchaus so vorgesehen ist. Jedoch hat er die Rechnung ohne Sister Charity gemacht, die enormes Verhandlungsgeschick beweist, indem sie uns energisch als ihre Kinder bezeichnet.

Mit Sister Charity bei den Mutanda Falls

Mit Sister Charity bei den Mutanda Falls

Am nächsten Tag besuchen wir die Sonntagsmesse auf Englisch. Es gibt einen großartigen, lauten Chor, die Gemeinde singt nur bei bestimmten Liedern mit, meist in der Sprache Bemba, und es wird viel getanzt. So ist die fast zweistündige Messe sehr kurzweilig, obwohl wir von der frei vorgetragenen und vom Pastor mit Schauspieleinlagen versehenen Predigt nur wenig verstehen, da wir uns noch an den starken afrikanischen Akzent gewöhnen müssen. Im Verlauf der Messe werden einige Gaben für die Priester gebracht, u.a. lebendige Hühner, Getränkekisten und natürlich Maismehl. Wir entdecken einen weiteren deutschen Freiwilligen, Andreas, der mit einer anderen Organisation ein Jahr in Solwezi verbracht hat und bald ausreist. Mit ihm haben wir später eine interessante Unterhaltung. Er gibt uns einige nützliche Tipps, z.B. wie viel eine Fahrt mit einem Minibus kostet, und verspricht, uns am nächsten Tag den Markt zu zeigen. Anschließend gucken wir bei der Zubereitung des Mittagessens zu und sehen dabei das erste Mal, wie ein Fisch entschuppt, halbiert, ausgenommen und in der Pfanne gebraten wird. Sehr lecker!

Ananasplantage

Ananasplantage

Glücklicherweise verlängert sich das Wochenende durch den „Farmer’s Day“ am Montag, einem Feiertag, an dem wir zunächst mit Andreas das erste Mal mit einem Minibus zum riesigen, bunten Markt fahren und durch die vielen engen Gassen irren. Mann kann wirklich alles kaufen. Wir sehen sogar einen Laden, der anbietet, gesperrte Smartphones zu entsperren. Am späten Nachmittag besichtigen wir mit Sister Charity am „Monument“ alte Felsmalereien und besuchen danach einen Bauern auf seiner Farm . Er hat eine große Ananasplantage und Bananenstauden und wir bekommen einen ganzen Sack Bananen geschenkt. Sie sind klein und unglaublich aromatisch, ganz anders als in Deutschland, wie so vieles hier.

Autor:

Mein Name ist Leo Krämer, ich bin achtzehn Jahre alt und komme aus Bonn. In meiner Freizeit spiele ich gerne Trompete und es freut mich ganz besonders, dass ich sie nach Sambia mitnehmen konnte. Diesen Sommer habe ich mein Abitur absolviert. Von Ende Juli 2015 bis Juni 2016 lebe ich über MISEREOR und den entwicklungspolitischen Freiwilligendienst „weltwärts“ in der Hauptstadt der Nordwestprovinz Sambias, Solwezi. In diesen zehn Monaten unterrichte ich benachteiligte Kinder, gebe Computerkurse, bereite Unterrichtsgespräche über Themen wie HIV/Aids, Kinderrechte und Hygiene vor und unterstütze verschiedene andere Programme und Aktionstage vor Ort.

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Vielen Dank, es freut mich, dass Euch der Blog gefällt. Mir geht es hier wirklich gut, demnächst werde ich auch mal ein wenig von meiner alltäglichen Arbeit beschreiben.
    Liebe Grüße zurück von Leo

  2. Lieber Leo,
    es macht totalen Spaß deinem Blog zu folgen. Interessant, informativ mit einer Prise deines Humors.
    Es freut uns, dass es dir dort gefällt und du offensichtlich gut klar kommst.
    Ganz liebe Grüße von Susanne und Herbert

  3. Liebe Uta, der Chief war tatsächlich auch traditionell gekleidet, in ein langes, buntes Gewand mit einem Hut.
    Grüße zurück aus dem immer heißer werdenden Solwezi!

  4. Lieber Leo,
    wieder ein schöner Beitrag von dir. Toll, dass wir eure ersten Erlebnisse miterleben dürfen. War der Chief denn auch traditionell gekleidet? Das würde mich noch interessieren. Und dann: Ich weiß gar nicht, was das hast. Man sieht doch auf den ersten Blick, dass ihr beide Sister Charity wie aus dem Gesicht geschnitten seid … :-)))) Die Wasserfälle sehen toll aus. Schade, die hat Regina und mir damals keiner gezeigt …
    Liebe Grüße aus Aachen, Uta

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