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Leben in zwei Welten

Lieber morgens eine richtige Dusche mit einem heiß/kalt Wasserregulator oder doch abends der Eimer Wasser aus dem Fluss?

Diese Frage stelle ich mir einmal pro Woche immer an dem Tag, an dem wir uns morgens auf den Weg in die Flüchtlingscamps „Mae La Oon“ und „Mae La Ma Luang“ machen. Da sie ziemlich tief im Dschungel liegen, dauert die Fahrt meist drei/vier Stunden und wir bleiben dort dann für drei Tage.

Lunchpause auf dem Weg in die Camps

Lunchpause auf dem Weg in die Camps

Inzwischen habe ich mich an die „zwei Welten“ gewohnt, zwischen denen man jede Woche hin und her zischt. Während unserer Aufenthalte in den Camps schlafen wir zusammen mit den anderen COERR Mitarbeitern in einem Holzhaus. Wenn wir ankommen wird zuerst der Boden gewischt, da es nach Rattenkot stinkt. Dann werden die dünnen Matten und die Schlafsäcke ausgelegt und darüber die Moskitonetze gespannt.
Spinnen, Geckos, Kakerlaken, Salamander, Moskitos… das sind unsere neuen Mitbewohner.
Es wird zusammen gekocht und anschließend essen alle in einem Kreis auf dem Boden sitzend gemeinsam. Danach wird meist Gitarre gespielt, gesungen und sich unterhalten. Da die Camps soweit außerhalb liegen, gibt es dort keinen Handyempfang und wir besitzen auch keine Steckdosen oder andere technische Geräte – braucht man aber auch nicht!

Ich habe mir allerdings angewohnt eben meiner Familie zu schreiben, wann wir in die Camps aufbrechen, da wir während des Bombenanschlages in Bangkok für drei Tage nicht erreichbar waren, und es schon vorkommen kann, dass wir uns auf Grund von COERR Meetings in größeren thailändischen Städten aufhalten.

Zurück in Mae Sariang arbeitet wir dann die anderen Tage am PC und aktualisieren die Dokumente der über 25000 Flüchtlinge, die alleine in diesen beiden Camps untergebracht sind.
In der restlichen Zeit machen wir uns Gedanken darüber, wie wir das „CFS – Child Friendly Space“, in dem wir in der Zeit in dem Camps tätig sind, gestalten können, um es für die Kinder angenehmer dort zumachen. Zum Beispiel haben wir letzte Woche angefangen, die Räumlichkeiten zu streichen und neue Spielsachen in die Regale geräumt. Außerdem haben wir eine Bestellung mit Materialen aufgeben, die wir für Aktivitäten gebrauchen können, die wir mit den Kindern in Zukunft machen werden. Zum Beispiel Instrumente selber basteln, oder Traumfänger und Freundschaftsbänder für die Mädchen.
Habt ihr noch weitere Ideen? Darüber würden wir uns sehr freuen!

das CFS im Mae la Ma Luang Camp

das CFS im Mae la Ma Luang Camp

Autor:

Ich bin 18 Jahre, kommt aus Ennepetal in Nordrhein-Westfalen und arbeitet bei der Organisation COERR in Thailand. Ich finde, dass jeder versuchen sollte, sich auf die eine oder andere Art für andere/benachteiligte Menschen einzusetzen. Der Freiwilligendienst stellt für mich eine Gelegenheit dar, um genau dies zutun und dabei auch noch mich selber und eine andere Kultur besser kennenzulernen.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Lydia,
    sich einen Eimer kaltes Wasser über den Kopf zu schütten, das ist echt fies. Sind wir ja auch null gewöhnt. Ziehe ich allerdings dem Kriechzeugs, das du da beschreibst, eindeutig vor :-))) Das Essen sieht total lecker aus, darum beneide ich euch. Und die Wand ist auch schon super gestrichen. Tolle Erfahrungen für die erste Wohnung!!!
    LG aus dem Büro, Uta

  2. Sawasdee kha Lydia,
    sabai dee mai kha? Danke für deinen Bericht, schön aus Mae Sariang zu hören. Die Camps liegen wirklich im nowhere, aber schön wenn ihr euch zu zweit damit gut arrangiert. Ich glaube, dann merkt man manchmal wie viele Luxusgegenstände eigentlich nicht nötig sind und wie viel die Menschen ausmachen. Euer Thai wird bestimmt auch super!
    Liebe Grüße an K’Chumpol,
    Katha
    P.S.: Ich bin ja schon ziemlich neidisch auf euer Thaifood…aroi mak mak;)

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