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Ist der Lieblingsmais der Philippinos noch zu retten?

Gentechnische Verunreinigung der Speisemaissorte „sige sige“ entdeckt!

1-GMO-CornIn den Philippinen ist Mais eine wichtige Nahrungspflanze, vor allem in den Regionen, in denen Reis nicht so gut wächst. Über Generationen haben die Bauerngemeinschaften weiße Maissorten entwickelt, die sehr stärkehaltig sind und jedes Jahr wieder ausgesät werden können. Deshalb wird der weiße Mais auch „sige sige“ genannt – „immer wieder“.

Diese lokale Sorte ist jetzt in Gefahr! Die Misereor-Partnerorganisation Masipag hat in einer Studie in der Provinz Mindanao die Verunreinigung der „sige sige“-Sorten mit gentechnisch verändertem Mais festgestellt. Eine ähnliche Studie von Greenpeace kam zu den gleichen Ergebnissen. Dies hat zu viel Empörung in der südphilippinischen Stadt Davao geführt.

Schon seit vielen Jahren ist der Anbau von gentechnisch veränderten Maissorten in den Philippinen erlaubt. Es handelt sich um gelbe Futtermaissorten, die verträglich für das Herbizid „Round Up Ready“ sind –Sorten also, die für die chemische Landwirtschaft entwickelt wurden, aber in der nachhaltigen Landwirtschaft keinen Nutzen bringen.

Viele Bauerngruppen hatten sich Anfang der 2000er massiv gegen die Testfelder mit Genmais gewehrt, wie sie es jetzt gegen die Testfelder mit gentechnisch verändertem Reis tun. Nur in einigen Landkreisen konnten sie aber Anbauverbote bewirken, so dass Flächen mit gelbem Genmais auf dem Vormarsch sind.

Aber auch auf dem Vormarsch ist die ökologische Landwirtschaft, denn Masipag und andere Bauernorganisationen konnten die Regierung überzeugen, die alternative Landwirtschaft zu fördern, und viele Landkreise wie Davao und auch einige Provinzen haben sich der ökologischen Anbauweise verschrieben.Protest Davao

Die 35.000 Masipag-Bauern beweisen Jahr um Jahr auf ihren Feldern und Farmen, wie viel besser der Ökoanbau für sie ist: weniger Kosten, sichere gute Erträge, gesunde Felder, vielfältige Nahrung für die Familie, gute Einkommen und weniger Schulden – dies konnte auch in einer von Misereor unterstützten Wirkungsstudie nachgewiesen werden. Die Stärke von Masipag: die Bauernorganisation hat ein eigenes Pflanzenzüchtungsprogramm auf die Beine gestellt. Die Masipag-Reissorten in ökologischer Anbauweise sind den Hochertragssorten des internationalen Reisforschungsinstituts IRRI, die mit Kunstdüngern angebaut werden, ebenbürtig – eine Sensation, denn oft können Biobetriebe in den ersten Jahren zwar günstiger produzieren, haben jedoch Ertragseinbußen.

Dies ist auch ein Problem beim Mais, der sehr gut auf chemische Düngergaben anspricht. Für arme Kleinbauern sind die Risiken der chemischen Landwirtschaften in Zeiten des Klimawandels jedoch nicht mehr zu tragen, denn Missernten führen zu einer hohen Verschuldung bis hin zum Verlust der Existenzgrundlage. Deshalb ist es für Masipag so wichtig, gute Maissorten zu züchten, die in der organischen Landwirtschaft erfolgreich sind.

Leider sind die Erfolge hier nicht so groß wie beim Reis, denn die Verwendung von Genmais ist eine große Gefahr für die Biosorten. Da der Mais über den Wind bestäubt wird, kann der Genmais die Ökosorten leicht verunreinigen. Um das zu vermeiden, wählen die Masipag-Maiszüchterinnen Sorten für späteren Anbau, der zwar weniger ertragreich ist, aber zumindest die Chance bietet, der Gensorten-Verschmutzung zu entgehen. Aber dies ist leider nicht erfolgreich gewesen, die die Studie von Masipag nun belegt!

Die Masipag-Bauern und mit ihnen viele Landkreise in den Philippinen fordern jetzt ein Verbot von Genmaissorten in den Philippinen, um den vielfältigen lokalen Ökosorten noch eine Chance zu geben.

Misereor unterstützt weltweit Bauernorganisationen, die sich für eine nachhaltige, diversifizierte Landwirtschaft stark machen – denn die Erfahrung zeigt, dass sie für arme Kleinbauernfamilien unter klimatisch schwierigen Bedingungen die beste Wahl ist!

Über die Autorin: Anja Mertineit arbeitet als Referentin für ländliche Entwicklung in der Asien-Abteilung von MISEREOR.

Autor:

Gast-Autoren im MISEREOR-Blog.

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