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Osttimor: Das Warten auf den Regen

Timor Leste liegt auf der Südhalbkugel dieser Erde, hier ist das Jahr lediglich in zwei Jahreszeiten eingeteilt: In die Trockenzeit von April bis September und die Regenzeit von Oktober bis März. Der Theorie nach befinden wir uns also gerade in der Regenzeit und es sollte jeden Tag ungefähr eine Stunde lang sehr stark regnen, sodass Gemüse, Früchte, vor allem aber Mais und Reis gut wachsen können.Alles trocken - wir warten auf den Regen und keine Wolke in sichtSoweit die Theorie, denn in der Realität wartet unser Städtchen Baucau noch auf diesen Regen – und das jetzt schon seit mehr als zwei Monaten. Zwar hat es bereits zwei-, dreimal etwas geregnet, doch nicht regelmäßig und auch nicht besonders stark. Das ist sehr ungewöhnlich, sagen alle Timoresen.

In anderen Teilen des Landes soll der Niederschlag unglaublich stark gewesen sein und jeden Tag sehen wir schon die Wolkenberge von den Bergen her aufziehen, hören dazu manchmal ein Donnergrollen, doch schließlich kommt in Baucau kaum ein Tropfen an. Stattdessen ist es sehr heiß und wenn auch noch die frische Brise ausbleibt, ist es wirklich drückend.Es wird bereits gemunkelt, dass sich der Niederschlag in dieser Regenzeit verschiebt und die Wolken vor allem über dem Meer abregnen statt über der Insel. So könnte die richtige Regenzeit, wie alle sie hier für gewöhnlich kennen, ganz ausbleiben. Das wäre eindeutig eine Folge des Klimawandels, wie sie mir greifbarer und realer wohl kaum vor die Augen geführt werden könnte. Wir warten also weiter ab und hoffen, dass der Regen vom Meer und den anderen Distrikten am Ende doch noch auch zu uns nach Baucau kommt.

Autor:

Ich bin 18 Jahre alt, komme aus Hemslingen in Niedersachsen und werde im Projekt CTID der Canossianerinnen in Timor-Leste arbeiten, einem Ausbildungszentrum für Mädchen und junge Frauen. Die Schülerinnen werden dort ein Jahr lang auf das Berufsleben vorbereitet und auch die Stärkung ihrer Persönlichkeit ist ein Fokus in der Arbeit des Zentrums. Beim MISEREOR Freiwilligendienst mache ich mit, weil ich neugierig bin und die Welt einmal aus einer anderen Perspektive betrachten möchte.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hey Uta!
    Ja, es ist wirklich merkwürdig, das so mitzuerleben. Inzwischen hat es etwas angefangen zu regnen, aber immer noch sehr sporadisch und unregelmäßig. Das es euch in Deutschland im Prinzip gar nicht so viel anders geht ist wirklich noch der Hammer!
    Ganz liebe grüße!
    Janila

  2. Liebe Janila,
    der Klimawandel. Ein großes Wort. Und für die meisten in Deutschland sehr weit weg. Da gibt es vielleicht mal Starkregen und eine Überschwemmung. Aber nichts existenzbedrohendes. Das hört sich in deinem Bericht schon ganz anders an. Hoffen wir, dass sich nach dem Klimagipfel nun wirklich mal etwas tut!!!
    LG aus Aachen, Uta
    PS: Wenn ich es mir das so recht überlege, dann bekommen wir hier ja auch gerade den Klimawandel zu spüren. Bei 16 Grad am 21. Dez. …

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