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Thailand: Das Phänomen der fliegenden Zeit

Halbzeit.
Mein Freiwilligendienst hat vor über fünf Monaten in Thailand begonnen, nachdem ich das erste Mal asiatischen Boden in Bangkok betreten habe.
Zu der Zeit wusste ich noch nicht, was mich erwarten würde…Thailand Das Phänomen der fliegenden Zeit

Wie werde ich mich einfinden? Was werden meine Aufgaben sein? Wie wird mein soziales Umfeld aussehen? Werde ich die Sprache schnell lernen können?
Alle diese Fragen schwirrten mir unentwegt in meinem Kopf herum und haben mich eine lange Zeit begleitet – und jetzt?

Jetzt habe ich mich bereits eingelebt, habe meine Aufgaben entdeckt und neue Freunde, wie auch meine Kollegeninnen und Kollegen kennen gelernt. Ich habe hier einen ganz neuen, aber schönen Alltag entwickelt und darf von Tag zu Tag dazulernen. Vor allem auch das Switchen zwischen den für mich zwei ganz verschiedenen Welten ist immer wieder spannend und ungewohnt. Normalerweise lebe ich in jener Welt, in dem kleinen Ort Mae Sariang. Jedoch unter der Woche bin ich für drei Tage in der davon ganz abgeschiedenen Welt in den Flüchtlingscamps, welche an der Grenze zu Myanmar liegen.

Ich merke, in den ersten Tagen war alles noch so neu! – Bilder und Situationen bahnen sich ihren Weg durch meinen Gedankenstrom:
Auf den ersten Fahrten in die Flüchtlingscamps ist mir noch von dem ganzen Geruckel – hin und her und hoch und runter – schlecht geworden.
Mittlerweile schaue ich mir dabei die wunderschöne Natur an oder lese ab und an.

– Die Zeit fliegt. –

Vor ein paar Monaten noch waren die Menschen in den Camps, aber auch andere, wie mein Muay Thai Lehrer, mir fremd. Andererseits war auch ich eine Fremde – eine „farang“ (zu thai: westlicher Mensch) oder „gola“ (karen für: englisch-sprachiger Mensch) – die sie noch nicht allzu oft zu Gesicht bekommen haben.
Nun freue ich mich unglaublich, ein strahlendes Lächeln zu sehen und ein „ich habe dich vermisst“ zu hören, wenn ich wiederkehre.Thailand Das Phänomen der fliegenden Zeit 2

– Die Zeit fliegt. –

Unser erster Besuch im Office, als wir unsere neuen Kollegeninnen und Kollegen kennengelernt haben – zu dem Zeitpunkt fühlte ich mich noch ziemlich fremd.
Heute haben wir schon unsere Insiderwitze und Lachen über die Unterschiede, die hin und wieder zwischen unseren Kulturen auftauchen.

– Die Zeit fliegt. –

Ich weiß noch gut, wie ich versucht habe, der für mich neu zu lernende Sprache (Thai) einen Sinn zu entnehmen. Denn Thai unterscheidet sich von den Sprachen, die ich bisher gelernt habe, nicht nur durch die für mich ungewohnten Schriftzeichen, sondern auch durch die kompliziertere Intonation.
– Inzwischen rufe ich schon bei unserem Wasserlieferanten an und bestelle die nächste Box mit Trinkwasser auf Thai (hier in Thailand ist es, wie in vielen anderen Ländern auch, nicht möglich das aus dem Hahn fließende Wasser zu trinken).
Oft gehe ich auch zu meiner Lieblings-Obsthändlerin und halte mit ihr Smalltalk auf Thai, während ich Lebensmittel bei ihr einkaufe.

– Die Zeit fliegt. –

Noch vor drei Monaten habe ich mir den Kopf darüber zerbrochen, wie ich mein eigenes Projekt gestalten könnte und wie ich den Menschen in den Camps bestmöglich etwas mitgeben kann, was auch auf lange Sicht hilfreich für sie ist.
Und nun freue ich mich sehr darüber, dass ich ein paar der Bewohnerinnen und Bewohner der Camps in Englisch unterrichten kann.

– Die Zeit fliegt. –

Jetzt liegt auch schon wieder unser Zwischenseminar – welches in diesem Jahr für uns auf Nias in Indonesien stattgefunden hat – hinter uns. Sieben schöne und warme Tage auf der kleinen, glücklicherweise noch nicht touristisch erschlossenen, Insel mit vier weiteren Freiwilligen und zwei ganz lieben Teamerinnen.  Thailand Das Phänomen der fliegenden Zeit1
Auch diese Zeit ist nun bereits verflogen.

Und jetzt sitze ich hier und denke mir:
Halbzeit.

Die Zeit fliegt…

…und doch bin ich sehr motiviert, sie bestmöglich zu nutzen und zu genießen!

Autor:

Melissa

Ich heiße Melissa Medoch, bin mittlerweile 19 Jahr alt und komme aus Aachen. Seit August 2015 bin ich bei COERR in Thailand in der Flüchtlingshilfe tätig. Beim MISEREOR-Freiwilligendienst mache ich mit, weil ich schon seit langer Zeit den Wunsch hatte einen Freiwilligendienst zu absolvieren und für mich interkulturelle Beziehungen sehr wichtig sind. Ich möchte dazu beitragen, mehr Toleranz, Respekt und Offenheit zwischen den Kulturen zu schaffen. Gleichzeitig bin ich aber auch immer sehr offen und glücklich darüber von anderen Menschen lernen zu können und dadurch neue Perspektiven zu erlangen.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Melissa

    Hallo liebe Uta,
    vielen lieben Dank für den lieben Kommentar!
    So schnell es auch geht, so schoen und bereichernd ist es auch.
    Selbst wenn es nicht mehr so lange ist, werde ich es noch genießen!
    Ganz liebe Grüße in die Heimat,
    Melissa

  2. Liebe Melissa,
    ein sehr schöner Beitrag. Ja, die Zeit fliegt. Ich kann auch gar nicht glauben, dass ihr im Juni schon wieder zurück kommt. Ist gar nicht mehr so lange. Die Flüge sind schon gebucht! Die Zeit fliegt, aber es passiert so viel. Wie du ja auch beschrieben hast. Und es wird noch viel passieren. Genieße die Zeit, die dir in Thailand bleibt. Das wünscht dir
    Uta

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