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PREDA und die Aetas – Unser kurzer Einblick in die Lebensweise der philippinischen Ureinwohner

Kein Strom, kein fließend Wasser, keine Autos – Für die meisten Menschen wohl ein wahrer Albtraum und doch sind es für die Aetas (philippinische Ureinwohner auf Luzon) tägliche Lebensumstände. Es ist ein wahres Wunder und wirklich beeindruckend, wie die Aetas ihr Leben meistern. Mona und ich (Lea) durften drei Tage eine Community in den Bergen von Luzon besuchen und erkunden. Was keiner von uns gedacht hätte ist, wie friedlich und wohltuend das Leben in völliger Abgeschiedenheit sein kann.

PREDA unterstützt viele der Communitys, indem sie einen fairen Handel mit getrockneten Mangos aufgebaut haben. In der Community selbst werden die Mangobäume von den Einwohnern angepflanzt, großgezogen und später die Produkte geerntet. Danach werden die Mangos getrocknet und vor allem nach Europa exportiert.

Natürlich hatten auch wir kleine Mangobäume im Gepäck als wir zu den Aetas aufgebrochen sind. Die Community in den Bergen von Luzon erreichten wir nach einer 2,5 stündigen Reise per Auto, Boot und zu Fuß.IMG_6976

Nach unserem Abendessen, das wir, ok zugeben natürlich mit deren Hilfe über dem Feuer zubereitet haben, hatten wir Zeit einige Fragen zum Lebensstil zu stellen. Es wurde schnell klar, dass die Aetas ihr Leben ohne Elektrizität und fernab der Zivilisation lieben. Trotz dieser Info überraschte uns zu hören, dass viele der jetzigen Generation in der Community bleiben und nicht, wie von uns angenommen, schnellstmöglich in die Stadt in das „moderne“ Leben ziehen möchten. Damit ihr euch die Aetas ein bisschen besser vorstellen könnt, hier nun einige Fakten:

  • als Zeichen, dass man jemanden gern hat, werfen die Aeta Männer den Frauen kleine Steinchen auf die Brust.
  • sie haben mit bestimmten Pflanzen ihre eigene Medizin für Krankheiten
  • die meisten Häuser sind traditionell aus Bambus gebaut
  • Carabao (philippinische Wasserbüffel) sind die Arbeitstiere
  • heutzutage tragen die Aetas nur noch bei der Jagd ihre traditionelle Kleidung – gejagt werden Wildschweine, Vögel & Wildkatzen.

Am nächsten Tag durften wir dann beim Reisanbau helfen. Zuerst werden die Felder von einem Carabao durchpflügt, dann werden die Setzlinge in den Matsch gesteckt. Es war beeindrucken zu sehen, wie schnell die Aetas mit dem Anpflanzen waren – Mona und ich konnten da natürlich nicht mithalten, auch wenn wir viele Male die Technik von den hilfsbereiten Arbeitern gezeigt bekamen und wir unser Bestes gegeben haben.

DSC_2091In unseren drei Tagen haben wir viele unterschiedliche Eindrücke bekommen, und doch reicht diese Zeit nicht annähernd, um all die Dinge und Probleme zu verstehen. Fakt ist aber, dass der Lebensstil der Aetas nicht etwa zurückgeblieben und komisch, sondern schlichtweg anders und für uns, weil eben so anders, total aufregend und spannend ist. Die Community strahlt ein Gefühl von Gemeinschaft und Dazugehörigkeit aus. Die ruhige und trotzdem disziplinierte Art der Menschen zeigte uns, dass die Aetas eine wunderbare Alternative für den hektischen Alltag in den Städten gefunden haben.

Wir wollen natürlich ehrlich bleiben und nicht verschweigen, dass wir auch froh waren, als es nach den drei Tagen wieder nach Hause ging. Eine funktionierende Klospülung und Strom ist dann doch was Schönes und macht vieles einfacher. Trotzdem würden wir auf jeden Fall noch einmal in die Community fahren, um mehr über die Lebensweise und Probleme, die das Leben dort mit sich bringt, zu erfahren.

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Autor:

Lea

Lea absolviert ihren Freiwilligendienst bei der Preda Foundation in Olongapo City auf den Philippinen. Die Stiftung hilft Kindern aus verschiedenen Misshandlungssituationen, indem sie ihnen ein Zuhause in einem ihrer Häuser geben und sie ihnen dann bei der Reintegration in der Gesellschaft helfen.

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Lea,
    danke für den spannenden Bericht. Man lernt doch immer wieder dazu, denn die Aetas kannte ich nach einigen Jahren im FWD noch nicht. Ihr scheint ja eine gute Zeit dort verbracht zu haben. Alle Achtung. Reisanbau. Sieht schwierig aus. Mir hätten sie bestimmt nach einem Tag gekündigt …
    LG aus der Aachener „Zivilisation“, Uta

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