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Die zwei Welten einer jeden Woche

Mein Name ist Anna und ich leiste meinen Freiwilligendienst bei COERR (Catholic Office for Emergency Reliefs and Refugees) in Thailand. Meine konkrete Einsatzstelle ist die Stadt Mae Sariang im Nordwesten Thailands, von wo aus wir fast jede Woche für 2-3 Tage in zwei Flüchtlingscamps fahren. Die Nächte verbringen wir in einem Dorf nahe den Camps. Und hier kommen auch schon die „zwei Welten“ ins Spiel:

Das Haus, in dem wir unsere Nächte im Thai-Dorf Mae Torla verbringen

Das Haus, in dem wir unsere Nächte im Thai-Dorf Mae Torla verbringen

Denn Mae Sariang ist einer deutschen Stadt relativ ähnlich (wenn man mal die vielen kleinen und großen Tempel, die kleinen Läden, Straßenstände und –restaurants und die Tatsache, dass anscheinend jeder einen Motorroller besitzt, außer Acht lässt)

Aber wenn man von der Stadt wegfährt, merkt man schnell, wann die „andere Welt“ anfängt, und zwar am Zustand der Straße. Die ist nicht mehr asphaltiert und besteht dann zumindest zur Regenzeit aus Pfützen, Löchern, Rillen, Steinen und Matsch, Matsch, Matsch. Allzu schlimm finde ich das nicht, aber es ist schon ein komisches Gefühl, wenn das Auto plötzlich rutscht und nicht mehr fährt! Zum Glück kommt das selten vor.

Zum ersten Mal im Dorf angekommen, gingen die neuen Eindrücke gleich weiter. Die Häuser sind aus Holz, sehr offen und auf eine Art Stelzen gebaut. Ganz anders als in der Stadt. Außerdem muss man bei der Toilette und Dusche das Wasser mit einem Plastiktopf aus einer Tonne nehmen und nachspülen oder über sich schütten. Aber auch das macht nichts; die Abende mit dem Team, wenn wir alle kochen und Karten und Gitarre spielen und dann schließlich in unsere mit Moskitonetzen überspannten Schlafsäcke schlüpfen, sind sehr schön!

Ein zweites Mal wurde ich dann in den Flüchtlingscamps überrascht, denn die sehen fast genauso aus wie die Dörfer drumherum (jedenfalls für mich). Da die Camps schon lange bestehen, ergibt das auch Sinn, aber ich hatte sie mir doch anders, irgendwie temporärer, vorgestellt. Doch es gibt Schulen, Ausbildungszentren, Büros der Hilfsorganisationen, Läden und die sogenannten Child Friendly Spaces. Dort können die Kinder nach der Schule hinkommen und einfach nur Spaß haben und dort werde ich auch hauptsächlich zu tun haben. Bis jetzt war ich aber immer nur sehr kurz da, denn nach ein paar Stunden in den Camps geht es wieder ins Dorf und dann zurück in die andere Welt.

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Autor:

Anna

Anna absolviert ihren Freiwilligendienst bei COERR, einer Unterorganisation von Caritas Thailand. Das Projekt beschäftigt sich mit Geflüchteten aus Myanmar, die meist schon seit längerer Zeit in großen Lagern in Thailand leben.

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Anna,
    danke, dass du uns an deinen ersten Eindrücken teilhaben lässt. Viel Erfolg weiterhin beim Erkunden der zwei Welten!
    LG auch Aachen, Uta

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