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Besuch im Maragaretha-Heim

Halloooo, endlich gibt es Mal wieder einen Blogbeitrag von uns auf den Philippinen. Uns geht es hier richtig super und für die nächste Woche stehen viele Weihnachtsfeiern auf dem Plan und wir müssen noch die letzten Geschenke besorgen. Wahrscheinlich ist es bei euch zur Zeit nicht anders, nur dass ihr dies nicht wie wir bei 30° Grad erledigen könnt.

Gruppenfoto-naja zumindest ein halbes bzw. eher 1/4, die anderen Mädchen waren zu der Zeit in der Schule.

Leider waren nur ein Gruppenfoto im kleinen Rahmen, da die anderen Mädchen zu der Zeit in der Schule waren.

Neulich bekamen wir die Möglichkeit das Blindenheim Margaretha-Heim in Quezon zu besuchen. Die Mission in Manila wurde im Jahr 1995 von drei Schwestern der christlichen Liebe gegründet, u. a.  von Schwester Theresia. Hauptaufgabe ist die Betreuung und Bildung von blinden Kindern und Frauen, die ohne diese Hilfe ein erbärmliches Schicksal erwarten würde. Der Staat gewährt hier leider keinerlei Unterstützung. Behinderte und speziell Blinde leben am Rand der Gesellschaft. Da die Ursprungsaufgabe der Kongregation – die Blindenbildung – in Deutschland durch öffentliche Einrichtungen großenteils abgedeckt wird, sahen die Schwestern der christlichen Liebe es als besonderen Ruf an, als eine entsprechende Anfrage aus Manila kam. Die dortige Einrichtung lebt ausschließlich von Spenden. Davon werden u. a. die unterschiedlichen Bildungsaufgaben, die tägliche Lebenshaltung, Hilfsmittel und Geräte speziell für die Behinderten bestritten.

Nach einer kurzen Kontaktaufnahme mit den Schwestern wurde ich zusammen mit meiner Mitfreiwilligen Lea eingeladen. Am 23. November machten wir uns also früh morgens mit dem Bus auf die Reise in Richtung Manila und wurden dort am Busterminal von Schwester Theresia und ihrer Mitschwester herzlich empfangen. Die Fahrt ging durch die Metropole nach Quezon und trafen während der Merienda (Snack auf den Philippinen zwischen Frühstück und Mittagessen) in ihrem Konvent ein.

Das Schwestern-Pauline-Konvent der Schwestern der christlichen Liebe auf den Philippinen besteht zur Zeit aus 4 Ordensschwestern aus verschieden Ländern. Es wurde also nicht nur in Englisch gesprochen, sondern auch in Spanisch, Tagalog (eine der philippinischen Sprachen) und Deutsch.

Danach ging es natürlich sofort in das gegenüberliegende Margaretha-Heim, indem wir von den Mädchen aufgeregt begrüßt wurden. Nach einer kleinen Vorstellungsrunde durften wir mit den Mädchen zusammen einen singenden Tannenbaum mit Weihnachtskugeln dekorieren, damit auch sie etwas Weihnachtsstimmung einfangen können. Dabei wurde uns wieder bewusst, wie groß doch der Einfluss unserer visuellen Wahrnehmung ist – kämen wir in Weihnachtsstimmung ohne Lichterketten und Weihnachtsdekoration? Durch das eigenständige Dekorieren des Hauses und dazu weihnachtlicher musikalischer Begleitung haben auch die blinden Mädchen die Möglichkeit dazu.

Nach der Siesta fand nachmittags der Workshop „Helping and healing hands“ statt. Die Mädchen haben dort die Möglichkeit, anhand verschiedener kleiner spielerischen Aktivitäten mit Murmeln, Perlen und Dosen ihre Feinmotorik zu verbessern. Sie lernen in dem Workshop aber auch alltägliche Aufgaben, wie zum Beispiel das Falten von Tüchern. Durch das Erlernen täglicher Aufgaben soll ihnen später die Reintegration in ihre Familie leichter fallen.

Vor dem Abendessen ist die tägliche Praying-Time (Gebetszeit), in der wir alle zusammen in der Kapelle den Rosenkranz gebetet haben. Der Glauben gibt den Mädchen sehr viel Halt und Kraft. Er ist dem Leben eines Filippinos jeglichen Alters selbstverständlich und hat eine sehr existenzielle Bedeutung.

Der nächste Morgen startete wie jeden Tag in dem Blindenheim mit dem Morgenkreis. Beim gemütlichen Zusammensitzen begrüßen sich die Mädchen zunächst gegenseitig, besprechen das Datum und das Wetter, singen anschließend gemeinsam Lieder, sprechen Reime und berichten von Ereignissen der letzten Tage.

Die Mädchen werden nach dem Grundsatz der Nächstenliebe erzogen und gerade in der Weihnachtszeit sprechen die Mädchen viel darüber, wie sie anderen Menschen in ihrem Umfeld helfen oder etwas Gutes tun können. Der morgendliche Ablauf gibt den Mädchen eine Struktur in ihrem Alltag und eine daraus resultierende allgemeine Sicherheit.

Nach diesem Ritual findet eine individuelle Förderung in unterschiedlichen Fächern wie zum Beispiel im Umgang mit dem Computer oder „Braille (Blindenschrift) Reading and Writing“ statt. Für die fünf Mädchen, welche aufgrund ihrer teilweise schweren Behinderung nicht in eine Regelschule gehen können, ist dies eine sehr gute Möglichkeit, in ruhiger und entspannter Atmosphäre Neues zu erlernen und ihre Kenntnisse zu erweitern. Dabei konnten wir viel von ihnen lernen, durften aber auch Hilfestellung bei einigen Lernstationen geben.

Nach dem Mittagessen ging es für uns wieder zurück nach Olongapo City mit dem gewünschten Versprechen, nochmals vor unserer Abreise im Mai wieder zu kommen.

Und wie wir es alle in der Schule lernen oder gelernt haben, zum Schluss ein Fazit :

Es waren wirklich zwei sehr intensive, interessante und auch inspirierende Tage für mich. Es ist beeindruckend zu sehen, wie die Mädchen ihren Alltag meistern. Ihre Sehschwäche stellt für sie nahezu keine problematische Behinderung in ihrem gewohnten Umfeld dar. Das Margareta-Heim ist ihr Zuhause, wo sie als Mensch akzeptiert und wertgeschätzt werden. Sie sind voller Lebensfreude und das familiär geprägte Zusammenleben dort gibt ihnen Halt. Dort dürfen die Mädchen „einfach“ Kind sein und ein normales Leben führen, was hier in der philippinischen Gesellschaft und in ihren Familien mit ihrer Behinderung nicht möglich ist. Die Lebensfreude der Mädchen und ihr offenes, unbeschwertes Lachen zeigt, dass dies aber den Schwestern und den Mitarbeitern erfolgreich gelingt. 

Liebe adventliche Grüße von den 30°Grad warmen Philippinen

Mona

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Weihnachtsdekoration

 

„Die Weihnachtsbeleuchtung anzugucken, ist wie Fernsehen schauen: Überall viele blinkende Lichter“- Zitat eines Mädchens des Margareta-Heims🙂

 

Autor:

Mona

Mona absolviert ihren Freiwilligendienst bei der PREDA-Foundation auf den Philippinen.

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Mona,
    ein sehr schöner Eintrag, der mir und den anderen Leserinnen und Lesern mal wieder vor Augen führt, was wir alles als selbstverständlich hinnehmen. Toll fand ich den „singenden Tannenbaum“. So etwas kannte ich noch nicht … ;-))) Es hört sich auf jeden Fall so ein, als hätten beiden Seiten bei euren Besuch viel Spaß gehabt. Und das ist doch die Hauptsache an Weihnachten. Sich gegenseitig Freude schenken.
    LG aus Aachen, Uta

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