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Dein Maibaum hilft

Mein Wecker klingelt und ich schäle mich müde aus dem Bett. Für einen freien Sonntag ist es definitiv noch zu früh. Mein erster Blick wandert zum Fenster: blauer Himmel, Sonnenschein. „Perfekt“, denke ich mir.

Ich streife mir Hose und Arbeitsschuhe über, trinke einen Schluck Kaffee und brause dann los Richtung Wald. Auf dem Weg gähnt mir das menschenleere Aachen entgegen, alle scheinen noch zu schlafen. In 24 Stunden wird das völlig anders aussehen. Dann werden die letzten müden Männer noch durch die Straßen huschen, während die ersten Gesichter neugierig aus dem Fenster lugen.

Eine bunt geschmückte Birke vor der Haustüre ist für viele Frauen der Liebesbeweis schlechthin

Die Tradition des Maibaumstellens ist in der Region Aachen weit verbreitet. Und für uns der perfekte Anlass, eine Spendenaktion zu starten.

Mit Maibäumen die Welt besser machen, das ist heute meine Motivation. Zwar bin ich noch etwas müde, aber der erste Blick über Wald und Wiesen weckt meine Sinne. Sanft steigt der Frühnebel auf, alles ist noch so schön still und friedlich.

Doch das wird sich schnell ändern. Schon tauchen die anderen Helfer auf, bepackt mit Sägen, Handschuhen und Astscheren. Als die Motorsäge aufbrummt, ist es mit der friedlichen Ruhe ganz vorbei. Die ersten Bäume fallen und ich mache mich auf zur Geschäftsstelle von MISEREOR.

Hier in der Mozartstraße wird flink alles aufgebaut, was wir für unsere „Maibaum to go!“-Aktion brauchen: eine Kasse für die Spenden, kistenweise Krepp-Papier zum Schmücken der Bäume, kleine MISEREOR-Zertifikate für jeden Baum… Fehlt nur noch? Ja genau, der erste Maibaum! Bis der Traktor anrollt, haben sich schon die ersten Spender eingefunden. Für große Team-Absprachen zwischen den ehrenamtlichen Helfern bleibt kaum Zeit. Schnell werden die Bäume abgeladen, sortiert und auf geht’s ins Getümmel.

Während der Traktor noch abgeladen wird, geht das Feilschen schon los. © Michael / MISEREOR

Unsere Helferinnen versuchen, das Beste für die syrischen Flüchtlingskinder herauszuholen. „Was ist dir der Baum wert? Und wie viel willst du für die gute Sache noch drauflegen?“ Man muss ja sagen, es sind sehr nette Typen, mit denen wir da verhandeln. Die Jungs haben gute Laune mitgebracht. Ob das an der strahlenden Sonne liegt? Oder an den vielen Schmetterlingen im Bauch? Unsere netten Weltbessermacherinnen tragen sicherlich auch zur guten Stimmung bei.

Leoni erklärt unseren Spenden, wie sie an den schönsten Maibaum kommen. © Michael / MISEREOR

Strahlende Gesichter, nicht nur bei den Jungs! © Michael / MISEREOR

Beim 2 Euro Stand können sich die Männer noch bunte Bänder aussuchen, natürlich in den Lieblingsfarben ihrer Flamme! © Michael / MISEREORZwischendurch kommen wir mit den Bäumen gar nicht mehr hinterher. Der Andrang ist einfach zu groß. Und bis die nächste Traktorladung anrollt, müssen unsere Spender leider warten. Wir versuchen, sie mit ein paar Tassen Kaffee aufzumuntern. Aber wie schon gesagt: wir haben sehr nette Spender. Sie warten geduldig. Als dann die zweite Ladung kommt, geht der Rummel wieder los. Bis zum Nachmittag wird noch weiter lustig verhandelt, gespendet und geschmückt. Kurz vor 16 Uhr ist auch der letzte Baum vergeben.

Den Durchblick zu behalten ist manchmal gar nicht so einfach. Immerhin werden an diesem Tag über 500 Bäume an den Mann gebracht! © Michael / MISEREOR

Ich bin platt, aber glücklich. Das ist wirklich gut gelaufen! Und als wir dann die Spenden zählen, kann ich es fast nicht glauben: Über 11.000 Euro konnten wir an einem einzigen Tag sammeln!

Das Geld fließt nun in ein Bildungsprojekt für syrische Flüchtlingskinder im Libanon. So haben die Schülerinnen und Schüler die Chance, wieder eine Schule zu besuchen und einen Abschluss zu erlangen.

Nach dem Aufräumen genießen wir unseren Feierabend in der Sonne. Wir sind dankbar für diesen schönen Tag, dankbar für die Unterstützung unserer Sponsoren und dankbar für unsere tollen Spender. Helfen kann doch so einfach sein! Wir hoffen, nächstes Jahr dürfen wir wieder fleißig Bäume fällen. Denn die Maibaum-Aktion wollen wir 2018 auf jeden Fall wieder starten.


Wir sagen DANKE

Die Bäckerei Moss hat unser Team mit leckeren Brötchen versorgt, Papier Bodelier die Verliebten mit schönen bunten Bändern. printclub hat alle Plakate und Flyer zur Aktion gedruckt. Dafür sagen wir recht herzlich Danke! Ganz besonders gilt unser Dank Förster Blömacher und dem Bundesforst, die uns das kostenfreie Abholzen der Bäume ermöglicht haben. Die Birken stehen in Beständen, die dringend einer Durchforstung bedürfen und werden unter fortwirtschaftlicher Aufsicht gefällt.

Das „Maibaum to go!“-Event fand dieses Jahr zum neunten Mal statt. Insgesamt konnten im Lauf der Jahre durch die Spendenaktion über 63.000 € für verschiedene Projekte gesammelt werden. Das Event ist Teil der Aktion „Mit 2 Euro im Monat helfen“  www.2-euro-helfen.de

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1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Absolut spitze, diese Aktion. Toll, was die ehrenamtlichen Helfer/-innen da wieder auf die Beine gestellt haben. Kein Mensch, dem ich erzählt habe, dass mit dieser Aktion über 11.000,00 € zusammen gekommen sind, wollte das glauben …
    Danke für euren Einsatz.
    LG aus dem zweiten Stock!
    Uta

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