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Johannas Freiwilligendienst in Timor-Leste

Hallo! Ich bin Johanna, momentan 18 Jahre alt und Teil des MISEREOR Freiwilligendienstes im Jahrgang 2019/20. Gleich nach meinem Schulabschluss ging es für mich aus dem Norden Hamburgs nach Dili. Das ist die Hauptstadt Timor-Lestes, einem kleinen und neuen Inselstaat im südostasiatischen Raum. Gemeinsam mit Charlotte lebe ich im Stadtteil Lecidere bei Canossianerinnen und unterstütze für zehn Monate den Englischunterricht im CMTC, eines ihrer Trainingscenter. Durch diesen Blog möchte ich meine Erfahrungen und Erkenntnisse nach außen tragen und freue mich deshalb über zahlreiche Leserinnen und Leser. Wer MISEREORs Arbeit darüber hinaus unterstützen möchte, kann hier spenden. Ein großes Dankeschön von uns und nun viel Freude beim Lesen!

Übersicht der Blogeinträge

  1. Erste Eindrücke aus Timor-Leste
  2. „Viva Timor“
  3. Osttimor – ein durchweg katholisches Land
  4. Arbeiten im CMTC
  5. Fröhliche Weihnacht überall

Dezember 2019

Fröhliche Weihnacht überall

Dezember bedeutet Halbzeit für uns Freiwillige in Timor-Leste. Dem Land, das mit gut 17.000 Kilometern Entfernung fernab von Zuhause und allem Gewohnten liegt. Die typische Weihnachtszeit erleben wir dieses Jahr also nicht. Dafür machen wir aber ganz neue Erfahrungen und fröhliche Weihnachten kann man schließlich überall haben!

Unser Gesprächsthema Nummer Eins war in den letzten Wochen das Wetter – oder besser gesagt, die Hitze! Der Wetterbericht zeigt mir gerade gefühlte 42 Grad an, meine Familie in Hamburg hat dahingegen erfrischende vier Grad. Wie gerne würde ich einmal kurz tauschen und mich abkühlen!

Bei solch tropischen Temperaturen kommt bei uns keine richtige Weihnachtsstimmung auf. Das ist für dieses Jahr aber völlig okay, denn es ist eine interessante Erfahrung und zeigt mir gleichzeitig, was mir wichtig ist. So freue ich mich von nun an viel inniger auf die kommende Weihnachtszeit mit gemeinsamen Aktionen wie Plätzchen verzieren oder Schlittschuhlaufen, herrlichen Gerüche wie Spekulatius oder gebrannte Mandeln und dunklen, eisigen Tagen.

Ganz Dili ist mit leuchtender Weihnachtsdekoration geschmückt. Foto: Johanna

Wie also merkt man stattdessen, dass wir uns gerade in der Vorweihnachtszeit befinden? Seit Anfang November entdecken wir immer mehr kitschige Dekoration in den Ladenregalen. Nach und nach wurden außerdem die öffentlichen Plätze mit Lichterketten und Weihnachtsbäumen geschmückt. Das Highlight hier sind begehbare leuchtende Weihnachtskugeln, die sich ebenfalls toll für Fotos eignen. Das konnten auch wir uns natürlich nicht entgehen lassen! Schließlich verfolgt uns bei jedem Schritt und Tritt weihnachtliche Musik – ich habe schon so einige Ohrwürmer… Wem das alles noch nicht genug Weihnachtstrubel ist, der kann auch durch das Einkaufszentrum Timor Plaza schlendern und die vielen Eindrücke auf sich wirken lassen.

Unsere Adventszeit

Das Wichteln sorgte bei allen für aufgeregte und strahlende Gesichter. Foto: unbekannt

Am CMTC ist ebenfalls deutlich spürbar, dass Weihnachten bevorsteht. Wir haben jeder eine Person gezogen, für die wir während der Adventszeit beten. Am Ende werden wir dann ein kleines Wichtelgeschenk überreichen. Bei den Treffen des Kollegiums sowie beim Wochenauftakt mit den Schülerinnen und Schülern beten wir außerdem ein spezielles Adventsgebet. Dabei werden die Kerzen des Adventskranzes angezündet. Schwester Sonia erinnert wöchentlich an deren Bedeutung, indem sie mit uns gemeinsam „Hope, peace, love and joy“ einstudiert.

Wochenlang schon proben wir Weihnachtslieder. Foto: Constantino

Im Dezember scheint kein Schultag gleich zu sein. Momentan geben wir den Schülerinnen und Schülern letzte Englischkenntnisse mit auf den Weg, bevor die momentane Einheit schon wieder endet. Wir haben aber auch das Gelände mit aufwendig selbstgebastelten Girlanden geschmückt und verbringen viel Zeit mit Proben. Zum einen werden der Ablauf und die Lieder der Weihnachtsmesse geübt, zum anderen bereiten sich alle auf die Abschlussfeier vor.

Für die Abschlussfeier hat uns Lehrerin Arsenia traditionelle Röcke genäht. Foto: Karin

Am letzten Schultag werden wir eine Feier zur Anerkennung der Leistungen der Schülerinnen und Schüler veranstalten. Ihnen werden feierlich ihre Zertifikate überreicht und die besten Drei aus jeder Klasse bekommen ein kleines Geschenk. Das Ganze wird begleitet von mehreren Reden und gruppenweisen Auftritten mit Gesang, Tanz und Schauspiel. Im Anschluss essen wir gemeinsam zu Mittag und verbringen den Nachmittag tanzend auf unserer Weihnachtsfeier.

Wie Weihnachten in Timor-Leste gefeiert wird

In der letzten Unterrichtsstunde haben die Schülerinnen und Schüler kurze Texte über ihr Weihnachtsfest geschrieben. Diese persönlichen Einblicke waren sehr aufschlussreich in Bezug auf timoresische Traditionen. Genau wie in Deutschland, ist der grundlegende Ablauf der Weihnachtstage im ganzen Land recht ähnlich: Die Timoresinnen und Timoresen fahren in ihre Heimatdörfer zu ihren Familien und feiern dann gemeinsam Weihnachten. Dili ist dann wie ausgestorben, für etwa eine Woche passiert hier so gut wie nichts.

Giovania erzählte, dass sie zuerst in die Weihnachtsmesse gehen werden. Geschenke wird es danach nicht unbedingt geben, nur wenn es im Vorhinein abgesprochen wurde. Die Festtage werden stattdessen vom gemeinsamen Essen und Beisammensitzen geprägt sein. Es wird zu jeder Tageszeit ein großes Buffet mit guten Getränken geben. Zwischendurch wird mit Sicherheit auch getanzt und gesungen beziehungsweise sogar selbst musiziert. Vielleicht werden sie auch alle gemeinsam an den Strand fahren und dort ausgelassen weiterfeiern.

Wie die Schülerinnen und Schüler verabschiede ich mich nun in die Ferien. Gemeinsam mit Charlotte und ihren Eltern werde ich mein diesjähriges Weihnachten auf der Insel Atauro verbringen. Ich wünsche allen ein gesegnetes Fest und einen guten Start ins neue Jahr!


November 2019

Arbeiten im CMTC

Vier Monate lang arbeiten Charlotte und ich nun bereits im CMTC. Unsere anfänglichen Schülerinnen und Schüler mussten wir seitdem schon verabschieden und auch innerhalb des Kollegiums gab es öfters Veränderungen. Das Schulleben des Trainingcenters ist eben wie sein Standort sehr dynamisch. Mittlerweile haben wir unsere Einsatzstelle aber intensiv kennengelernt. Deshalb möchte ich sie in diesem Blogeintrag vorstellen.

Der gemeinsame Wochenbeginn

Montagmorgens wird feierlich die Nationalflagge gehisst. Foto: Johanna

Jeden Montag treffen wir uns mit den Schülerinnen und Schülern der Vormittagsstunden noch vor dem Unterricht. Alle stellen sich hintereinander in Reihen vor den Flaggenpfosten auf und nehmen ihre Rucksäcke und Kopfbedeckungen ab. Drei Jugendliche führen dann konzentriert die Flaggenzeremonie aus. Sie behalten dabei durchgehend eine disziplinierte, stolze Haltung und sind gegebenfalls sichtbar beschämt über Fehler (deshalb üben sie vorher immer fleißig). Alle anderen sind währenddessen mucksmäuschenstill. Es ist sehr beeindruckend, wie gut das funktioniert, obwohl dort manchmal um die 40 Personen stehen!

Im ersten Moment erinnerte es mich sehr an den Wachwechsel am Buckingham Palace in London. Doch die timoresische Flaggenzeremonie gepaart mit der Nationalhymne hat in Anbetracht der Vergangenheit des Landes eine viel tiefergehende Bedeutung: Sie ehren damit die Nationalhelden der portugiesischen Kolonial- und der indonesischen Besatzungszeit und erinnern an die Wichtigkeit der eigenen Freiheit und des nationalen Zusammenhalts. Ich finde es schön, dass das CMTC diese Haltung an die junge Generation weitergeben weitergibt.

Wenn die Flagge dann hoch oben im Wind weht, beten wir gemeinsam das Ave Maria und anschließend das Gloria Patri. Danach liest eine Schülerin oder ein Schüler das Evangelium und eine weitere Person teilt ihre Gedanken dazu. Wir enden die montägige Versammlung schließlich mit der Anrufung der Heiligen Magdalena von Canossa und der Heiligen Josefine Bakhita.

Eine typische Woche am CMTC

Wenn Charlotte und ich morgens das Gelände betreten, werden wir von allen Seiten freudig begrüßt. Solch Start in den Morgen besonders schön! Um 08:30 treffen wir uns dann in den Klassenräumen. Meistens trudeln die Schülerinnen und Schüler, zum Bedauern der Lehrerinnen, aber erst nach und nach während des Unterrichts ein – Prinzipien wie Pünktlichkeit und Beständigkeit hätten wohl die wenigsten Jugendlichen hier verinnerlicht.

Wir haben immer sehr viel Spaß zusammen! Foto: Charlotte

Bevor der Unterricht beginnen kann, beten wir immer gemeinsam. Danach lernen jeweils zwischen 20 und 35 Schülerinnen und Schüler Englisch, Portugiesisch oder den Umgang mit Microsoft Office. Um 10 Uhr gibt es eine kurze Frühstückspause. Wir sitzen dann meistens draußen und unterhalten uns mit allen, die gerne Englisch üben möchten. Darauf folgt die zweite Unterrichtsstunde, die wir um 12 Uhr ebenfalls mit einem Gebet beenden.

Ab 14 Uhr findet der Nachmittagsunterricht statt. Es gibt drei Englischkurse, einen Portugiesischkurs, einen Computerkurs und jeweils dreimal die Woche einen Englisch- und einen Portugiesischkurs für Kinder. Während des Unterrichts fällt deutlich auf, dass alle sehr erschöpft sind. Zum einen ist das Wetter nachmittags am ungnädigsten, zum anderen haben viele schon einen anstrengenden Vormittag hinter sich. Für den nötigen Motivationsschub wandeln wir deshalb viele Aufgaben in Wettbewerbe um. Das hilft eigentlich immer! Am Abend werden dann noch zwischen 16:30 und 18:30 zwei weitere Englischkurse angeboten.

Die morgendlichen Klassen werden überwiegend von Schülerinnen und Schülern der weiterführenden Schulen besucht. Sie nutzen den Englischunterricht, um gut in ihren Abschlussprüfungen abzuschneiden. Dadurch haben sie eine bessere Aussicht auf Stipendien oder Auslandsaufenthalte in England, Indonesien, Australien oder den USA. Am Nachmittag kommen hingegen die Studierenden. Viele ihrer Studiengänge sind zum Teil auf Englisch. Um die Inhalte besser verstehen zu können, üben sie deshalb im CMTC. Die Abendstunden werden gerne von Erwachsenen angenommen. Sie können so nach ihrer regulären Arbeit ins CMTC kommen, um sich weiterzubilden und bessere Berufschancen zu erlangen.

Eine Woche im CMTC endet schließlich Freitagnachmittags mit einer kurzen Konferenz. Dabei sollen eigentlich Probleme angesprochen und in gemeinsamer Runde gelöst werden. Doch schnell haben wir festgestellt, dass sich unsere Kulturen in diesem Aspekt stark unterscheiden. Kritik und Diskussionen werden gar nicht offen besprochen, sondern eher im Hintergrund abgewickelt. Stattdessen werden während des Treffens schulische Änderungen angesprochen, der Ablauf der nächsten Wochen vorgestellt und anstehende Aufgaben verteilt.

Unsere Aufgaben

Für zehn Monate unterstützen wir das sehr herzliche Team des CMTCs. Foto: Arsenia

Die Einsatzstelle im CMTC ist dieses Jahr neu entstanden. Dementsprechend mussten wir uns zunächst einmal unseren Platz im Team schaffen. Mittlerweile haben wir aber gute Anknüpfungspunkte für uns gefunden und uns einen kunterbunten Aufgabenbereich kreiert.

Zu unserer zentralen Aufgabe zählt es, die Lehrerinnen und Lehrer zu unterstützen. Durch unsere anderen Erfahrungen können wir den Unterricht mit kreativen und abwechslungsreichen Herangehensweisen und Ideen bereichern. Auch ergänzen wir das Englischbuch durch weiterführende Informationen und Übungen. Das lockert den Unterricht gut auf. Wir sind außerdem dafür zuständig, die englische Aussprache zu korrigieren, zu vermitteln und zu üben und wenn grammatikalische Fragen aufkommen, sind wir zusätzliche Ansprechpartnerinnen.

Daneben haben wir auch noch Aufgaben, die nur ab und zu anfallen: Am Ende jeden Monats legen alle Schülerinnen und Schüler fünf Prüfungen ab. Dann unterstützen wir fleißig bei der Betreuung und Korrektur dieser. Genauso helfen wir während der Anmeldewoche zu Beginn jeder neuen Kurseinheit im CMTC mit. Falls eine Lehrerin oder ein Lehrer verhindert sein sollte, springen wir auch mal als Vertretungslehrerinnen ein. Schließlich arbeiten wir auch am Internetauftritt des CMTCs. Wir sind dabei, eine Webseite und einen Facebook-Account aufzubauen.

In den letzten Monaten haben wir außerdem ein eigenes Projekt aufgebaut. Die ursprüngliche Idee dabei war, durch Spiel und Spaß die Konversationsfähigkeiten der Schülerinnen und Schüler zu üben. Denn vielen fehlt es an Selbstvertrauen, um deutlich, laut und selbstsicher Englisch zu sprechen. Aus diesem Grund trägt das Projekt den Namen „Speak-Up!“.

Mittlerweile haben wir das Ganze zu einem beständigen, wöchentlichen Training ausgebaut. In niveauabgestimmten Kleingruppen vermitteln wir für eine Stunde intensiv Englischkenntnisse. Je nach Level kann das Grundlagenarbeit oder auch Wegebnung für internationalen Austausch bedeuten. Der Schwerpunkt liegt dabei aber immer auf der Anwendung, der Konversation.

Das Privileg umfassender Bildung

Unser Projekt hat ganz simpel begonnen – auf dem Boden unter Mangobäumen. Foto: Schwester Sonia

Unser Speak-Up Programm ist aufgrund unserer Erfahrungen mit den Schülerinnen und Schüler entstanden. Wir möchten sie dadurch noch intensiver darin unterstützen, sich individuell weiterzuentwickeln und die bestmöglichen Sprachkenntnisse zu erlangen. Denn in der Zusammenarbeit spüren wir, dass die Bildung in Timor-Leste noch sehr grundlegend ist.

Es gibt bisher kein einheitliches Schulsystem, stattdessen nutzen die Schulen indonesische, portugiesische oder australische Lehrpläne als Quelle. Die Jugendlichen haben deshalb deutlich unterschiedliche Kenntnisse, wobei leider an viele dieselben sprachlichen Fehler weitergegeben werden. Insgesamt scheinen außerdem Lehrmethoden, durch die Eigeninitiative und eigenes freies Denken gefördert werden können, noch unbekannt zu sein.

Ich brauche zu alldem gar nicht viel zu sagen. Es ist schlichtweg ungerecht. Es darf nicht sein, dass wir, weil wir im Globalen Norden geboren und aufgewachsen sind, eine deutlich bessere Bildung erhalten! Wie unverhältnismäßig ist es in der Welt, dass jemand, der in Timor-Leste sechs Jahre lang Englisch studiert, dieselben Sprachkenntnisse erlangt, wie sie Jugendliche in Deutschland gewöhnlich in der zehnten Klasse haben?

Der andere Aspekt unseres Trainings ist, globales Wissen zu teilen. Wir spüren sehr deutlich, dass Timor-Leste lange Zeit von der Außenwelt abgeschottet war und die Einbindung in die Weltgemeinschaft immer noch andauert. Es ist beispielsweise nicht ungewöhnlich, dass timoresische Jugendliche nicht wissen, wo die Kontinente liegen. Vielen von ihnen fiel es auch sehr schwer, globale Dimensionen wie zum Beispiel die Anzahl der gesprochenen Sprachen realistisch zu schätzen.

Der Großteil der Timoresinnen und Timoresen hat das eigene Land also bisher nie verlassen und wird es in naher Zukunft wahrscheinlich auch nicht können. Wenn ich an meinen Abschlussjahrgang denke, fallen mir dagegen längere Aufenthalte in Frankreich, Spanien, den USA, Kanada, Japan, Australien, Neuseeland oder eben auch Osttimor ein.

Das sind Türen, die für uns [Anm.: Personen der obersten Gesellschaftsschichten im Globalen Norden] aufgrund unserer Herkunft einfach offenstehen. Für andere Menschen sind sie dagegen verschlossen. Der Schlüssel, also das Wissen um diese Möglichkeiten, muss ihnen erst einmal überreicht werden. Doch selbst wenn das Schloss dadurch geöffnet ist, ist die Tür immer noch zu. Mit ihrer ganzen Kraft müssen sie dann eigenständig dafür sorgen, dass sie sich schließlich einen kleinen Spalt öffnet.

Dass Bildung eins der größten Privilegien der Bevölkerung des Globalen Nordens ist, dachte ich, mir bewusst gewesen zu sein. Doch welches Ausmaß diese Schieflage tatsächlich trägt, habe ich hier vor Ort vollkommen neu erfahren und dazugelernt. Deshalb wünsche ich mir, dass ich durch meinen heutigen Blogeintrag – zumindest ansatzweise – diese Erfahrung weitergeben konnte.


Oktober 2019

Osttimor – ein durchweg katholisches Land

„Sonntags gehe ich mit meinen Freunden in die Kirche. Wir beten dann füreinander!“, erzählt mir Marco, ein junger Schüler des CMTCs, während der Pause. Der überwiegende Teil der timoresischen Bevölkerung besucht ebenfalls mindestens einmal pro Woche die Kirche. Das gehört für sie zum Alltag, wie für mich das Zähneputzen vor dem Schlafengehen. Ein spannender kultureller Aspekt, über den ich in diesem Blogpost näher berichten möchte.

Die Rolle der Kirche

Der katholische Glauben kam schon mit den portugiesischen Kolonialherren auf die Insel. Allerdings leben die Timoresinnen und Timoresen ihn erst seit der indonesischen Besatzungszeit tatsächlich aus. Die Bevölkerung konnte nämlich damals durch die katholische Kirche Kraft und Durchhaltevermögen schöpfen.

Zum einen natürlich aus dem Glauben an Gott selbst. Zum anderen war es aber auch die einzige Instanz, die ihren Widerstand unterstützte. Sie prangerte die Taten der indonesischen Soldaten an und positionierte sich offen gegen die indonesische Regierung. Der einzige Staatschef, der Timor-Leste während der Besatzungszeit besuchte, war Papst Johannes Paul II. Dafür wird er noch heute zutiefst verehrt.

In unserem Konvent sind zeitweise tausende Geflüchtete untergekommen. Foto: Charlotte

Mutige Nonnen und Priester kümmerten sich außerdem unaufhaltsam um die Zivilbevölkerung, Guerillakämpfer und Gefängnisinsassen, knüpften Kontakte zur Außenwelt und kommunizierten die Situation. Ihnen kommt deshalb besonderer Respekt innerhalb der Bevölkerung zu. So werden unsere Schwestern zum Beispiel immer von allen Seiten begrüßt und sie bekommen des Öfteren die ein oder andere Gefälligkeit erwiesen.

Religion als Lebensstil

Dass Timoresinnen oder Timoresen gläubig sind, wird nicht unbedingt an ihrem sonntäglichen Kirchgang, sondern eher an der Tatsache, dass sich ihr Glaube wie ein roter Faden durch alle Lebensbereiche zieht, erkenntlich. Während unserer Arbeit im CMTC erlebe ich immer wieder Situationen, in denen das zum Vorschein kommt.

Wenn wir zum Beispiel über favorites sprechen, höre ich manchmal von Schülerinnen und Schülern, dass ihre Lieblingsmusik religiöse Lieder sind oder ihr Lieblingsbuch die Bibel ist. Auf den Hintergrundbilder ihrer Handys entdeckt man Mutter Maria und geflucht wird öfters mit den Worten „Ai, Jesus!“. Anfangs empfand ich das alles noch als sehr ungewöhnlich, mittlerweile ist es für mich selbstverständlich. Trotz dessen kann ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen, wenn Marco vor seiner mündlichen Prüfung ein schnelles Kreuzzeichen macht oder ein Stoßgebet ausspricht. Unsere Leben sind doch sehr verschieden!

Auch uns findet man öfters bei Cristo Rei. Foto: Schwester Felicidade

An den Wochenenden verbringen vor allem die Jugendlichen ihre Freizeit gerne bei Cristo Rei und João Paulo II (beides religiöse Statuen). Es sind die beliebtesten Orte, um Fotos zu machen und natürlich beten sie dort auch. Ausflüge in die Umgebung werden ebenfalls meist zur Wallfahrt genutzt. Viele Autos sind dabei mit Rosenkränzen und Marien- oder Jesusfiguren ausgestattet, die aufgrund der unebenen Straßen regelmäßig umfallen. Wie gut, dass hier niemand Deutsch verstehen kann, sonst würden unsere Scherze noch aufgedeckt werden!

Die Kirche hat außerdem einen großen Einfluss auf den Staat. So gilt hier zum Beispiel nicht die Geburts- sondern die Taufurkunde als wichtigstes Dokument. Sie sei wohl notwendig, um sich an einer öffentlichen Schule anzumelden und der dort vermerkte Name (traditionelle Namen werden bei der Taufe nicht akzeptiert) werde für alle offiziellen Dokumente verwendet. Auch in der Sprache ist der Glaube verankert: Die Woche beginnt, nach christlicher Zählung eben, mit dem Sonntag. Montag bis Freitag heißen deshalb Segunda, Terça, Quarta, Quinta und Sexta. Das bringt mich zwar manchmal durcheinander, doch mir gefällt es, die Woche jeweils mit einem freien Tag zu beginnen und zu beenden.

Darüber hinaus sind im öffentlichen Leben ungeschriebene Regeln deutlich erkennbar: Der Kleidungsstil der Timoresinnen ist überwiegend bedeckt, sogar beim Baden! Sie tragen keine Badeanzüge oder gar Bikinis, sondern T-Shirt und Shorts. Freundesgruppen treten an öffentlichen Plätzen meist gleichgeschlechtlich auf und diese Trennung wird auch in den öffentlichen Verkehrsmitteln, so lange wie möglich, eingehalten. Intimität in der Öffentlichkeit kommt erst recht nicht vor – tatsächlich nicht einmal Händchenhalten.

Unser sonntäglicher Kirchgang

Wie die Bevölkerung gehen wir jeden Sonntag in die Kirche. Foto: Karin

Wenn Charlotte und ich um kurz vor Neun zur Kirche laufen, machen wir uns recht häufig Sorgen um unsere Kleiderwahl. In Deutschland war das für mich nie ein großes Thema, nur sauber und ordentlich musste es sein. Hier in Timor-Leste folgen die Menschen allerdings dem Motto „Schick, Schicker, am Schicksten!“. Nicht selten habe ich deshalb das Gefühl, inmitten einer Hochzeitsgesellschaft zu stehen. Wir bemühen uns zwar, uns daran anzupassen, aber letztendlich sticht unser Stil trotzdem immer heraus.

Da wir eine englische Messe besuchen, sind die sozialen Normen, passenderweise, ein Stück weit liberaler. Dort fangen manche Frauen an, Hosen, statt Kleider oder Röcke, zu tragen – in den Gottesdiensten auf Tetun ist das nicht angemessen. Auch ist es in Ordnung, dass mir einige religiöse Riten zu fremd sind, als dass ich sie mitmachen möchte – es wird zum Beispiel deutlich mehr in die Richtung religiöser Figuren niedergekniet oder sich verneigt. Nach der Messe werden diese auch gerne kurz mit der Hand berührt, die wiederum vertrauensvoll geküsst wird.

Abgesehen davon folgt die Messe jedoch nahezu demselben Ablauf wie in meiner Heimatgemeinde – besonders in meinen ersten Wochen in der vollkommen neuen Umgebung und Kultur hat mir das gut getan, Sicherheit gegeben. Wenn dann aber das Vaterunser mit zum Himmel geöffneten Händen gesungen wird oder zum Friedensgruß die gereichte Hand, als Zeichen des Respekts, noch ans eigene Herz geführt wird, dann sind das Momente, die deutlich tiefer gehen und mich sehr viel mehr berühren können.

Der Mädchenchor eines Kinderheimes begleitet den Gottesdienst, was immer toll klingt. Überhaupt, Timoresinnen und Timoresen können beeindruckend schön singen! So manche Tage überkommt mich jedoch Sehnsucht und ich wünsche mir deutsche Kirchenmusik in ihrer Ausdrucksstärke herbei – unbedingt muss die Tradition der Orgel bewahrt werden, das ist ein wirklich wertvolles Kulturgut!

Nach einer Stunde entsendet uns der Priester schließlich in den Sonntag. Auch wenn ich zugegebenermaßen, aufgrund der Tonqualität der Mikrofone und der recht gewöhnungsbedürftigen Aussprache, meist wenig Inhaltliches vom Gottesdienst mitnehme, ist es trotzdem eine schöne Erfahrung. Ich komme immer fröhlich gestimmt und mit einem neuen Ohrwurm zurück nach Hause.

Eindrücke aus unserem Leben im Konvent

Während unserer zehn Monate dürfen wir in dieser Gemeinschaft leben. Foto: Okta

Um 05:30 läutet eine Glocke, es folgt heller Gesang und betendes Gemurmel. Mein Zimmer liegt gegenüber der Kapelle, weshalb ich davon manchmal vor meinem eigentlichen Wecker wach werde. Doch so wie mich Zuhause meine vier jüngeren Geschwister nicht mehr vom Schlafen abhalten können, habe ich mich mittlerweile auch an diese Geräuschkulisse gewöhnt.

Wenn die Schwestern gegen sieben Uhr aus ihrer Messe wiederkommen, frühstücken wir gemeinsam. Charlotte und ich sehen dabei mehr oder weniger wach aus… Nach dem Abwasch gehen alle Schwestern ihres Weges. Viele erledigen klösterliche Verpflichtungen, andere studieren, manche von ihnen unterrichten selbst – so wie wir es ebenfalls täglich tun.

An manchen Tagen kommen wir dann recht spät von der Arbeit zurück, sodass die Schwestern schon ihre abendliche Vesper feiern. Haben wir uns zuvor noch angeregt unterhalten oder schwungvoll gesungen, fällt uns dann wieder abrupt ein, dass wir ja im Kloster leben, und schleichen uns an der Kapelle vorbei. Zum Abendessen um 19:00 treffen wir uns schließlich alle wieder. Die gemeinsame Zeit wird genutzt, um sich über alle möglichen Themen auszutauschen – von den aktuellen Nachrichten bis hin zum neusten lustigen Facebook-Video ist alles dabei. Danach werden der Hund, sowie die Schweine und seit neustem auch drei Katzenjunge gefüttert. Punkt neun Uhr werden schließlich alle Türen und Fensterläden geschlossen, der Tag ist zu Ende!

Die Wochenenden sind ebenfalls bestimmt von Routinen. Sie werden Freitagabends mit einer stillen Mahlzeit eingeläutet. Samstagvormittags wird dann das gesamte Haus geputzt und die eigene Wäsche gewaschen. Gelegentlich verbringen Schwestern ihren Tag in Stille – sie machen dann Retreat. Sonntagabends tanzen oder spielen wir gelegentlich Karten.

Unser Alltag im Konvent ist schon sehr strukturiert, aber es sind insbesondere die kleinen Momente, in denen mir der religiöse Kontext auffällt: Es gibt zum Beispiel eine unantastbare Hierarchie, die immer zu beachten ist. Die Timorese time gilt nicht, stattdessen sind die Uhren um zehn Minuten vorgestellt. Jede Autofahrt beginnt mit einem Gebet und alle unsere Ausflüge werden unternommen, um zu beten. Dafür zelebrieren wir aber zum Beispiel auch jeden der zahlreichen Feiertage und finden dann beim Frühstück süße Geschenke neben unseren Tellern.

Ein Leben im Kovent kann also sowohl anstrengend, als auch sehr schön sein. In jedem Fall nehme ich viel aus dieser Erfahrung mit!


September 2019

„Viva Timor“

Bloß diese zwei Worte habe ein Freund unseres Sprachlehrers Alex damals in sein Schulheft geschrieben. Daraufhin sei er für einen Monat vom Unterricht ausgeschlossen worden. Alex erzählte uns von diesem Erlebnis sehr gefasst, mich hingegen überkamen verschiedenste Gefühle. Schon einige Timoresinnen und Timoresen haben uns solche Erfahrungen aus ihrer Vergangenheit geschildert.

Am Ende musste ich immer wieder daran denken, wie unnahbar doch solche Erzählungen für mich sind. Das Einzige was ich den Betroffenen deshalb zurückgeben konnte, war mein offenes Ohr. Jedoch stimmt das gar nicht – Ich kann ihre Geschichte nämlich teilen und ein Bewusstsein dafür schaffen. Aus diesem Grund widme ich meinen heutigen Blogpost der Bevölkerung Timors und deren Historie und hoffe dabei sehr, dass ich besonders viele Leserinnen und Leser erreiche. Denn es ist schon erstaunlich, dass ich in meinem ersten Monat von gleich mehreren Timoresen nach der Berliner Mauer und dem geteilten Deutschland gefragt wurde, wir hingegen meist noch nicht einmal von Osttimor wissen.

Das Resistence Museum in Dili klärt sehr gut über Osttimors Geschichte auf. Foto: Johanna

Die Ursprünge Timor-Lestes

Die Insel Timor wurde vor langer Zeit von verschiedenen Ethnien Asiens und Ozeaniens besiedelt. Sie teilt sich in West- und Osttimor auf. In Osttimor gab es zwei große Herrschaftsgebiete, die wiederum in viele kleine Königreiche unterteilt wurden. Innerhalb dieser Königreiche wurden eigene Stammessprachen gesprochen, weshalb sich die Bewohner nicht über die Grenzen hinaus verständigen konnten. Nur die zwei Könige kommunizierten über eine gemeinsame Sprache, Tetun-Terik. Daraus entwickelte sich Tetun-Prasa, das in der heutigen Hauptstadt Dili gesprochen wurde und daher auch Tetun-Dili genannt wird. Durch die Herausbildung Dilis als Metropolregion Timor-Lestes ist Tetun heute eine der offiziellen Amtssprachen. Es wird von so gut wie allen Bewohnern gesprochen. Deren 36 Muttersprachen bleiben daneben aber weiterhin bestehen.

Kolonialisiert durch Portugal

Portugal und Osttimor stehen auch heute noch in einer sehr engen Beziehung. Foto: Johanna

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts erreichten erstmals Portugiesen die Insel. Sie berichteten von Sandelholz und weiteren kostbaren Gewürzen, weshalb nur kurze Zeit später Osttimor zur Kolonie erklärt wurde. Jahre später verschob sich dieses Exportinteresse auf Kaffee. Überwiegend wurde die Insel jedoch als Exil für politische Gefangene genutzt. Die timoresische Nation wurde dabei stark vernachlässigt und war machtlos gegenüber dem Unwillen und der Gewalttätigkeit der ansässigen Portugiesen. Es kam deshalb immer wieder zu Aufständen innerhalb der Bevölkerung, die jedoch gewaltsam niedergeschlagen wurden.

Im Jahr 1974 kam es zum Militärputsch in Portugal. Infolgedessen sollte das kolonialisierte Timor-Leste in die Unabhängigkeit überführt werden. Es bildeten sich eine Parteienlandschaft und die zwei größten Parteien FRETILIN und UDT schlossen sich zusammen. Ihr Ziel war ein unabhängiges Osttimor, was der Nachbarstaat Indonesien jedoch verhindern wollte. Er finanzierte deshalb die Partei APODETI, die sich für einen Anschluss an Indonesien aussprach. Diese fand jedoch keinen Anklang innerhalb der Bevölkerung.

Unter der Operation Komodo machte er es sich deshalb zunutze, dass sich die beiden Koalitionsparteien in einem Machtkonflikt befanden. Durch Propaganda und Drohungen gewann er die UDT für sich und schürte den Konflikt in einem solchen Maße, dass ein dreiwöchiger Bürgerkrieg ausbrach. FRETILIN ging dabei als Sieger hervor und proklamierte am 28. November 1975 die Unabhängigkeit, die jedoch von keiner Seite anerkannt wurde. Durch die hergeführte Instabilität der politischen Lage konnte Indonesien es rechtfertigen, in das Land einzumarschieren und es zu annektieren. Die Soldaten begannen zunächst, getarnt als UDT Kämpfer, die Grenzgebiete zu Osttimor zu besetzen.

Der damalige US Außenminister Henry Kissinger sagte es sei absolut klar, dass Indonesien früher oder später die Insel übernehmen würde. Mit Blick auf die privilegierte Beziehung zu Indonesien, dem größten und wichtigsten Land in Südostasien, äußerten sich der Präsident Gerald Ford jedoch verständnisvoll für Indonesiens Handeln. Er finanzierte großzügig dessen militärische Ausrüstung.

Unter der Besatzung Indonesiens

So kam es, dass Indonesiens Militär am 06. Dezember 1975 ungehindert mit tausenden Luft-, See- und Bodentruppen Dili angreifen konnte. Die Operation trug den Codenamen „Lotus“. Eine abscheuliche Symbolik: Eine Lotusblume kann im Schlamm entspringen, über die Dunkelheit hinauswachsen und entfaltet dann ihre Schönheit. Schmutz perlt an ihr ab, weshalb sie auch für Reinheit steht. So tat die indonesische Regierung also, als ob sie das destabilisierte Osttimor retten und den Menschen Ordnung und Zufriedenheit bringen wollte.

Stattdessen wurden die Soldaten aber von Augenzeugen als ein „human swarm eager to kill, steal, loot, rape and destroy“ beschrieben. Die Stadt und deren Bewohner wurde beschossen, bombardiert, Häuser wurden angezündet und Zivilisten wurden willkürlich getötet. Im Hafen wurden die Menschen aufgestellt und der Reihe nach hingerichtet. Dabei wurde die chinesische Gemeinde Dilis bewusst attackiert und fiel dem Angriff fast vollständig zum Opfer.

In dieser Nacht konnte sich FRETILIN auf 2.500 Soldaten Timors und 7.000 Zivilisten zur notdürftigen Gegenwehr stützen, womit sie Indonesien hoffnungslos unterlegen waren. Diese Unverhältnismäßigkeit sollte sich auch die gesamte Besatzungszeit über nicht ändern – Ihr Durchhaltevermögen konnte deshalb immer nur aus ihrem tief verankerten und unabdingbaren Wunsch nach Unabhängigkeit geschöpft werden. Indonesien hingegen hatte das nötige Geld und die nötige Macht. Alleine am 2. Weihnachtstag erreichten 15.000 ausgebildete Soldaten bewaffnet mit den neusten Technologien die Insel. Die Timoresen und Timoresinnen leisteten ihnen aber immer heldenhaft Widerstand, bis zum bitteren Ende.

Schritt für Schritt eroberten die indonesischen Soldaten zunächst alle Städte und strategisch wichtigen Straßen Timor-Lestes. Ende 1977 folgten dann die Dörfer und deren Umgebung. Jedes Mal wurden die
Zielgebiete erst bombardiert und entlaubt, danach beschossen. Häuser und öffentlichen Gebäude wie Schulen wurden wahllos zerstört. Überlebende Zivilisten wurden in Transitcamps deportiert, sie selbst bezeichneten diese Orte im Nachhinein jedoch als Konzentrationslager. Auch wurden systematisch Felder zerstört und Nutztiere verschwanden. Im ganzen Land herrschte deshalb Hunger und Krankheit. Diesem Krieg fiel insgesamt ein Drittel der Bevölkerung zum Opfer.

Die kämpfenden Widerständler mussten sich nach und nach weiter zurückziehen, bis sie sich schließlich in den Bergen Osttimors versteckten. Von dort aus planten und organisierten sie Gegenangriffe. Ihre Familien wurden zu Selbstversorgern und ermöglichten dadurch das gemeinsame Überleben. Ab und an war es der Zivilbevölkerung möglich, Unterstützung an den Straßenrändern zu hinterlassen, zum Beispiel in Form von einem Topf gekochtem Reis.

Viele von ihnen hatten sich unter die indonesischen Besatzer gemischt. Sie folgten der Idee, wer nicht stärker als sein Gegner ist, muss klüger sein als er. So kam es, dass sie nach außen hin der indonesischen Regierung gegenüber loyal erschienen, jedoch insgeheim wertvolle Informationen sammelten und weitergaben. So entstand im Laufe der Zeit ein gut aufgebautes, geheimes Netzwerk.

Auch konnte man unter ihren Häusern ausgegrabene Zimmer finden, in denen sich die Guerilla Kämpfer versteckten. Im Timorese Resistence Achive & Museum bin ich in einen Nachbau eines solchen Zimmers gekrabbelt (geschätzt 1,2 Meter hoch und 1,5 Meter breit) und habe einen erschreckenden Einblick bekommen: Abgesehen davon wie menschenunwürdig ein Leben dort gewesen sein muss, ist es sehr angsteinflößend, sich so gefangen und ausgeliefert unter den Füßen Anderer zu bewegen.

Es gibt reihenweise Material über all die fürchterlichen Verbrechen. Foto: Johanna

Wenn indonesische Soldaten auf Sympathisanten oder gar Mitglieder FRETILINs, beziehungsweise deren Familienangehörige, stießen, wurden sie hingerichtet oder verschwanden spurlos. Teilweise wurden sie in Gefängnisse gebracht und dort auf grausamste Weise gefoltert. In der Chega! [Anm.: Portugiesisch für Stopp] Ausstellung sind diese Geschehnisse detailliert aufgearbeitet. Dort in den damaligen Zellen zu stehen und über verbliebende Wandritzereien zu streichen, erfüllte mich, auch als Außenstehende, mit großer Angst und tiefem Schmerz.

Ausschlaggebend für ein internationales Bewusstsein dieser Krise war der Aktivismus der timoresischen Jugend. Ihre erste große Demonstration fand am 12. November 1991 statt. Es war ein Trauerzug für einen zuvor getöteten Unabhängigkeitsaktivisten. Mehr als 3.000 Menschen liefen zum Santa Cruz Friedhof. Es wurden Plakate hochgehalten auf denen stand „Long live Timor-Leste“ oder „Long live Xanana [Anm.: Anführer der FRETILIN, später erster Präsident]“.

Als sie sich alle auf dem Friedhof versammelt hatten, wurden sie plötzlich von Polizisten und Soldaten umstellt, die das Feuer auf sie eröffneten. Ich habe immer noch die Bild- und Tonaufnahmen aus dem Museum im Kopf und mich überläuft jedes Mal erneut ein kalter Schauer, wenn ich daran denke – 271 Menschen starben dabei, 270 sind seitdem spurlos verschwunden, 278 wurden verletzt und es fanden zahlreiche Verhaftungen statt, die weitere Gewalttaten zur Folge hatten.

Journalisten dokumentierten dieses Massaker filmisch und brachten es der Öffentlichkeit nahe, was zur weltweiten Bestürzung führte. Es war der Wendepunkt Osttimors Leidens: Die Vereinten Nationen hatten das nötige Beweismaterial, um handeln zu können, Menschenrechtsorganisationen begannen einzugreifen und Politiker konnten nicht mehr wegschauen. Es ist grausam, wie lange die großen Weltmächte zugeschaut und Indonesien haben machen lassen oder gar unterstützt haben – ob aus geostrategischen Interessen oder purem Desinteresse!

In vielen Ländern veranstaltete die Bevölkerung Solidaritätskundgebungen. Die Bewohner Timor-Lestes äußerten sich dazu später voller Dankbarkeit: “Your work and dedication have been for us a source of moral sustenance […]” Das hat mir die Augen geöffnet: Bisher bin ich immer unschlüssig darüber gewesen, was solche Demonstrationen bewirken sollen. Aber es scheint die Menschen doch zu erreichen und ihnen Kraft zu schenken. Lasst uns also gemeinsam für die Anliegen, die unsere Herzen zerreißen, auf die Straßen gehen! Wenn die Politik nicht funktioniert, liegt es in unserer Verantwortung für Benachteiligte einzustehen und die eigene Stimme zur Veränderung zu nutzen!

Ausrufung der Unabhängigkeit und was zurückgeblieben ist

Am 30. August 1999 hielten die Vereinten Nationen das Referendum zur Klärung der Unabhängigkeitsfrage, verteilt an 200 Orten, ab. Tagelang wanderte die Bevölkerung durch die Berge, um abstimmen zu können. Die Wahlbeteiligung betrug 98,6%. Eine überwältigende Zahl, von der wir in Deutschland weit entfernt sind. Stattdessen gibt es bei uns eine hohe Zahl an Menschen, die nicht am politischen Mitwirken interessiert sind. Da der Status Quo für sie zufriedenstellend ist, wird kein Grund zur Veränderung gesehen, diejenigen, die unter diesem System leiden, sind nicht von Interesse. Eine Einstellung, die nur aufkommen konnte, weil uns bestimmte Privilegien in dieser Welt mit der Geburt einfach in die Wiege gelegt werden. Wir sollten sie dringend überdenken und unsere Verhaltensmuster aufbrechen!

Am Tag des Referendums kam es zu massiver Einschüchterung und Gewalt seitens pro-indonesischer Milizen. Es wurden zahlreich Menschen erschossen und Häuser in Flammen gesetzt. Arsenia, eine Lehrerin am CMTC, hat das fatalerweise selbst miterleben müssen: An dem Tag wäre beinahe ihr Vater vor ihren Augen erschossen worden. Das Haus ihrer Familie wurde angezündet und es blieb nichts zurück als Schutt und Asche. Sie flohen nach Indonesien und mussten sich ihr gesamtes Leben neu aufbauen.

Das Ergebnis des Referendums wurde vier Tage später verkündet und war eindeutig: 21,5% hatten für die Angliederung an Indonesien gestimmt, während 78,5% dagegen und für ein unabhängiges Timor-Leste waren. Nach der Abstimmung nahm die Gewalt jedoch immer weiter zu, sodass schließlich am 20. September INTERFET [Anm.: eine multinationale friedensstiftende Taskforce, organisiert und geleitet von Australien, zu der später UN Friedenstruppen stießen] eingriff und Timor-Leste absicherte. Es war der Beginn eines umfangreichen humanitären Katastropheneinsatzes: Über die Hälfte der Bevölkerung war zu dem Zeitpunkt von Zuhause geflohen und 70% der Infrastruktur, Häuser und Gebäude zerstört. Die letzten indonesischen Truppen verließen Osttimor schließlich am 31. Oktober.

Wie es seitdem weitergeht

Den 20. Jahrestag des Referendums hat die Bevölkerung fröhlich gefeiert. Foto: Charlotte

Seit dem 20. Mai 2002 gibt es nun den eigenständigen Staat Timor-Leste. Dessen Kalenderjahr ist in Gedenken an die Ereignisse der Vergangenheit bespickt von sehr vielen nationalen Feiertagen. Zu den späteren Unterstützerländern wie zum Beispiel Australien pflegen sie enge Freundschaften und auch mit Indonesiens Regierung haben sie sich ausgesprochen.

Als offizielle Amtssprachen wurden Portugiesisch und Tetun festgelegt. Letztere wurde während der Besatzungszeit in den Schulen verboten. Daher ist gerade die Schriftsprache noch sehr neu und durchgehend im Wandel. Auch gibt es für viele Dinge einfach noch keine Begriffe, weshalb öfters die anderen Sprachen herangezogen werden. Sich in diesem Dschungel zurechtzufinden, ist für mich als Sprachlernende teilweise herausfordernd – manchmal gleicht es dem Lösen eines Puzzles und ist spannend, doch manchmal kann es auch einfach nur anstrengend sein.

Viele Timoresinnen und Timoresen haben während ihrer Schulzeit stattdessen Indonesisch gelernt und sprechen es auch heute noch. Anders als man vermuten mag, stoßen Indonesier und ihre Kultur innerhalb Timor-Lestes Bevölkerung nicht auf Ablehnung. Es wird eine ganz klare Grenze zwischen der Bevölkerung, die durch die Propaganda ihrer Regierung unwissend war, und dem aktiv schuldigen Militär gezogen.

Seit der erfolgreichen Unabhängigkeit ist die Bevölkerung nun in großen Sprüngen dabei, das Land wiederaufzubauen und Entwicklung in die Wege zu leiten beziehungsweise voranzutreiben. Zusätzlich kämpft sie damit, nach all den Jahrhunderten unter Fremdherrschaft, alte Verhaltensmuster abzulegen und sich eine eigene Identität aufzubauen.

Aus diesen vergangenen Ereignissen können wir so viel für unser heutiges Handeln in einer globalen Welt lernen. Meine Gedanken dazu habe ich heute geteilt und wünsche mir, damit Denkanstöße gegeben zu haben. Gemeinsam erreichen wir Wandel! „Viva Timor“ kann jedenfalls wieder lebendig verkündet werden und mit dieser positiven Botschaft lässt sich mein Blogpost auch gut abschließen. Es bleibt mir nur folgende Bitte: Seid Multiplikatoren, tragt Timor-Leste in die weite Welt hinaus!


August 2019

Erste Eindrücke aus Timor-Leste

„I have a simple family, but we’re happy“ – ein Satz, der mir nicht mehr so schnell aus dem Kopf gehen wird. Ich begegnete ihm gleich an unserem ersten Tag. Charlotte und ich hatten die Aufgabe, einen Teil der monatlichen Klausuren zu korrigieren. Es handelte sich dabei um freie Aufsätze zu den Themen „My family“ und „My best friend“.

Das Gelände des CMTCs. Foto: Johanna

Für die kommenden zehn Monate arbeiten wir hier in Dili, der Hauptstadt Timor-Lestes, im Canossa Magalhães Training Center (CMTC). Das ist eine private Schule, die von Osttimors Canossianerinnen gegründet wurde und von Schwester Sonia geleitet wird. Schülerinnen und Schüler jeden Alters besuchen hier am Vor- oder Nachmittag den Unterricht, um Englisch, Portugiesisch oder den Umgang mit dem Computer zu erlernen. Momentan gehören 260 Schülerinnen und Schüler zum CMTC.

Der Unterricht findet in dreimonatigen Einheiten statt, an deren Ende die Schülerinnen und Schüler ein benotetes Zertifikat erlangen. Danach findet überwiegend ein großer Wechsel statt. Es ist aber auch möglich, eine Stufe aufzusteigen und an einer weiteren Einheit teilzunehmen. Innerhalb eines Jahres kann das höchstmögliche Niveau erreicht werden.

Das Büro des CMTCs. Ich arbeite an dem Schreibtisch neben der Tür. Foto: Johanna

Auch wenn wir also unsere ersten zwei Tage recht abgeschlossen von der Außenwelt im Büro des CMTCs verbringen sollten, so ist es doch erstaunlich, wie viel wir gleichzeitig schon über die Mentalität der Bevölkerung Timor-Lestes erfahren konnten. Von diesen interessanten Einblicken in das persönliche Leben der Schülerinnen und Schüler und meinen Gedanken dazu möchte ich deshalb in diesem Blogpost berichten.

„I have a (very) simple family.“

Als ich das zum ersten Mal las, war ich recht irritiert und konnte es nicht wirklich einordnen. Es folgten jedoch noch einige weitere Klausuren, die den Satz so oder in ähnlichen Formen (wie zu Beginn zitiert) beinhalteten. Schließlich verstand ich, dass es um die Lebensumstände der Familie und nicht, wie ich erst angenommen hatte, um deren Konstellation geht. Auf die Idee kam ich aber erschreckend langsam. Ich bin einen solch alltäglichen und offenen Umgang mit diesem sensiblen Thema nicht gewohnt. Für mich kam diese Option deshalb erst gar nicht in Frage.

Das zeigt mir sehr gut, wie stark sich doch mein Denken auf einen bestimmten Rahmen begrenzt. Es ist, als würde ich in einer kleinen Seifenblase durch die Welt schweben: Ich kenne meine eigene Umgebung, aber was außerhalb des Sichtfelds liegt, kann ich nicht oder eben nur sehr mühsam anwenden.

You can change the world!

In den Pausen machen wir gerne Fotos zusammen. Foto: Totia

Marias [Anm.: Name geändert] Text hat mich ganz besonders ergriffen. Zunächst schreibt sie von ihrer Freundin und freut sich sehr über deren Fleiß und Erfolg in der Schule. Sie nehme sich ihre Freundin zum Vorbild und bemühe sich, sie nachzuahmen. Ihr Leitspruch: „One pen, one book, one teacher can change your life and you can change the world.“ [Malala Yousafzai] Ein Zitat, das in Dili auch gleich mehrere Mauern ziert. Dann beschreibt sie aber auch, wie ihr das nicht genügend gelinge und sie deshalb Angst habe. Angst vor dem Scheitern; Angst, nicht gut genug zu sein; Angst, dass sie nicht dazu beitragen könne, Timor-Lestes glanzvolle Zukunft zu sein.

Dieser Leistungsdruck, als junger Mensch etwas zur Zukunft der eigenen Nation beitragen zu können, wird mir nach einigen weiteren Klausuren immer bewusster. Die Bevölkerungsverteilung ist eben bedeutend unterschiedlich zu der von Deutschland. Wer das einmal spüren möchte, braucht nur zwei Minuten von unserer Haustür bis zum Largo de Lecidere zu laufen und kann dort den Trubel beobachten: Die unter 15-Jährigen machen fast die Hälfte der Bevölkerung aus und auch sonst leben hier überwiegend junge Erwachsene, die Timorese youth trägt somit die Verantwortung für die Entwicklung des Landes.

Dementsprechend muss viel gelernt werden. Unter anderem wird deshalb vor oder nach dem regulären Schul- beziehungsweise Unibesuch zahlreich an den Englischstunden des CMTCs teilgenommen. In einer Pause haben wir außerdem eine Schülerschar gefragt, wie sie ihre Freizeit gestalten. Geduldig erklärten sie uns, dass unter der Woche nur gelernt werden würde. Erst am Wochenende könne etwas zusammen unternommen werden. Da muss ich an meine ehemaligen Aktivitäten denken – Saxophonunterricht, Bandprobe und Yogastunde als feste Termine, dazu noch oftmals das Vorbeischauen bei meinen Freundinnen.

Die Schule war für mich ebenfalls sehr wichtig und auch ich bin dankbar für die Bildung, die ich erlangen konnte. Aber ich habe dabei nie den Druck verspürt, etwas für die Gesellschaft leisten zu müssen. Es geht in erster Linie immer um mich selbst, um meine Zukunft. In Bezug auf unsere [Anm.: alle, die sich gerade in derselben Lebensphase wie ich befinden] bevorstehende Berufswahl ist dieser neue Blickwinkel sicherlich einen Gedankengang wert.

„Thank you teacher (for reading)!“

Momentan unterstütze ich Lehrerin Arsenia in ihren Klassen. Foto: Charlotte

Mit diesen Worten haben schließlich viele der Schülerinnen und Schüler ihre Klausuren beendet. Diese Dankbarkeit ist mir während meines ersten Monats auch schon öfters im Unterricht aufgefallen und gefällt mir sehr – Sowohl die Häufigkeit als auch die Ernsthaftigkeit dabei.

Der Gedanke der Freiwilligkeit ist dadurch deutlich präsenter: Die Lehrerinnen und Lehrer müssten nicht unbedingt ihre 100% geben. Aber sie tun es, weil sie das Beste für ihre Schülerinnen und Schüler wollen. Die wiederum müssten nicht zum Unterricht kommen und mitmachen. Aber sie tun es, weil sie lernen wollen. Beide Seiten sind dem Anderen gegenüber dankbar und freuen sich über die Zusammenarbeit. Es entsteht eine viel wertschätzendere und wohlwollendere Atmosphäre im Miteinander. Das können wir uns in Deutschland gerne zum Vorbild nehmen.

In diesem Sinne, Danke für das Lesen meiner heutigen Gedanken!

Autor:

Johanna

Johanna absolviert ihren Freiwilligendienst in Timor-Leste. Dort unterstützt sie das Canossa Magalhães Training Center.

7 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Johanna,
    Wow, das war sehr interessant zu lesen und es steckt viel Recherchearbeit dahinter.
    Du bist ein „Nachwendekind“ und kennst daher zum Glück nicht eventuell zu erwartende „Repressalien“ nach pölitischen Äusserungen deinerseits, die der Obrigkeit nicht ins Konzept passen.
    Die Ostberliner und Ostdeutschen mussten Ähnliches wie Schulverweis, Berufsverbot oder gar Gefängnis befürchten. Doch es gab nicht Bürgerkrieg und dieses schreckliche Leid wie Du es aus Timor berichtest.
    Beschämt hat mich zu lesen, dass Du dort nach der Mauer gefragt wurdest und wir von den Ereignissen und dem Leid und Terror in Timor Nichts bewusst wahrgenommen haben.
    Danke Dir für den Weckruf und die ausgesprochene Hoffnung, dass Hinschauen, Proteste und Demonstrationen nicht erfolglos sind.
    Bleibe weiter aufmerksam und viel Freude und Erfolg beim Sprachelernen wünschen Dir Deine Großeltern verbunden mit herzlichen Grüßen.
    PS. Ich hoffe, dass diesmal mein Text rausgeht, Oma

  2. Liebe Johanna,
    auch heute geschieht noch soviel Unrecht in der Welt, das man denken könnte die reichen Länder haben nichts gelernt. Bleibt nur zu hoffen, dass in deinem kleinen Land Timor Leste der Frieden von Dauer ist und soziale Gerechtigkeit errreicht wird. Herzliche Grüße aus Berlin

  3. Liebe Johanna, immer wenn ich Fotos von dir sehe oder deine Texte lese, fühle ich mich in eine andere Zeit versetzt. Es erinnert mich stark an die Erfahrungen die ich selbst in der Fremde einfing.
    Du schilderst sehr bewegend was dich umgibt und Danke dass du uns deine Gedanken nach Deutschland trägst.
    Es ist immer wieder wertvoll sich zu öffnen und den Blickwinkel zu verändern. Ich wünsche dir weiterhin viel Freude und den Segen für alle, für ein gutes Zusammenleben und Arbeiten.
    Liebe Grüße aus Osterholz-Scharmbeck, Germany

  4. Hallo Johanna und Charlotte,

    Ich hoffe das Tetun lernen und das leben im Kloster, fällt nicht zu schwer. Tetun ist doch die am meisten verbreitete Sprache in Dili oder? Wahnsinn wie anders es bei euch ist.
    Alles gute aus Cochabamba
    LG Martin

  5. Liebe Johanna,
    Danke fuer Dein spannendes und interessantes Berichten von Deiner Arbeit und von Deinen ersten Eindrücken in Timor Leste. Du reflektierst so offen und aufmerksam und wertschätzend. Es war schoen Dich und Charlotte in Dili kennen gelernt und getroffen zu haben, auf unserer Dienstreise in Osttimor vor ein paar Wochen. Ich sehe immer wieder Fotos von Euch wenn Sr. Sonia im fb über die Arbeit des Canossa Magalhaes Training Centre berichtet. Viel Spass und guten Mut weiterhin fuer die Arbeit und das Leben in Dili. Liebe Grüße aus Stuttgart, Inge

  6. Liebe Johanna, bereits nach einem Monat schon sehr weise und gute Gedanken!
    Halte diesen Spirit aufrecht!
    Liebe Grüße aus Aachen,
    Kesuma

  7. Danke liebe Johanna, dass Du uns an Deinen neuen Erfahrungen und Geanken so ausführlich teilhaben lässt. Klingt nach viel Arbeit aber auch frohen Mut.
    Auch für uns Anlass zum Nachdenken über die von uns oft als Selbstverständlichkeiten angesehen werden.
    Weiterhin viel Freude und Ausdauer, bleib gesund und munter.
    Liebe Grüße von Deinen Großeltern

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