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Cancun: Die ganze Welt versammelt auf dem Mond

Die ganze Welt trifft sich beim Klimagipfel – und MISEREOR trifft Aktivisten, die auch für eine gerechte Klimapolitik streiten.

Nice to meet you! Mucho gusto! Ça va? Muito Prazer! Hey, Hallo! An allen Ecken tönen andere Sprachen durch die Hallen in Cancún – auch solche, von denen ich kein einziges Wort wiedergeben könnte, selbst wenn ich wollte. Im Bus, auf der Straße, in den Verhandlungsfluren trifft man auf die ganze Welt. Fidji, Tuvalu, Guinea Bissao, Kongo, Neuseeland, USA, Irland, Togo, Tokelau (Entschuldige, wo liegt das?).
Alle machen sich auf den Weg in den Moon Palace – den Mond Palast. Hier trifft sich die Welt zur Verhandlung und es ist schon spannend, in kürzester Zeit so viele unterschiedliche Menschen zu treffen. Die lange Anreise aus dem Zentrum – so anstrengend sie auch ist – macht es möglich, ins Gespräch zu kommen. Da in den Bussen laute Videos laufen und am Abend das Licht nicht an ist, kann man eh nicht arbeiten.
Hier ist die Welt ein Dorf, und mitten in diesem Dorf stehe ich im Mondpalast. Wenn die Welt wirklich ein Dorf mit 100 Einwohnern wäre, würden sechs Personen 60% des gesamten Weltreichtums besitzen und einen Großteil der Treibhausgasemissionen auf diesem Planeten produzieren.  Die Zunahme von extremen Wetterereignissen träfen hingegen jene 80 im Dorf, die in prekären Wohnungen leben, oft an Flussufern und Hängen und nichts zum Klimawandel beigetragen haben. Die Zeitungsberichte über die Klimakonferenz im Mondpalast könnten nur 68  lesen, da der Rest Analphabeten sind. Nur sieben würden verstehen können, was Treibhausgase sind und wie sie chemisch und physikalisch wirken. Denn sie haben keinen weiterführenden Schulabschluss. 13 würden schon heute hungern und der Klimawandel wird ihre Anzahl erhöhen.
Wenn die Welt wirklich ein Dorf mit 100 Einwohnern wäre, dann würden darunter 61 Asiaten,
12 Europäer  und 13 Süd- und Nordamerikaner leben.  Zudem 13 Afrikaner und 1 Australier.
In unserem Dorf auf dem Mond leben aber mindestens 50 in Europa und anderen Industrieländern. Entwicklungsländer können sich die hohen Kosten der Teilnahme für viele Mitarbeiter  gar nicht leisten und es gibt nur wenige, die sich Vollzeit mit der Klimapolitik beschäftigen können. Zum Ungerechten Klimawandel kommt eine ungerechte Klimapolitik hinzu. Bis zu 10 Arbeitsgruppen tagen gleichzeitig und viele Delegationen sind mit zwei, drei, vier Leuten dabei. Ob jene wirklich die Realitäten ihrer Bevölkerung kennen, ist in einigen Fällen in Frage zu stellen. Auch sie leben häufig in einem Mondpalast.
Umso erfreulicher ist, dass zunehmend auch Zivilgesellschaft aus den Entwicklungsländern zu sehen ist, die z.B. ihre Erfahrungen mit dem Klimawandel und ihre Erfahrungen im Umgang mit Klimarisiken einbringen. Sie helfen ihren Regierungsdelegationen oder begleiten ihre Positionen kritisch – je nach Situation im Land. Dabei trifft man auch immer wieder auf MISEREOR Partner. Nicole und ich tragen MISEREOR Schlüsselbänder an unseren Eintrittspässen und so kommt es, dass wir auch von ihnen erkannt und angesprochen werden.
Plötzlich scheint auch MISEREOR ein Dorf zu sein, in dem sich die ganz Welt vereint.

Autor:

Anika Schroeder arbeitet als Referentin für Klimawandel und Entwicklung bei MISEREOR in der Abteilung Politik und Globale Zukunftsfragen. Dort setzt sie sich für mehr und vor allem gerechtere Klimapolitik in Deutschland und auf internationaler Ebene ein.

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Sg. Damen/Herren,

    anbei ein kleiner Buchhinweis, der vielleicht auch für Ihre Belange von Interesse sein könnte (siehe dazu auch den Link)?
    Unter dem Stichwort „Reaktionen“ finden sich an die knapp 40 Bewertungen und Rezensionen zum Buch.

    http://www.unserkleinesdorf.com/

    Vielleicht haben Sie kurz Zeit in die Homepage zu schauen, sonst ab in den Papierkorb mit dieser Information
    Falls Sie diese Information schon einmal bekommen haben, dann umso schneller in den Papierkorb damit!

    Mfg aus Innsbruck
    Josef Nussbaumer

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