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Mehr als nur ein Radio

Die Wiederwahl von Präsident Obama ohne eine ausführliche Analyse in den Medien? In der Medienlandschaft Deutschlands undenkbar. Nicht so bei Radio Oriente im Nordosten von Peru.

Die Türen stehen bei Radio Oriente immer offen.

Die Türen stehen bei Radio Oriente immer offen.

Im Fokus des kleinen Senders im peruanischen Amazonasgebiet, der von MISEREOR unterstützt wird, stehen vielmehr die Menschen in Yurimaguas und die indigenen Gemeinschaften, ihre Sorgen und Nöte. „Somos del pueblo y para el pueblo – Wir sind vom Volk und für das Volk da“ – ist der Leitsatz des Senders.

Rund 60 Personen besetzen weite Teile eines Privatgrundstücks, der Eigentümer protestiert und versperrt mit seinem Lastwagen die Zufahrt zu einer Baustelle, die an sein Grundstück grenzt. Er verlangt Klarheit von der Politik. Der Bürgermeister schweigt. Auch die nächsten zwei Tage ist er nicht zu erreichen. Die Journalisten von Oriente wollen nicht einfach bloß Informationen vermitteln, Statements einholen, sondern eine Lösung des Problems. Ziel ist es die verantwortlichen Politiker zum Handeln zu bewegen. Ohne die unnachgiebige Arbeit von Radio Oriente wäre der Fall nicht auf der aktuellen Tagesordnung der Politik gelandet.

Die Berichterstattung von Radio Oriente gibt den Menschen hier eine Stimme. Eine Stimme, die nach Gerechtigkeit ruft.  Themen wie Landraub, Gesundheit und Menschenrechte prägen das Programm. In Kommentaren und kurzen Spots werden sie immer wieder diskutiert und präsentiert und damit ins Bewusstsein der Menschen, der Öffentlichkeit getragen. Bildungsarbeit on Air.

Der Radiosender ist der einzige, der auch bis in den hintersten Winkel des Regenwaldes gelangt. Fast bis zur ecuadorianischen Grenze empfangen die Menschen in den Dörfern und Gemeinden FM 99,5. Für sie ist Radio Oriente auch einfaches Kommunikationsmittel. „Bin gut in Iquitos angekommen. Werde morgen um 9 Uhr  weiterreisen und mich wieder melden.“, steht in krakeliger Schrift auf einem abgerissenen Papier, das ein Mädchen im Büro abgibt.  Auf einem anderen die Mitteilung, dass der Onkel ins Krankenhaus gebracht werden musste. Auch das ist Radio: Botschaften weitergeben. Anders erfahren die Familien in den entferntesten Dörfern sonst nicht was passiert ist. So wird selbstverständlich jede Nachricht verlesen und jeder Anruf entgegengenommen.

Lesen Sie auch Teil 2 „Fernsehen hören, Radio sehen“

und Teil 3 „Umweltschutz auf Sendung!“

 

Autor:

Annika Sophie Duhn arbeitet als Bildungsreferentin bei MISEREOR.

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Das find ich gut, Radio: Botschaften weitergeben!!(grins)

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