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Zwei ganz verschiedene Welten

Bei der ZDF-Gala gehen viele kleine Geschichten sehr ans Herz

2.381.667 Euro beträgt der Spendenstand am Ende des Gala-Abends.

2.381.667 Euro beträgt der Spendenstand am Ende des Gala-Abends.

Ich hätte schwören können, der Saal, in dem die große ZDF-Gala zugunsten von MISEREOR und Brot für die Welt stattfindet, wäre deutlich größer. Wenn man dann aber tatsächlich in jenem Bavaria-Studio am Stadtrand von München steht, ist es wirklich beeindruckend, wie die TV-Profis es schaffen, auf bescheidenem Raum die ganz große Show zu inszenieren. Und wenn der Zuschauer wüsste, was alles an Unvorhergesehenem passieren kann bei einer Live-Sendung. Bewundernswert, wie Fernsehleute improvisieren können…
Es war eine rundum gelungene Show, nicht nur, weil die beiden christlichen Entwicklungshilfswerke am Ende die stolze Spendensumme von mehr als 2,3 Millionen Euro verbuchen konnten. Und nicht nur, weil sich fast jeder anrühren lässt, wenn Rod Stewart oder auch nur Jürgen Drews leibhaftig vor einem stehen. Am schönsten waren die kleinen Geschichten, die zwischen den vielen Adventssongs und Weihnachtsevergreens an diesem Abend erzählt wurden. Da berichtet der Reiseunternehmer Johannes Zurnieden, der wie schon in den Jahren zuvor in der Sendung eine Million Euro spendete, dass selbst die Besatzungen seiner Kreuzfahrtschiffe für die ZDF-Gala gesammelt und auf Gehaltsboni verzichtet hätten. Da erzählt die ZDF-Sportmoderatorin Katrin Müller-Hohenstein, die mit anderen Prominenten am Telefon die Spenden der Zuschauer entgegennahm, dass ein Mann, der sich zufällig in die Sendung „verirrt“ hatte und eigentlich nur das Heute-Journal schauen wollte, spontan 500 Euro für MISEREOR und Brot für die Welt zusagte. Und auch Eva Lind und David Garrett zeigen sich großzügig, indem sie spendenden Zuschauern als Anreiz mit Konzerttickets winken oder den Reinerlös eines Auftritts in Chicago zur Verfügung stellen.

Zwei starke Frauen aus Afrika

Ingrid Lestrade berichtet den Schauspielern Ursula Buschhorn und Ralf Lindermann über das Projekt "Goedgedacht".

Ingrid Lestrade berichtet den Schauspielern Ursula Buschhorn und Ralf Lindermann über das Projekt „Goedgedacht“.

Den nachhaltigsten Eindruck hinterließen allerdings zwei Frauen, die aus Afrika nach München gereist waren. Ingrid Lestrade, die Leiterin des von MISEREOR geförderten Projekts „Goedgedacht“ für Kinder und Jugendliche in Südafrika, dankt in bewegenden Worten für die großherzige Unterstützung aus Deutschland, „auch als vor 20 Jahren erst einmal nur eine Idee von unserem Projekt existierte“. Sie bietet jungen Menschen Zuflucht, Heimat und bessere Zukunftsperspektiven. „Wir können Armut nur dann erfolgreich bekämpfen, wenn wir Menschen in den ersten 25 Jahren ihres Lebens bestmöglich unterstützen,“ sagt die zierliche Frau, die so viel Warmherzigkeit und Kraft ausstrahlt. „Sie brauchen eine gute Schulbildung, wir müssen sie gesund halten, und sie müssen lernen, ohne Drogen, Alkohol und Gewalt zu kommunizieren. Die Kinder haben so viel Potenzial. Das müssen wir nutzen.“ Ingrid Lestrade stammt selbst aus ärmlichsten Verhältnissen, sie hat zum Beispiel in ihrer Jugend mit fünf Leuten in einem Bett geschlafen. Nicht zuletzt diese persönlichen Erfahrungen motivieren sie nun besonders für ihre Arbeit.

Valerie Browning von der Partnerorganisation von Brot für die Welt in Äthiopien APDA

Valerie Browning von der Partnerorganisation von Brot für die Welt in Äthiopien APDA

Valerie Browning von der Organisation APDA, die als Partner von Brot für die Welt Nomaden in Äthiopien unterstützt, ist nun schon seit 40 Jahren in dem ostafrikanischen Land tätig. Die gelernte Krankenschwester aus Australien wollte 1973 bei einer großen Hungersnot nur kurzzeitig in Äthiopien helfen. Doch sie blieb, „weil ich so schockiert war von der dortigen Not und Ungerechtigkeit. Diese Ungerechtigkeit existiert noch heute. Die Armen sind absolut machtlos“. Und es bekümmere sie, dass die Menschen in Deutschland und Äthiopien „in zwei ganz verschiedenen Welten leben“.

Autor:

Ralph Allgaier

Ralph Allgaier arbeitet als Pressesprecher bei MISEREOR.

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