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Projekte in Uganda?

Warum fördert MISEREOR Projekte in einem Land, das Homosexuelle per Gesetz verfolgt?

Am Sonntag haben wir die MISEREOR-Fastenaktion 2014 eröffnet. Schon vor einem Jahr wurde entschieden,  dass 2014 Uganda Schwerpunktland der Fastenaktion sein würde. Einige emails und Einträge in den sozialen Netzwerken erreichen uns nun in diesen Tagen, in denen Menschen ihre Empörung über die  Anti-Homosexuellen Gesetzgebung in Uganda kundtun. Sie fragen uns: Wie könnt ihr Projekte in einem Land unterstützen, in denen Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert und verfolgt werden? Ich frage: wie können wir nicht? Wir können doch nicht  Menschen, die hungern, die unsere Unterstützung und Solidarität beim Kampf gegen Krankheit und extreme Armut, aber auch beim Ringen um Veränderungen und Entwicklung, die Unterstützung versagen. Wir müssen doch gerade jetzt mit den Menschen im Dialog bleiben und so auch im Rahmen unserer Möglichkeiten Einfluss nehmen.

Regierungen können Sanktionen erlassen – aber ein Hilfswerk?

Regierungen und Geberländer in Europa und anderen reichen Ländern können Sanktionen  erlassen, Finanzhilfen einfrieren und andere Strafmaßnahmen ergreifen, um auf diese Weise Druck auf die ugandische Regierung ausüben. MISEREOR steht jedoch immer fest an der Seite der Menschen, der  Armen und Hungernden, die wir niemals im Stich lassen würden. In Uganda haben mehr als 11 Millionen Menschen und damit ein Drittel der Bevölkerung nicht genügend zu essen. Sie benötigen unsere Hilfe, um überleben und ein würdevolles Dasein sichern zu können. Es gibt in zahlreichen Ländern der Welt extreme Verstöße gegen die Menschenrechte, darunter auch die massive Diskriminierung von Homosexuellen. Aber wir können doch nicht dort überall die Unterstützung hilfsbedürftiger Menschen stoppen und damit diejenigen doppelt bestrafen, die unter ungerechten Gesetzgebungen ihrer Regierungen leiden.

Unsere Arbeit  basiert auf den Menschenrechten

MISEREOR steht seit seiner Gründung für die Option für die Armen, die an den Rand Gedrängten, die Ausgeschlossenen. Der Einsatz für die Verwirklichung der Menschenrechte ist Grundpfeiler der Entwicklungszusammenarbeit.
MISEREOR arbeitet gemeinsam mit seinen Partnern weltweit für die Würde des Menschen auf der Basis der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Unser Auftrag war und ist es stets, sich gegen jegliche Diskriminierung, Gewalt und Ausgrenzung einzusetzen, aus welchen Gründen auch immer.

Unsere Haltung machen wir deutlich

Das ugandische Anti-Homosexuellen Gesetz kritisiert MISEREOR als einen deutlichen Verstoß gegen die Menschenrechte. Daher machen wir  Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von MISEREOR im Dialog mit den Partnern mit gebotener interkultureller Sensibilität, aber auch Entschiedenheit diese Haltung gegenüber dem beschlossenen Gesetz deutlich.

 

Autor:

Barbara Wiegard arbeitet als Pressesprecherin bei MISEREOR. Alle Neuigkeiten von ihr gibt es auch bei www.twitter.com/barbarawiegard

6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Über Ihre Nachricht zur neuen Nobelpreisträgerin gelange ich auf Ihre Seite und zu dieser Stellungnahme zur Homosexualität. Ich finde es einfach nur feige, dass Sie es immer noch nicht geschafft haben, Farbe zu bekennen für eine konsequente Menschenwürde. Oder fördern Sie sogar eigentlich auch Vereine, die sich weltweit für eine Gleichbehandlung und Gleichstellung homosexueller Frauen und Männer einsetzen? Das wäre eine Nachricht auf Ihrer Startseite wert.
    Mut zu Taten, wie es so schön in einem Kommentar oben heisst. Oder warten Sie darauf, dass der Papst den ersten Schritt geht?

  2. Ich bin Ugandarin, schaffe als fsjer (freiwilliges soziales jahres) beim Samariter stift, leonberg. Ich wollte teilnehmerin des Misereor sein. Aber, frage ist wie? Bitte schicken mich eine email an der adresse. Danke viel mals.

  3. Es ist traurig und grausam, dass Menschen hungern in Armut und elend leben …jaaa.. aber hat sich jemand mal gefragt warum es gerade in homophoben Ländern so ist wie es ist??? Hier eine von vielen Antworten, wobei diese eine logisch nachvollziehbare ist. Menschen werden in Ehen gedrängt müssen Nachkommen schaffen… es spielt überhaupt keine Rolle wie Arm diese sind. Homosexualität wird verfolgt… Homosexuelle werden zur Zeit in Uganda und Nigeria auf der Straße totgeschlagen bevor sie überhaupt vor ein Gericht gestellt werden wo nach einem Menschenunwürdigen Gesetz verurteilt würde. Abschreckend…. Menschenrechtsverstöße an jeder Ecke in vielen afrikanischen Ländern. Homosexualität ist ein Part der Natur und trägt zur Regeneration der Menschen bei und wäre es von präsenten (besonders kirchlichen) Organisationen in Afrika bereits vor Jahrzehnten den Menschen deutlich mitgeteilt worden, hätte sich die politische und auch die Gesellschaftliche Einstellung gegenüber Homosexuellen in eine ganz andere Richtung bewegt. Mehrere Studien aus von USA und Europa in den 90er Jahren haben gezeigt, das 11 % der Weltbevölkerung Homo – Trans oder Bisexuell sind und davon 4% sich als Bisexuell sehen wovon sich wiederum 3 % in der westlichen Welt als Bisexuell benennen, um eine scheinbar höhere Akzeptanz zu erfahren um nicht als schwul oder lesbisch zu gelten. Dies sind alles Früchte der Gesellschaft. So steht im homophobischen Ländern Afrikas eine 0,1 % Statistik „denn Homosexualität ist ein westlichen Produkt´´ . Solange wir nicht in jeglicher Arbeit der Entwicklungs- und Hungerhilfe auch den natürlichen Part der Homosexualität mitteilen werden die Menschenrechte weiterhin missachtet. Der Entwicklungsprozess in dieser Angelegenheit ist selbst in der jungen afrikanischen Generation nun verpasst. Homosexuelle betrachten sich, aufgrund der massiven Ablehnungshaltung des Umfeldes, teilweise selbst als krank, gerade die Menschen, welchen Bildung, Aufklärung und Weitsicht aus den verschiedensten Gründen unterschlagen wurde. In der Geschichte der Menschheit wird diese Problematik immer wieder auftauchen und Menschen leben versteckt und in Angst, aufgrund der Verfolgungen und Furcht durch die Politik, Gesellschaft, Traditionen, Glauben und deren Moralvorstellungen. Seit Mutig und sprecht darüber, seit Mutig und zeigt den Menschen, das ein Mensch ein Mensch ist und kein Gegenüber, das Recht hat einen Menschen zu verurteilen aufgrund seiner sexuellen Orientierung. Dies ist ein wichtiger Part, eine wichtige Arbeit um Toleranz zu schaffen….. denn auch ein Homosexueller kann einen Brunnen bauen für die Wasserversorgung, ein Flugzeug fliegen für Hilfsgüter und ein Außenministerposten besetzen um Entwicklungshilfe zu fördern. Nennt es beim Namen, so dass ein Prozess der Veränderung endlich beginnen kann. Jede Organisation, welche Afrikahilfe leistet sollte diesen wichtigen Part der Aufklärung mit einbeziehen denn Schweigen, nichts sagen nichts hören und raushalten wird die Afrikahungerhilfe nur verstärken und die Menschenrechte werden täglich ein Stück mehr missachtet. Menschenrechtsaktivist von HAMIAM, help a minority in a minority e.V..

  4. Für ein Hilfs-Werk, welches mit „Mut zu Taten“ wirbt, muss es beschämend sein, sich nicht öffentlich gegen dieses diskriminierende Gesetz zu positionieren. Vergeblich haben mein Freund und ich nach einer Pressemeldung gesucht – sollte es sie geben, haben Sie sie gut versteckt. Wir sind katholisch und verpartnert. Meldet sich Miserior nur noch zu Menschenrechtsverletzungen, wenn sie mit der offiziellen Sexualmoral aus Rom übereinstimmen? Ganz ehrlich: Mut sieht anders aus! Sie machen es so noch mehr Lesben und Schwulen leicht, den letzten Hoffnungsort in der Kirche zu verlassen. Ist das gewollt?
    R&C

  5. Einen gravierenden Aspekt verschweigt diese Stellungnahme: Es sind nicht nur die „Regierungen“, die diese anti-homosexuellen Gesetze erlassen. Leider kamen auch von mehreren katholischen Bischöfen in Afrika üble menschenverachtende Aussagen gegen Homosexuelle! Auch Bischöfe, mit denen Misereor zusammenarbeitet.

    Überdies: Andere Organisationen, von Amnesty international bis Weltbank, drücken in diesen Wochen ihre Missbilligung gegen diese Gesetze aus. In den Publikationen von Misereor hingegen wird so getan, als gäbe es das Thema gar nicht. – Eine öffentliche Geste der Solidarität wäre schon angebracht!

  6. … ich bin schwul und katholisch. Von mir gibts abermals KEINEN Cent. Ich spende seit Benedikt XVI. für nichtkatholische Organisationen.

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