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Vom modernen Campus in überschwemmte Viertel

Tag 10 und 11 der Begegnungreise nach Ecuador: Die Gruppe bricht mit 35 Schülerinnen und Schülern in den Parque Histórico Guayaquil auf und lernt den erst kürzlich ernannten Weihbischof von Guayaquil kennen.

Spiegel der Tradtion, Stadt und Menschen

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Auf Klassenausflug in den Park Histórico Guayaquil.

Tag 10:(…) Die Gruppe der Schüler ist bunt gemischt: Schüler mit und ohne Behinderung, als auch quer durch fast alle Altersstufen. Der Park Histórico Guayaquil ist Abbild der Traditionen der hier lebenden Menschen, der Ursprung der Stadt, indem die Wurzeln der Kulturen wiederentdeckt werden können. Für viele der Schüler,  als auch für uns, war es beeindruckend, durch die verschiedenen Bereiche zu gehen und die biologische Vielfalt, als auch die Geschichte des Landes, die hier aufgezeigt wird, auf sich wirken zu lassen. (…)

(…) Vorbei an eingezäunten und gesicherten Wohngebieten, die rings um die Stadt verteilt sind, ging es zurück an die „Universidad Santa María“. Dort begrüßte uns der Co-Rektor Anastasio Gallego. Die USM mi ihrer technischen Fakultät als Universität der Ingenieure über die Grenzen von Ecuador hinaus bekannt. Spezialisiert hat sich der Campus auf das Verwaltungswesen: Marketing, Design, visuelle Kommunikation. In unserem Gespräch ging es um politische als auch wirtschaftliche Themen in der Geschichte Ecuadors, sowie um die Sicht Südamerikas auf Europa. (…)

Von Kathrin Lill

 Es gibt keinen Ausbildungsgang „Bischof“

Ein Tag am Strand in Salinas.

Ein Tag am Strand in Salinas.

Tag 11: (…) Kein Ecuador-Besucher darf das Land verlassen, ohne mindestens eine Tag am Strand verbracht zu haben. Das meinte auch Claudia Uribe als sie uns an einem bewölkten Samstag nach Salinas begleitete. Auf dem Weg erzählte sie uns, wie sie – Tochter einer wohlhabenden kolumbianischen Familie – dazu kam, sich für die Bildung und der benachteiligten ecuadorianischen Bevölkerung zu engagieren. Als sie auf einer Urlaubsreise ihren ecuadorianischen Mann kennen lernte, war sie von der Armut in den Überschwemmungsvierteln Guayaquils schockiert, in denen die Häuser auf Pfählen standen und die Menschen sich über Bambusbrücken fortbewegten. Als Privatinitiative gründete sie die Organisation ADES, in der heute 32 Menschen im Bereich Bildung, Inklusion, häusliche Hilfe für Senioren und Menschen mit schweren Behinderungen sowie beratend für andere Einrichtungen der Gemeinwesenarbeit tätig sind. (…)

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Der Schweizer Weihbischof Bertram Wick.

(…) Unser erstes Ziel auf der Halbinsel Santa Elena war die Kirche von La Libertad, um uns mit dem kürzlich neu ernannten Weihbischof von Guayaquil, Bertram Wick, zu unterhalten, der dort zur Zeit einen Pastoralbesuch durchführt. Er bezeichnet sich selbst als „Baby-Bischof“, weil er in diözesanen Verwaltungsfragen und der Zusammenarbeit mit Rom noch unerfahren ist. „Es gibt schließlich keinen Ausbildungsgang „Bischof“, man wird einfach dazu ernannt“, meinte er lachend.

(…) Die ganze Arbeit der Kirche in Ecuador finanziert sich über Kollekten und Spenden, es gibt keine festen Einnahmen, wie bei uns die Kirchensteuer. „Da sind wird Euch gegenüber im Nachteil, aber auch im Vorteil. Wir verfügen nicht über das Geld, um viele pastorale Mitarbeiter zu bezahlen. Die meisten unserer Leute arbeiten ehrenamtlich. Aber, wenn bei uns das Geld ausbleibt, können wir trotzdem weiter machen, weil die Menschen das aus Engagement tun.“ (…)

Auszüge aus dem Blog von Monika Bossung-Winkler

Autor:

Gast-Autoren im MISEREOR-Blog.

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