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Philippinen: Die Wucht der Stürme

Elisabeth Bially, Leiterin der Asien-Abteilung bei MISEREOR, ein Jahr nach Haiyan über den Wiederaufbau und die Folgen des Klimawandels für die Philippinen

Elisabeth Bially

Elisabeth Bially

Den 8. November 2013 werden die Bewohner der zentralphilippinischen Visayas-Region nie vergessen. Mit unglaublicher Wucht fegte der Taifun Haiyan über ihre Dörfer und hinterließ eine Spur des Grauens: Tausende Tote, Millionen Leidtragende und auf Jahre zerstörte Regionen. Eine Naturkatastrophe! Eine vermeidbare Katastrophe?

Haiyan war einer der schwersten Wirbelstürme aller Zeiten. Und er war einer von vielen. Pro Jahr treffen im Schnitt acht Taifune auf das philippinische Festland. Und die Zahl der besonders starken Stürme nimmt zu. Megi, Nesat, Bopha. So hießen  Vorgänger von Haiyan, die in unseren Medien nur kurz Erwähnung fanden, aber auf den Philippinen zwischen 2010 und 2012 über Tausend Menschen das Leben kosteten und Schäden von mehr als einer Milliarde Euro verursachten – in einem Land, in dem fast 40 Millionen Menschen von weniger als 2 US Dollar  am Tag leben müssen.

Die Zunahme der Taifune ist eine Folge des Klimawandels. Und die Philippinen sind eines der am meisten davon betroffenen Länder. Neben der Tatsache, dass die Stürme immer unberechenbarer werden, ist es der Anstieg des Meeresspiegels, der Küsten verschwinden lässt, Felder unfruchtbar und Grundwasser ungenießbar macht. Überflutungen zerstören Äcker und Häuser. Veränderte Regen- und Trockenzeiten führen zu Missernten. Menschen, die am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben, leiden  am stärksten darunter. Betrugen 2011 die durchschnittlichen Pro-Kopf-Emissionen an Treibhausgasen in Deutschland elf Tonnen CO2, waren es auf den Philippinen nur 1,5 Tonnen.

Karte der Wiederaufbauhilfe nach Taifun Haiyan

Ein Großteil der Wiederaufbauhilfe kommt Menschen auf den vorgelagerten Inseln Manicani und Homonhon zugute, auf die Haiyan mit voller Wucht auftraf.

Entscheidend bei den von MISEREOR unterstützten Wiederaufbauprojekten auf den Philippinen ist es, dass die Betroffenen Maßnahmen umsetzen, die sie vor den Folgen des Klimawandels  schützen. Unmittelbar nach dem Super-Taifun Haiyan verteilten MISEREOR-Partnerorganisationen auf abgelegenen, vergessenen Inseln und dort, wo es Partnergemeinden besonders hart getroffen hatte, Nothilfepakete. Nun unterstützen wir die Fischer und Bauern dabei, katastrophenresistente Häuser zu bauen, Mangroven anzupflanzen und künstliche Riffe anzulegen, um die Küsten zu schützen. Die Inselbewohner entwickeln ein Frühwarnsystem und Evakuierungspläne. Für die Kleinbauern eröffnen die Umstellung auf eine ökologische Landwirtschaft und der Anbau von salzwasser- und dürreresistenten Reispflanzen eine Perspektive im Umgang mit dem Klimawandel.

Doch es darf nicht dabei bleiben, dass wir nur die Folgen des Klimawandels angehen. Wir müssen die Erderwärmung stoppen – durch eine radikale Reduzierung des CO²- Ausstoßes. Dabei haben die Industrieländer eine Vorreiterrolle. Wir haben nicht nur die technischen und ökonomischen Möglichkeiten. Wir sind die Hauptverursacher! „Ich glaube, dass der Klimawandel noch zu stoppen ist. Diesen Kampf dürfen wir nicht aufgeben“, sagte mir Damasco C. Vertido, Direktor der MISEREOR-Partnerorganisation Mindanao Land Foundation auf den Philippinen. Dem schließe ich mich an.

Autor:

Gast-Autoren im MISEREOR-Blog.

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