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Trotz Ebola: Das Leben geht weiter

Baby

Ein neues Menschenleben

18. Dezember 2014

Gibt es Bilder, die besser den Mut der Menschen hier in Liberia zeigen, als die nachfolgenden Fotos eines Säuglings und seiner glücklichen Familie?

Diese Bilder sprechen für sich. Trotz Ebola geht das Leben weiter. Und  Menschen werden geboren.

Damit dies möglichst ohne Komplikationen geschieht, werden seit einigen Tagen wieder Entbindungen am Sankt Joseph Krankenhaus durchgeführt. Wie die junge Mutter mir kurz berichtete, war die Entbindung kein Kinderspiel. Im Gegenteil: Seit zwei Tagen habe sie schon in den Wehen gelegen, zu Hause. Ihre Familie wollte nicht, dass sie in ein Krankenhaus geht. Dort bekomme man nur Ebola.

Baby mit Familie

Glücklich: Diese Eltern haben sich trotz der Warnung aus der Familie für eine Geburt im Krankenhaus entschieden.

„Meine kleine Schwester hat sich durchgesetzt und darauf bestanden, dass ich ins Sankt Joseph Krankenhaus gebracht werde,“ erklärt die junge Mutter. Auf die Frage, was sonst geschehen wäre, muss sie fast weinen. Viele Frauen seien schon an einer Geburt gestorben, antwortet statt ihrer der stolze Vater, der die drei vom Krankenhaus abholt.

Arzteteam

Das Gyn-Team des St. Joseph Krankenhauses

Und wer waren die mutigen Menschen, die ihr letzte Nacht geholfen haben? Hier sind Dr. Rudy Lukamba, Sarah Nyemah und das Gyn-Team. „Ein Kaiserschnitt dauert nicht sehr lange. Das kann man in seiner Schutzkleidung schaffen.“ „Bei einer längeren Geburt müssen wir uns schon mal abwechseln, weil wir trotz der Klimatisierung nicht ewig lange in Schutzkleidung arbeiten können,“ ergänzt Sarah. Wie man sieht, ist die Stimmung gut. Die Freude einer erfolgreichen Geburt lässt für einen Augenblick alle Ängste vergessen.

Schutzkleidung und Sondermüll

Gulanee Diggs, Mitarbeiter am St. Joseph Krankenhaus, kümmert sich um die Entsorgung der Abfälle.

Nun, es bleibt, wie schon erwähnt, wegen des Einmalgebrauchs aller Infektionsschutzmaterialien viel Müll zurück. Dieser ist nicht ungefährlich und muss sicher entsorgt werden. Dies macht Gulanee Diggs. Er freut sich über das Foto, mit dem ich ihm meine Anerkennung signalisiere. Alles landet dann im Inzinerator, einer sicheren Verbrennungsanlage. Übrigens ist das Sankt Joseph Krankenhaus eine der wenigen nationalen Einrichtungen in Liberia, das seinen Müll auf diese Weise sicher entsorgen kann.

Wayee und Wada

Wayee Pokah und Wada Klinilk, die Laboranten des Krankenhauses, warten darauf, endlich wieder ihre Arbeit aufnehmen zu können.

Und noch zwei mutige Männer möchte ich vorstellen, Wayee Pokah und Wada Klinilk, die Laboranten des Krankenhauses. Sie leiden darunter, dass ihr Labor noch geschlossen ist. Das Labor hat neben Stuhl, Urin und Blutuntersuchungen in Zeiten vor der Krise sogar HIV – Bestimmungen oder mikrobiologische Untersuchungen angeboten. „Doch wenn wir wieder aufmachen, dann wird unser Labor nicht gleich wie früher funktionieren,“ erkären mir die beiden. Es ist vorgesehen, dass auch sie in Schutzkleidung arbeiten und vor allem Malariadiagnostik und einfache Blut- und Stuhldiagnostik betreiben. „Vielleicht fangen wir auch erstmal mit Bedside-Testen an,“ sagen Wayee und Wada. Das sind kleinere Labor-Untersuchungen, die unmittelbar am Patientenbett bzw. Patientennähe stattfinden.

Ein Beitrag von Dr. Klemens Ochel, Tropenarzt am Missionsärztlichen Institut in Würzburg, der bereits das zweite Mal in Zeiten der Ebola-Epidemie nach Liberia gereist ist, um die lokalen Partner beim Kampf gegen Ebola zu unterstützen.


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Autor:

Gast-Autoren im MISEREOR-Blog.

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