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Klimaverhandlungen in Paris: Der Blick durch’s Schlüsselloch

Am Adventskalender öffnete sich am Montag das erste  Türchen – für das Team von MISEREOR und andere Vertreter aus der Zivilgesellschaft auf der 21. Weltklimakonferenz in Paris gingen die Türen jedoch erst einmal wieder zu. Wie schon bei den letzten Zwischenverhandlungen in Bonn können wir nur hoffen, dass die Verhandlerinnen und Verhandler ohne Beisein der sogenannten „Observer“ vor allem die strittigen Punkte im Abkommen diskutieren und substantielle Fortschritte bei den Verhandlungen machen. Informationen dringen nur spärlich nach außen.

Eröffnungssitzung der Klimaverhandlungen COP21 in Paris. Foto: UNFCCC

Eröffnungssitzung der Klimaverhandlungen COP21 in Paris. Foto: UNFCCC

Am Montag kamen die Staats- und Regierungsoberhäupter zusammen und hielten vor dem offiziellen Beginn der Konferenz ihre Ansprachen. Insgesamt haben die vielen Reden aber die Stimmung vermittelt, dass ein Großteil der Vertragsstaaten ein gutes und vor allem verbindliches Abkommen schließen will.

Gestern schließlich ging es mit den Verhandlungen los: In dieser ersten Woche der COP21 graben sich die Delegationen noch einmal tief in den Entwurf des neuen Klimabkommens hinein, 51 Seiten mit unzähligen Klammern und Varianten der jeweiligen Klimaschutz-Paragraphen gilt es auszudiskutieren. Dass dies mit der Beteiligung von 195 Staaten und unterschiedlichsten Interessen alles andere als einfach ist, liegt auf der Hand. Um möglichst viele Debatten begleiten und beobachten zu können, haben wir uns mit den Kolleginnen und Kollegen der CIDSE-Delegation in verschiedene Themenbereiche aufgeteilt: Mein MISEREOR-Kollege Stefan Tuschen verfolgt insbesonders die Debatte, ob und wo im Abkommen ein Bezug zu den Menschenrechten hergestellt wird. Ich versuche gemeinsam mit einem Kollegen unserer englischen Schwesterorganisation CAFOD, möglichst dicht an der Debatte um das Langfristziel und den Ambitionsmechanismus dran zu bleiben.

Worum geht es beim Langfrist-Ziel bei den Klimaverhandlungen?

Denn entscheiden ist, dass das neue Klimaabkommen den Weg in Richtung einer  vollständigen Dekarbonisierung der Weltwirtschaft weist. Wir glauben, dass dafür folgende Punkte wesentlich sind: ein klares Bekenntnis, die globale Erwärmung auf maximal 2° bzw. 1,5°C zu begrenzen und eine klare Zielmarke, bis wann die Treibhausgasemissionen maximal reduziert werden müssen.

Was ist der Ambitionsmechanismus?

PAM – der Paris Ambition Mechanism; dies klingt zwar einfach, seine Funktionsweise lässt sich aber wohl eher mit dem Mechanismus eines komplexen Uhrwerks beschreiben. Unter der Bezeichnung PAM werden Regelungen verhandelt, wie sich die Vertragsstaaten verbindliche Ziele setzen können, die zur Begrenzung des Klimawandels beitragen, wie Klimawandelanpassung möglichen ist, wie sie die Erreichung der Reduktionsziele messen und überwachen lässt und wie transparent darüber berichten werden kann. Am Wichtigsten jedoch: wie die jeweiligen Ziele noch deutlicher gesteigert werden können! Derzeit gibt es an sieben verschiedenen Stellen im Entwurfstextes Bezüge zu diesen PAM-Regelungen; hier gibt es aber in den einzelnen Passagen noch zu viele Widersprüche. Für MISEREOR ist zentral, dass am Ende des Abkommens eine Lösung steht, die deutlich macht, dass alle Staaten verbindliche Zusagen machen müssen, um die ERderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Diese müssen Klimaschutz, die Anpassung an den Klimawandel und Finanzierungsmöglichkeiten für Entwicklungsländer miteinander in Beziehung setzen.

MISEREOR geht davon aus, dass sich vor allem die Technik und das Wissen um die komplexen Auswirkungen des Klimawandels noch deutlich verbessert und fordern daher, dass die Staaten ihre Ziele und damit verbundenen Maßnahmen regelmäßig nach oben korrigieren – je nach Fähigkeiten und Ressourcen, langsamer oder deutlich ambitionierter. In den nächsten Tagen der Klimaverhandlungen in Paris werden wir die einzelnen Staatsvertreter hierbei genau beobachten.

Für MISEREOR sind bei den Klimaverhandlungen in Paris:

Schroeder_Kathrin_19495Kathrin Schroeder
Expertin für den Bereich Energie
Email: Kathrin.Schroeder(at)misereor.de
Telefon: 0151 52421444

 

Tuschen_Stefan_19567Stefan Tuschen
Experte für den Bereich Entwicklung und
Klimawandel
Stefan.Tuschen(at)misereor.de
Telefon: 0171 2945683

Autor:

Kathrin Schroeder

Kathrin Schroeder ist MISEREOR-Referentin mit dem Schwerpunktthema Energie.

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