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Barmherzigkeit? – „Umfangenes Leid“ von Klaus Aurnhammer

Papst Franziskus hat zu einem heiligen Jahr der Barmherzigkeit aufgerufen – genau 50 Jahre nach Ende des 2. Vatikanischen Konzils. Doch was bedeutet das eigentlich – Barmherzigkeit? Man wisse nicht recht etwas damit anzufangen, waren sich viele Kommentatoren schnell einig.

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Die Spezialisten sehen das differenzierter – solche, die die Grenzsituationen der menschlichen Existenz aus der Nähe kennen, dort, wo Barmherzigkeit buchstäblich spürbar werden kann. Aber wird sie das auch? Und was sagen andere bedeutende Religionen wie Islam oder Buddhismus?

In loser Reihenfolge stellen wir in den kommenden Wochen Menschen vor, die sich mit dem Thema „Barmherzigkeit“ auseinandergesetzt haben und diese aktiv in ihrem Alltag (er)leben.
„Sterben zu müssen ist hart, an einer unheilbaren Erkrankung leiden zu müssen ist hart, im Krankenhaus liegen zu müssen, auch das ist für viele hart, die Therapie oft eine Zumutung. Viel Härte, da wundert es nicht, wenn auch das Herz verhärtet und sich verschließt, das des Sterbenden genauso wie das vieler Helfer. Da tut es gut, wenn sich eine Krankenschwester oder ein Arzt dem Leidenden zuwendet, das eigene Herz öffnet, sich dem Leid stellt, dem oder der Kranken nahe kommt. Immer noch mag der Schmerz da sein, aber ist gesehen, gehalten, mitgetragen. Das geschieht auf einer Palliativstation, einem Hospiz und an vielen anderen Orten. Barmherziges Mitgehen im Kranksein und Sterben. Und dann gibt es die Erfahrung, dass – ganz am Ende – der Tod wie gerufen kommt. Das Leben gelebt und betrachtet, der Sterbende bereit sich zu lösen, letzte Dinge bedacht, gesagt, geregelt. Und dann ist er da, dieser Moment, in dem jemand geht. Er stirbt. Angehörige bleiben und fühlen den Schmerz. Und doch: Gottes Barmherzigkeit ist da, nicht als Behauptung, sondern spürbar, erfahrbar. Das Leid bleibt Leid, aber es ist umfangen. Ich meine das nicht als Behauptung oder als theologische Weisheit, sondern als etwas, was Menschen dann ganz konkret erleben können.“

Über den Autor: Klaus Aurnhammer ist Krankenhaus-Seelsorger und Krankenpfleger auf einer Palliativ-Station und baute in den 90er Jahren die erste Palliativ-Einheit im Saarland auf.

Autor:

Gast-Autoren im MISEREOR-Blog.

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