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Inklusion von geistig Behinderten in China

Eindrücklich war unser Besuch bei der Nichtregierungsorganisation Huiling in ihrem Büro in einer kleinen Pekinger Altstadtgasse. Dort empfing uns die  charismatische Gründerin Meng Weina, die von Mutter Theresa inspiriert, ihr Leben den Bedürftigen widmet. Seit über 30 Jahren kämpft Meng Weina darum, die Einstellung der Gesellschaft gegenüber Menschen mit Behinderungen zu ändern und diesen ein selbstbestimmtes und würdiges Leben zu ermöglichen.gruppen-bild-nichtregierungsorganisation-huiling

Draußen im Hof begrüßten uns die Schülerinnen und Schüler den Besuch aus Deutschland mit aufgeregten „Hello“-Rufen, zeigten MISEREOR Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel und dem Verwaltungsratsvorsitzende Theo Paul, Generalvikar der Diözese Osnabrück, stolz ihre selbstgemalten Buntstiftzeichnungen und schüttelten ohne Scheu die Hände. Dass diese jungen Erwachsenen so offen auf ihnen unbekannte Menschen – selbst auf Ausländerinnen und Ausländer – zugehen, zeigt wie erfolgreich das Inklusionskonzept von Huiling funktioniert.

Entgegen den Konzepten staatlicher Fürsorgeeinrichtungen, die oft nur reine Verwahranstalten sind, finden Menschen mit geistiger Behinderungen durch das gemeindebasierte Konzept von Huiling ihren Platz in der Mitte der Gesellschaft und erlangen auch durch berufliche Bildung so weit wie möglich Unabhängigkeit. Dies hat Vorbildcharakter für viele andere private Einrichtungen in China und zeigt politischen Entscheidungsträgerinnen  und -trägern Alternativen auf.

Mittlerweile finden sich Huiling-Einrichtungen in 18 chinesischen Provinzen und dank der Unterstützung der Spenderinnen und Spender MISEREORs vor allem auch in den muslimisch und tibetisch geprägten Armutsgebieten Westchinas, in denen die Arbeit sonst nicht möglich gewesen wäre. Die jüngsten Huiling-Einrichtungen an der entwickelten Ostküste Chinas kommen jedoch gänzlich ohne Spenden aus, da die dortigen Lokalregierungen vom Konzept so überzeugt werden konnten, dass sie die Arbeit der Einrichtungen zu hundert Prozent finanzieren.pirmin-spiegel-und-meng-weina

MISEREOR Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel und Verwaltungsratsvorsitzender Theo Paul, Generalvikar der Diözese Osnabrück, besuchen derzeit die Projektarbeit in China. Im städtischen Kontext informieren sie sich dabei über die Situation von Menschen mit Behinderungen und die Basisarbeit lokaler Nichtregierungsorganisationen. Sie diskutieren mit Experten die Lage der Christen sowie die Eigenheiten von Politik, Kultur und Gesellschaft Chinas und tauschen sich mit chinesischen akademischen Einrichtungen über wirtschaftsethische Fragen und den Einfluss chinesischer Investitionen auf andere Länder des Südens aus.

Über die Autorin: Renée Rentke arbeitet als China-Referentin bei MISEREOR.

Autor:

Gast-Autoren im MISEREOR-Blog.

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