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Berta Cáceres: Ein Mord, der wohl nicht mehr aufgeklärt wird

Bald zwei Jahre sind seit dem Mord an Berta Cáceres vergangen, die am 3. März 2016 in ihrem Haus in La Esperanza/Honduras erschossen wurde. Die Tat hat international sehr große Bestürzung ausgelöst, doch noch immer ist niemand für das Verbrechen verurteilt worden. Die Ermittlungen kamen sehr schleppend voran, erst im Juni vergangenen Jahres wurden die ersten Verdächtigen angehört.

Graffiti von Berta Cáceres inTegucigalpa, Honduras.

Graffiti von Berta Cáceres inTegucigalpa, Honduras. ©disionadorpixabay.com

Insgesamt weisen die Untersuchungen große Mängel auf, unter anderem wurden Akten entwendet, wie auch der Abschlussbericht der Internationalen Gruppe beratender Experten (GAIPE) konstatiert, die den Fall unabhängig untersucht hat. Die Gruppe stellt weiterhin heraus, dass es vor allem Lücken in den Ermittlungen gegen das Unternehmen DESA gegeben hat, das in den Mordfall verwickelt ist.

Hintergrund des Mordes sind die Proteste gegen das Staudammprojekt Auga Zarca und dessen Betreiberfirma DESA. Als Koordinatorin des Indigenen- und Volksrats von Honduras (COPINH), hat Berta Cáceres auf die menschenrechtlichen Verstöße im Zuge des Projektes hingewiesen. Agua Zarca ist ihr zufolge gegen den Willen der Anwohner genehmigt und durchgeführt worden, die laut der honduranischen Gesetzgebung im Vorfeld hätten befragt werden müssen. Deshalb sei das Projekt illegal. Immer wieder kam es zu Übergriffen gegen friedliche Proteste durch private und staatliche Sicherheitsleute sowie Diffamierungskampagnen gegenüber COPINH, die auch durch die Betreiberfirma DESA beauftragt wurden.

Gerechtichkeit für Berta Cáceres! ©Gerechtigkeit für Berta Cáceres! ©Slowking4/www.wikipedia.de

Gerechtigkeit für Berta Cáceres! © Slowking4/www.wikipedia.de

Unabhängige Ermittlungen im Fall Berta Cáceres

Fünf Anwältinnen und Anwälte aus Guatemala, den USA und Kolumbien haben seit November 2016 auf Wunsch der Angehörigen Berta Cáceres´ und COPINHs die Ermittlungen der honduranischen Staatsanwaltschaft unabhängig untersucht. Vorherigen Forderungen nach einer unabhängigen internationalen Ermittlung ist der Staat Honduras nicht nachgekommen. Nach Einschätzung der Expertengruppe GAIPE, deren Mitglieder alle über langjährige Erfahrungen in der Ermittlung und Strafverfolgung von Menschenrechtsverbrechen verfügen, ist eine wirkliche Aufklärung des Verbrechens nicht möglich. Hinweise, die auf eine Involvierung des Unternehmens DESA schließen lassen, seien nicht in die staatsanwaltschaftliche Ermittlung mit aufgenommen worden, sodass die Hinterleute der Tat wahrscheinlich nicht gefasst werden.

Hommage an Berta Cáceres in Palma, Spanien © Chixoy/www.wikipedia.de

Hommage an Berta Cáceres in Palma, Spanien © Chixoy/www.wikipedia.de

So unterstützt MISEREOR

MISEREOR hat COPINH und die Familie von Berta Cáceres bei der Durchführung von Kampagnen unterstützt, um auf das Verbrechen gegen die Menschenrechtsaktivistin sowie die unzähligen weiteren Angriffe auf  Gleichgesinnte in Honduras aufmerksam zu machen. Zudem kooperiert MISEREOR mit Organisationen, die sich für den Schutz von Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidigern engagieren und auf diese Weise zu einer Verbesserung der Lebenssituation in dem mittelamerikanischen Land beitragen. Honduras gilt als eines der gefährlichsten Länder für Menschen, die sich für den Schutz der Menschenrechte sowie der Umwelt einsetzen. Immer wieder kommt es zu Einschüchterungsversuchen, Kriminalisierungen und körperlichen Angriffen, nicht selten mit Todesfolge. Der überwältigende Großteil dieser Taten bleibt ungestraft.

Über den Autor: Dominik Pieper arbeitet in der Lateinamerikaabteilung bei MISEREOR.


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Alles, was Menschen Recht ist

In vielen MISEREOR-Projekten spielt der Kampf für Menschenrechte eine wichtige Rolle. Wir ergreifen Partei für die Opfer, unterstützen Anwältinnen und Aktivisten und setzen uns politisch für die Stärkung der Menschenrechte ein. >> www.misereor.de/informieren/menschenrechte/

Autor:

Gast-Autoren im MISEREOR-Blog.

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