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Gutes Essen weltweit – Gemeinsam können wir viel erreichen!

„Gutes Essen für alle!“, unter diesem Motto stand die dritte Ausgabe von „Stadt Land Food“ am 6. und 7. Oktober 2018 in Berlin. Bei dem Festival wurden den Besucherinnen und Besuchern Vorschläge für eine gerechtere Gesellschaft ‚aufgetischt‘ und über den Tellerrand hinausgeschaut, wie gutes Essen weltweit für alle Menschen möglich ist.

Mit dabei waren auch MISEREOR-Projektpartnerin Rowena Buena, Koordinatorin beim philippinischen Bauernnetzwerk MASIPAG, Jane Njeri von Slow Food Youth Kenia und Anja Hradetzky, Landwirtin aus Stolzenhagen/ Brandenburg vom Ökohof „Stolze Kuh“.

Gemeinsam diskutierten sie im „Zukunfts-Zelt“:
„Wie sieht eine zukunftsfähige Landwirtschaft für alle aus?“

BU: Global denken und Netzwerke bilden: Gemeinsam können wir die Zukunft unserer Ernährung retten – darüber sind sich die Brandenburger Ökolandwirtin Anja Hradetzky, die Philippinin Rowena Buena, Jane Njeri aus Kenia und Louise Duhan von Slow Food einig. V.l.n.r. Fotos: Brodbeck/MISEREOR

Global denken und Netzwerke bilden: Gemeinsam können wir die Zukunft unserer Ernährung retten – darüber sind sich die Brandenburger Ökolandwirtin Anja Hradetzky, die Philippinin Rowena Buena, Jane Njeri aus Kenia und Louise Duhan von Slow Food einig. V.l.n.r. Fotos: Brodbeck/MISEREOR


„Wir müssen auf den agrarökologischen Ansatz setzen. Dieser beinhaltet nicht nur biologische Anbaumethoden, sondern auch das Saatgut und die Landrechte. Alles muss in den Händen der Bauern sein. Sie sind diejenigen, die das Saatgut pflegen. Agrarökologie ist eine Lebensweise. Dafür müssen wir uns einsetzen.“
Rowena Buena, MISEREOR Partner MASIPAG


Stammt selbst aus einer Bauern-Familie: Die Philippinin Rowena Buena (links) ist Trainerin und Koordinatorin beim Bauern-Netzwerk MASIPAG und unterstützt die Bäuerinnen und Bauern dabei, von der konventionellen, chemischen Landwirtschaft auf agrarökologische Methoden umzusteigen. © Brodbeck | MISEREOR

Stammt selbst aus einer Bauern-Familie: Die Philippinin Rowena Buena (links) ist Trainerin und Koordinatorin beim Bauern-Netzwerk MASIPAG und unterstützt die Bäuerinnen und Bauern dabei, von der konventionellen, chemischen Landwirtschaft auf agrarökologische Methoden umzusteigen. © Brodbeck | MISEREOR


„Unsere Zukunft hängt von den Entscheidungen ab, die wir heute treffen. Wir müssen unsere Denkmuster ändern, verstehen, wie wichtig die Landwirtschaft für unsere Zukunft ist. Landwirtschaft ist das Rückgrat unserer Gesellschaft, aber immer weniger junge Leute wollen in die Landwirtschaft. Wir müssen sie attraktiv für junge Leute machen. Wir brauchen sie. Sie bringen neue Ideen rein.“
Jane Njeri, Slow Food Youth Kenia


 

Auch „Slow Food Riga“ ist beim „Stadt Land Food“-Festival mit einem Stand vertreten. © Brodbeck | MISEREOR

Auch „Slow Food Riga“ ist beim „Stadt Land Food“-Festival mit einem Stand vertreten. © Brodbeck | MISEREOR


“Wir brauchen Bauernhöfe, die wirklich den Bauern gehören und nicht den Konzernen. Es ist gut, die Unterstützung der Leute zu haben. Das hilft uns jungen Bauern und ermutigt uns weiterzumachen.“
Anja Hradetzky, Ökohof „Stolze Kuh“


 

Sind gerade an den Start gegangen: Die Gemüse Genossenschaft bei Berlin. Hier können die Berlinerinnen und Berliner ihre Gemüsekiste bestellen. © Brodbeck | MISEREOR

Sind gerade an den Start gegangen: Die Gemüse Genossenschaft bei Berlin. Hier können die Berlinerinnen und Berliner ihre Gemüsekiste bestellen. © Brodbeck | MISEREOR

„Was können wir tun, um die Zukunft unserer Ernährung zu retten?


„Es ist wichtig, dass die Kinder wissen, woher ihr Essen kommt. Sie denken, es kommt aus dem Supermarkt. Deshalb sage ich: Kommt in Kontakt mit ‚eurem‘ Bauern, lernt ihn kennen, lernt seinen Hof kennen und seid selbst Teilzeit-Bauern!“
Anja Hradetzky, Ökohof „Stolze Kuh“


„Bauern haben das Recht, ihr Saatgut zu besitzen!“
Jane Njeri, Slow Food Youth Kenia


 

„Saatgut ist unser gemeinsames Erbe“, sagt Rowena Buena. Auch in Deutschland arbeiten immer mehr Bäuerinnen und Bauern daran, alte Saatgutsorten zu bewahren, traditionelle Sorten wiederzubeleben und anzubauen. © Brodbeck | MISEREOR

„Saatgut ist unser gemeinsames Erbe“, sagt Rowena Buena. Auch in Deutschland arbeiten immer mehr Bäuerinnen und Bauern daran, alte Saatgutsorten zu bewahren, traditionelle Sorten wiederzubeleben und anzubauen. © Brodbeck | MISEREOR


„Es geht darum, die Saatgutvielfalt zurückzubringen, die durch die grüne Revolution verlorengegangen ist. Das Saatgut gehört zu unserer Kultur. Genmodifiziertes Saatgut wird unsere Kultur zerstören. Die Menschen müssen uns unterstützen und Reis essen, der von traditionellem Saatgut stammt.“
Rowena Buena, MASIPAG


Die Bäuerinnen und Bauern von MASIPAG sammeln und bewahren traditionelle Reissorten und tauschen sie untereinander aus. Sie entwickeln das Saatgut weiter und betreiben dafür eigene Versuchsfelder. © Brodbeck | MISEREOR

Die Bäuerinnen und Bauern von MASIPAG sammeln und bewahren traditionelle Reissorten und tauschen sie untereinander aus. Sie entwickeln das Saatgut weiter und betreiben dafür eigene Versuchsfelder. © Brodbeck | MISEREOR


Eine philippinische Erfolgsgeschichte

MASIPAG ist ein von Bauern geleitetes Netzwerk von Basisgruppen, NGOS und Forschern. Gemeinsam kämpfen sie gegen die negativen Auswirkungen der so genannten „Grünen Revolution“, indem sie an der Bewahrung der Kultur und des traditionellen Wissens der Bauern arbeiten, Saatgut austauschen und traditionelle Sorten bewahren. Die Bauern schaffen es so, die Kontrolle über ihr Saatgut wiederzuerlangen, Biodiversität wieder herzustellen, verlorene Reissorten wiederzugewinnen und zu verbessern und mit salzwasserresistenten Sorten dem Klimawandel zu trotzen. Mittlerweile sind 2000 Reissorten bewahrt und verteilt worden, allein 600 traditionelle Sorten, 30.000 Bauern in 63 Provinzen konnten erreicht werden.

„Saatgut ist unser gemeinsames Erbe“

Die Philippinen sind stark vom Klimawandel betroffen und trotz des biologischen Reichtums herrscht Hunger und Mangelernährung. Das Land ist abhängig von Reisimporten. Nach der so genannten grünen Revolution, bei der auf genmodifizierte Hochertragssorten gesetzt wurde, gab es von den ehemals 3.000 traditionellen Reissorten nur mehr 54. Statt wie versprochen höhere Erträge zu erzielen, gerieten viele Bauern in die Abhängigkeit von chemischen Düngemitteln und Schädlingsbekämpfungsmitteln und in die Verschuldung.

Autor:

Nina Brodbeck

Nina Brodbeck arbeitet bei MISEREOR in der Abteilung Kommunikation.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. ich bin dankbar für jeden qm Humus-Aufbau, denn davon und gesundem Saatgut ist unser Leben abhängig.

  2. ich finde es genial, dass misereor- ein sehr bekanntes hilfswerk- seine stimme für eine bäuerliche landwirtschaft einsetzt. glückwunsch und: weiter so! wir sind mit unserer eine-welt-gruppe dabei.

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