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Freiwilligendienst: Rückkehrerwochenende 2018 – „Im Zeichen der Menschenrechte“

Von Leipzig aus gesehen ist der Hambacher Wald weit weg. Kolumbien und Südafrika noch weiter. Nach dem Rücki-Wochenende ist alles näher gerückt.

© MISEREOR

Am 01.11.2018 steige ich morgens in den Zug, fahre von Leipzig quer durch die Republik, und lande auf der Kölner Domplatte. Umgeben von Touristen, die Selfies schießen finde ich die MISEREOR-Gruppe von ehemaligen Freiwilligendienstlern. Als frisch Zurückgekehrte bin ich zum ersten Mal beim jährlichen Rückkehrenden-Treffen dabei und werde, wie immer bei MISEREOR, von allen herzlich in Empfang genommen. Einige Gesichter sind  mri schon bekannt, schließlich habe ich bei den Seminaren und während meines Freiwilligendienstjahres schon einige Freundschaften geschlossen. Es ist aber auch spannend für mich, die Freiwilligen der letzten Jahre – mittlerweile sieben Generationen – kennenzulernen.

© MISEREOR

Dieses Wochenende wollen wir uns mit der Kohlestopp global“ – Kampagne von MISEREOR beschäftigen.  Auf einer Leinwand mitten auf der Domplatte illustrieren wir farbig das Thema Klimagerechtigkeit. Passanten schauen neugierig  und werden eingeladen, es uns nachzutun. Besonders Kinder folgen unserer Einladung gerne. Der einsetzende Nieselregen kann an diesem Tag unsere Kreativität nicht trüben. Eine ausdrucksstarke und schöne Leinwand entsteht, die nur darauf wartet, auf Demos gezeigt zu werden.

Am Freitagmorgen geht es  es für uns weiter nach Buir, rein ins Rheinische Revier, von dem viele Rückkehrerinnen und Rückkehrer, die aus ganz Deutschland angereist sind, in den letzten Wochen viel gehört haben.

© MISEREOR

Vorbei an LKWs und Polizeiwagen und den verbliebenen Stücken des einst großen Ökosystems, laufen wir zu einem kleinen Stückchen Wald. An unserer Seite ist Michael Zobel, Waldpädagoge und Naturführer. Er erläutert die Entwicklungen der letzten Jahre im Hambacher Forst. Sein Bericht erschüttert uns. Die Räumungsarbeiten durch RWE haben den Lebensraum vieler Tiere für Jahre zerstört.

© MISEREOR

Auf all unsere Fragen weiß Michael Zobel eine Antwort und regt eine spannende Diskussion mit zwei Baumbewohnern an, die vermutlich gleich alt sind wie wir. Ihr Lebensentwurf, ihr Mut und ihre Entscheidung sich für den Wald und Klimaschutz so radikal einzusetzen, sind beeindruckend. Anschließend betrachten wir mit Schaudern den unfassbaren Schaden, den RWE mit der bestehenden Grube an unserer Umwelt getan hat. Ein Loch, Wüste – 10 Kilometer Nichts.

Nach diesem Waldspaziergang geht es für uns mit neuen, aufwühlenden Eindrücken über die Auswirkungen der Kohleindustrie nach Aachen, wo ein leckeres selbstgekochtes Abendessen und Gruppengespräche zur Reflexion und Rekreation auf uns warten.

Der Samstag beginnt wir mit einem Input zur Kohle-Kampagne von MISEREOR-Mitarbeiterin Marianne Pötter-Jantzen. Sie erzählt uns, welche gravierenden Auswirkungen die Kohleimporte auf MISEREOR-Partner in Südafrika und Kolumbien haben. In der anschließenden Kleingruppenarbeit kommen viele gute und kreative Ideen für Aktionen zum Thema Klimaschutz und Kohlestopp in Deutschland zusammen.

© MISEREOR

Am Nachmittag berichtet Philipp, ein ehemaliger Freiwilliger, uns von einer neuen Forschung  von Hartmut Rosa zum Thema Resonanz. Wir leben demnach in einer Beschleunigung-Gesellschaft, in der es nur auf das „immer mehr, schneller, effizienter“ geht. Es geht ums Anhäufen von Materiellem, die Werbung spielt dabei eine tragende Rolle. Dass wir so nicht weiter wirtschaften und leben können, ist eigentlich klar – gutes Leben für alle sieht anders aus! Der Gegenentwurf Resonanz soll uns wieder mit der Welt in Einklang bringen. Resonanz kann uns helfen die Dinge zu erspüren, wieder in Verbindung zu kommen mit Welt, Umwelt, Mitmenschen. Nur wenn wir das fühlen und in uns spüren, sind wir zum Wandel bereit. Und den wollen wir ja – da sind wir uns nach dem Ausflug an die Abbruchkante im Hambacher Forst einig! 

Mit Zumba und verschiedenen kolumbianischen Paartänzen bringt uns Jainer, Süd-Nord-Freiwilliger aus Kolumbien, auf die Beine und stattet uns mit dem nötigen Schwung für die kommenden Aktivitäten aus.

Am Sonntag verabschieden wir uns alle voneinander mit dem Wissen, dass wir uns bald bei den Demo-Aktionen von MISEREOR oder bei dem nächsten Workshop wiedersehen.

Wir machen weiter!

Über die Autorin: Celine Brovot war ein Jahr Freiwillige im MISEREOR-Freiwilligendienst und engagiert sich nach ihrem Auslandsaufenthalt ehrenamtlich im Rückkehrer-Kreis.


Mehr erfahren…

zum Freiwilligendienst mit MISEREOR

zur Kampagne „Kohlestopp global“

Autor:

Gast-Autoren im MISEREOR-Blog.

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Céline,
    danke für deinen Eintrag. Ich finde es toll, dass die Rückkehrenden in nächster Zeit bei Demos überall in Deutschland mit dabei sein wollen. Eure geplanten Aktionen finde ich sehr gut (Zumba etc.) und eure Leinwand ist klasse. Da werdet ihr bestimmt Aufmerksamkeit mit erregen!
    LG aus Aachen, Uta (früher Team FWD)

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