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„Maibaum to go“: Verliebt für den guten Zweck

„Wenn ich schon 30 Euro für einen Maibaum bezahle, dann soll es auch für den guten Zweck sein“, meint Emil-Elias Breuer. Mit Kabelbinder und Klettband verstauen seine Freunde und er die frisch geschlagene Birke auf zwei Fahrrädern. Die Studenten haben Glück: Sie konnten sich als eine der ersten die heiß begehrten Maibäume sichern. Die Schlange ist mittlerweile schon deutlich angewachsen. Die Gelegenheit, einen Baum zu kaufen und gleichzeitig Gutes zu tun, wollten auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Verliebte nutzen.

© Echterhoff / MISEREOR
© Echterhoff / MISEREOR

Bereits am frühen Dienstagmorgen sind die Helferinnen und Helfer in den Wald gefahren, um rund 300 Birken zu schlagen. Natürlich alles ganz legal: „MISEREOR kooperiert schon zum zehnten Mal mit dem Bundesforst. Vorher mussten wir für jeden geschlagenen Baum einzeln bezahlen. So profitieren beide Seiten: Wir helfen den Bundesforsten dabei, die Birken zu schlagen, die ohnehin beseitigt werden müssten. Im Gegenzug bekommen wir unsere Maibäume kostenlos“, erzählt Anselm Meyer-Antz, MISEREOR-Länderreferent und studierter Forstwirt. Er begleitet das Event „Maibaum to go“, das Teil der Aktion „Mit 2 Euro helfen“ ist, bereits seit Jahren. Statt Projektanträgen widmet er sich auch an diesem 30. April wieder einen Tag lang der Spendenaktion.

© Echterhoff / MISEREOR

Ihm stehen jedes Jahr zahlreiche Helferinnen und Helfer zur Seite. Angefangen bei ehrenamtlichen „Holzfällern“ über fleißige Köche hin zu Spendensammlern und Maibaum-Verkäuferinnen betreut ein ganzes Team die zahlreichen Interessenten. Die Aachener Firmen printclub, Papier Bodelier sowie die Bäckerei Moss fördern die Aktion bereits seit Jahren. Spontan hat die Firma Aixbau in diesem Jahr auch noch eine Kettensäge geliehen. „Für den Baum muss ich schon 25 Euro nehmen. Aber das Geld ist ja auch für den guten Zweck“, verhandelt Andrea Schüller mit einem jungen Käufer, der sich noch nicht so recht zu einem 30 Euro teuren Maibaum überwinden kann.

© Echterhoff / MISEREOR
© Echterhoff / MISEREOR

Ein Einzelfall, wie die MISEREOR-Mitarbeiterin und Maibaum-Verkäuferin betont: „Ich habe schon mehrfach bei dieser Aktion geholfen. Es ist einfach ein schönes Event und macht Spaß mit den jungen Leuten. Eigentlich legen auch alle Interessenten noch einmal einen Zehner drauf, eben weil es für den guten Zweck ist“. So kann Student Fynn Matthiesen seinen zögerlichen Kollegen am Ende doch noch zu einer höheren Spende überreden: „Komm, das Geld ist doch für die Wirbelsturmopfer, da können wir wirklich mehr bezahlen“. 

Immerhin gut 10.000 Euro waren es, die im letzten Jahr bei der Aktion „Maibaum to go“ für Straßenkinder in Argentinien zusammengekommen sind. In diesem Jahr gehen die Spenden an die Betroffenen der Zyklone „Idai“ und „Kenneth“. Im März und April brachen gleich zwei Wirbelstürme in kürzester Zeit über Südost-Afrika herein und brachten den Menschen Leid und Zerstörung. Nach der Bereitstellung von Hilfsgütern wie Medizin und Lebensmitteln unterstützt MISEREOR seine Partner vor Ort nun bei der Umsetzung nachhaltiger Entwicklungsmöglichkeiten. Ziel ist es, die Menschen in den betroffenen Gebieten in Zukunft widerstandsfähiger zu machen und langfristige Perspektiven zu fördern. „Es ist schon schön, dass wir legal und lokal einen Maibaum besorgen und gleichzeitig Menschen helfen können“, zieht Emil-Elias Breuer für sich als Fazit, „Hier wissen wir, wohin das Geld geht“. Die Birke haben seine Freunde und er mittlerweile an ihren Rädern befestigt, die Dekoration ist abgeholt, 30 Euro sind gespendet. Langsam fährt das meterlange Gefährt los, vorbei an einer Schlange wartender Maibaumkäufer.

© Echterhoff / MISEREOR
© Echterhoff / MISEREOR

Sie alle nutzen den 1. Mai nicht nur dazu, Menschen Zuhause etwas Gutes zu tun und unterstützen gleichzeitig die Zyklonopfer in Südost-Afrika.

Nachtrag: 430 MISEREOR-Maibäume fanden den Weg zur Liebsten oder dem Liebstem und erbrachten eine Spendensumme von 9.227,70 Euro.


Über die Autorin: Jana Echterhoff volontiert in der MISEREOR-Pressestelle

Autor:

Gast-Autoren im MISEREOR-Blog.

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