Suche
Suche Menü

3. Mai 2019: Deutscher World Overshoot Day – Als ob es drei Welten gäbe

Deutschland hat seinen Anteil an den globalen Ressourcen aufgebraucht

In meinem ersten Jahr in Deutschland lebte ich in Köln. Im Sommer entdeckte ich die Flohmärkte an der Rheinpromenade. Seitdem schlendere ich gerne über diese Märkte. Ich muss dort vor allem an ein Wort denken: Überfluss. So viele Gabeln, Spielzeuge, Lampen, Festplatten, Kleidung. Eigentlich, so denke ich, müssten wir doch gar nichts mehr produzieren, wenn alles in so großer Menge und in einem noch relativ guten Zustand vorhanden ist. Laut Greenpeace wird fast 40 Prozent der in Deutschland gekauften Kleidung nie angezogen.

Zu viel Rohstoffe, zu viel Müll, zu viel Abgase

Die deutschen Bundesbürger benötigen viel mehr Rohstoffe als nachwachsen und produzieren viel mehr Müll und Abgase, als der Planet verkraften kann. Am 3. Mai 2019 haben die Bundesbürger bereits den Tag erreicht, ab dem Produktion und Konsum die Belastbarkeit des Planeten überschreiten.

Das berechnet das Global Footprint Network, eine Umweltorganisation aus den USA, welche jedes Jahr eine Liste der länderspezifischen Erdüberlastunstagstage veröffentlicht.

Ab heute lebt Deutschland auf Pump

Ab heute, dem deutschen Earth Overshoot Day, leben wir auf Pump. Einen Tag früher als im letzten Jahr. Mit unserem Pro-Kopf Verbrauch und den Emissionen  liegen wir auf Platz acht der Weltrangliste. Würden alle Menschen der Erde so leben wie wir, bräuchten wir etwa drei Erden. Dabei sind die Emissionen von Treibhausgasen v.a. aufgrund des milden Winters im Vergleich zum letzten Jahr zurückgegangen.

Fridays for Future

Die Jugendlichen von Fridays For Future haben verstanden, dass das, was heute an Überfluss zur Verfügung steht, auf Kosten der jüngeren Generationen und der Menschen im Globalen Süden produziert und konsumiert wird. Ein „Weiter so“ ist nicht zukunftsfähig. In einer endlichen Welt können Produktion und Konsum nicht endlos wachsen. Zum Glück muss für mich – den Flohmärkten sei Dank –  keine neue Kleidung produziert werden.

Über die Autorin: Claudia Pinzón kommt gebürtig aus Guatemala Stadt und studiert in Berlin in Interdisziplinäre Lateinamerikastudien.


Autor:

Gast-Autoren im MISEREOR-Blog.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.