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Hoffnung nach den Tropenstürmen Kenneth und Idai

Als Zyklon Idai am 14. März 2019 in Höhe der Hafenstadt Beira/Mosambik an Land ging, hinterließ er eine Spur der Verwüstung. Windgeschwindigkeiten von über 200 km/h und in deren Folge eine schwere Sturmflut ließen in der zweitgrößten Stadt Mosambiks kein Haus unbeschädigt. Beira war zu 90 % zerstört.

© Soteras I MISEREOR

Sechs Wochen später traf Wirbelsturm Kenneth auf die Küstenregion im Norden von Mosambik. Zwar waren die Auswirkungen im Vergleich zu Idai weniger verheerend, dennoch sind auch hier über 30.000 Häuser zerstört und große Gebiete überflutet worden.

© Soteras I MISEREOR

Ernteausfall führt zu Hunger und Tod

80 % der Ernte wurde in den betroffenen Gebieten durch die Wassermassen zerstört. Sauberes Trinkwasser fehlt, viele Familien hungern. Es ist davon auszugehen, dass Lebensmittel bis zur nächsten Ernteperiode im März 2020 verteilt werden müssen, um eine Hungerkatastrophe zu verhindern.

© Soteras I MISEREOR

Dank großzügiger Spenden gelang es den MISEREOR-Partnern schnell zu reagieren und den Menschen in akuter Notsituation mit einer Grundversorgung zu helfen. Sie brachten Nahrungsmittel, Hygieneartikel, Zelte, Decken, Trinkwasser und Medikamente in die am stärksten von Zyklon Idai betroffenen Regionen.


Hungerkatastrophe muss dringend verhindert werden

MISEREOR-Mitarbeiterin Anabela Belo ist erste Anlaufstelle für die MISEREOR-Projektpartner in Mosambik und war zum Zeitpunkt, als Zyklon Idai das Land erreichte vor Ort. Im Interview berichtet sie über die Situtation vor Ort.

Frau Belo, wie lief die Koordination der ersten Hilfen nach Zyklon Idai ab?

Trotz Vorwarnung der Wetterdienste hatte die mosambikanische Regierung nicht die notwendigen vorbeugenden Maßnahmen ergriffen. Dies führte zu Schwierigkeiten und Verzögerungen bei der Koordination der Rettungsaktionen. Hunderte von Menschen starben oder waren mehrere Tage lang in ihren Gemeinden völlig isoliert und konnten nicht versorgt werden. Die Internetverbindung brach zusammen. Viele Betroffene waren von der Hilfe abgeschnitten.

Welche Probleme könnten noch auf die Menschen zukommen?

Es gibt immer noch viele Fälle von Erkrankungen wie Durchfall und Hautkrankheiten,die durch den Gebrauch von kontaminiertemWasser und durch schlechte Hygienebedingungen verursacht werden. Die Fluten zerstörten ganze Dörfer und rissen Lebensmittel und Ernten mit sich. Man geht davon aus, dass über 80 % der Ernten durch die beiden Zyklone vernichtet worden sind. Eine Hungerkatastrophe muss dringend verhindert werden.

Menschen im Camp John Segredo nahe der Stadt Lamego © Soteras I MISEREOR

Was sind nun die nächsten Schritte?

Unsere Partner haben das Ausmaß der Schäden vor Ort ermittelt. Viele Familien müssen sich eine neue Bleibe aufbauen, die Häuser widerstandsfähiger werden. Ab September – also vor der nächsten Regenperiode – müssen die Menschen ihre Felder wieder bestellen, sonst droht eine Hungerkatastrophe. Die Menschen haben große Angst, dass das, was sie heute investieren, von neuen Zyklonen wieder vernichtet wird.


Hintergrund

Zwei Zyklone in nur sechs Wochen verwüsteten weite Teile Mosambiks. Über 600 Menschen starben, mehr als 400.000 verloren ihre Lebensgrundlagen, 2,2 Mio. Betroffene rangen um Hilfe. Dank Ihrer Spende konnten MISEREORs Partner vor Ort schnell reagieren und vielen Menschen erste Notversorgung bieten. Heute, drei Monate später, gilt es, an der Seite der Betroffenen zu bleiben, um ihre Existenz weiter aufzubauen.

Für unmittelbare Hilfen und erste Wiederaufbaumaßnahmen wurden bereits 682.500 Euro an lokale Partnerorganisationen auf den Weg gebracht.

Lebensmittel & Mahlzeiten

Betroffene erhielten Mais, Reis, Öl, Salz, Brot und andere Nahrungsmittel, um zu überleben.

Medizin, Behandlung & Hilfsgüter

Um die verletzten Menschen vor weiteren Krankheiten zu schützen, verteilten unsere Partner Hygieneartikel, Decken, Kleider und Medizin.

Trinkwasser & Wasseraufbereitungsmittel

Die Gefahr von Cholera-Erkrankungen ist unmittelbar nach den Zyklonen stark gestiegen. Daher verteilten unsere Partner Eimer, Tabletten und andere Wassaeraufbereitungsmittel. Die Zahl der Cholera-Fälle ist inzwischen zurückgegangen.

Autor:

Gast-Autoren im MISEREOR-Blog.

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