Suche
Suche Menü

„Seit ich meine eigene Familie habe, bin ich noch mehr motiviert“

Fedalyn Marie Taytayan Pitok-Baldo. Philippinen. Sozialarbeiterin. Begleitet Kinder, die missbraucht und vernachlässigt wurden, auf ihrem Weg in eine bessere Zukunft.

© PREDA

Das sind meine Wurzeln

Mein Name ist Fedalyn Marie Taytayan Pitok-Baldo. Ich bin 37 Jahre alt und komme aus Cordillera, dem nördlichen Teil von Luzon. Meine Eltern stammen aus 2 verschiedenen Stämmen. Mein Vater ist ein Ifugao, während meine Mutter eine Kankana-ey ist. Als zweites Kind einer siebenköpfigen Familie bin ich in Baguio City geboren und aufgewachsen – der Sommerhauptstadt der Philippinen. Die Kultur und Traditionen der Igorot liegen mir im Blut und ich bin stolz darauf, eine Igorot zu sein. Wir sind dafür bekannt, „Krieger“ oder „Kämpfer“ zu sein, aber von Natur aus sind wir friedliebend, hilfsbereit und bescheiden. Wir können hart arbeiten und schwere Phasen, Kämpfe und Schwierigkeiten überstehen, weil wir die innere Stärke besitzen, durchzuhalten.

Das verleiht mir Flügel

Als ich meine Reise, der Arbeit mit Kindern, begann, habe ich mich durch Gottes Gegenwart motiviert gefühlt. Weil ich glaube, dass Er immer mit mir geht. Seit ich meine eigene Familie und Kinder habe, bin ich noch mehr motiviert, meine Leidenschaft für die Rettung von Kindern, die Förderung von verantwortungsvoller Elternschaft, von Menschenrechten und die Stärkung von Frauen zu verfolgen. Die Mission der PREDA Foundation und die Anleitung durch unseren Gründer Pater Shay Cullen gaben mir weitere Stärke, die ehrenwerte Arbeit der Rettung der am wenigsten privilegierten Kinder fortzusetzen und eine Veränderung in ihrem Leben zu bewirken. Ich bin wirklich inspiriert von Pater Shay Cullens Engagement und Hingabe, philippinischen Kindern zu helfen.

Dafür setze ich mich ein

Ich bin Sozialarbeiterin von Beruf und arbeite seit fünfzehn herausfordernden, aber dankbaren Jahren für die PREDA Foundation. Ich begann als Fallmanagerin im Heim für Mädchen. Dort kümmert man sich um missbrauchte und ausgebeutete Kinder. Nach einem Jahr, mit 23, wurde ich zur Projektkoordinatorin befördert. Ich habe viele Kinder mit unterschiedlichen Leidens- und Erfolgsgeschichten betreut.

2016 wurde ich einem neuen Projekt als Trainingsspezialistin zugewiesen. Das Hauptziel des Projekts ist die Aufklärung und Schulung der Verantwortlichen zu Kinderschutzgesetzen, zur Prävention von Kindesmissbrauch und zu geschlechtsspezifischem Missbrauch sowie zur Stärkung der Frauen. Durch meine Arbeit in diesem Projekt wurde mir bewusst, dass wir auf den Philippinen zwar mit allen Gesetzen zum Schutz von Kindern und Frauen konform gehen, die Fälle von Missbrauch, Misshandlung und Ausbeutung aber leider immer noch dramatisch ansteigen.

Mitte 2019, nachdem das Projekt beendet war, wurde ich dem Heim für Jungen zugeteilt, das sich um gefährdete Kinder kümmert und um solche, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind. Ich sah andere Gesichter, die Seelen und die Hoffnungen dieser Kinder. Sie wurden missbraucht, verlassen und in ihrem jungen Alter zu Straftaten verleitet. Aber hinter ihrem Elend fanden sie Hoffnung und Mut, ihr Leben mit dem Vorsatz weiter zu leben, ein besserer Mensch zu werden.

Meine Arbeit ist getan, wenn…

…den missbrauchten und benachteiligten philippinischen Kindern Gerechtigkeit widerfährt und Chancengleichheit ohne Vorurteile gegeben ist.

Frauen können…

…ein Treibstoff sein, um die Welt zu entzünden, damit sie ein besserer und sicherer Ort für Kinder wird. Frauen spielen eine wesentliche Rolle, um das System der Ungleichheit und Grausamkeit zu ändern. Frauen können ihre Wahrheit aussprechen und haben niemals Angst, ihre Meinung mittzuteilen. Frauen können die Quelle der Stärke für alle diejenigen Menschen sein, die die Welt verändern können.


Hintergrund

Wege aus Prostitution und Armut finden: Die MISEREOR-Partnerorganisation PREDA setzt sich für Kinder ein, die sexuelle Gewalt erfahren haben. Gründer Shay Cullen und sein Team befreien Mädchen und Jungen aus der Prostitution, betreuen die Kinder psychologisch und medizinisch und helfen ihnen, den Schulabschluss nachzuholen. Wenn möglich, werden sie wieder mit ihren Familien in Kontakt gebracht. PREDA ist aktiv gegen Sextourismus, Menschenhandel und Internetpornographie und geht auch gegen die bittere Armut vor, die Familien dazu nötigt, ihre Kinder an Menschenhändler zu verkaufen. Durch ökologisch angebaute Mangos können arme Familien ein sicheres Einkommen erzielen. Die PREDA-Mangos können Sie übrigens auch im fairen Handel in Deutschland kaufen.


So können Sie das Projekt unterstützen

Sie möchten Fedalyn Marie Taytayan Pitok-Baldo und das ganze PREDA-Team in ihrer Arbeit für philippinische Kinder unterstützen? Erfahren Sie, wie Ihre Spenden helfen kann:


Sie sind Visionärinnen. Kämpferinnen. Trägerinnen von Entwicklung. Sie sind „Starke Frauen“. In unserer Reihe stellen wir sie und ihre Geschichten vor.

Alle Interviews im Überblick ►


Geschrieben von:

Nina Brodbeck arbeitet bei MISEREOR in der Abteilung Kommunikation.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.