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Mexiko: Rückkehr dank fairer Preise

Verónica López Castillejos, Exportmanagerin der Kaffeekooperative San Fernando in Chiapas/Mexiko, ist Gast und Referentin auf dem Katholikentag in Mannheim. Im Interview spricht sie über den Preis des Kaffees und die Erfolge des Fairen Handels.

2013 wird es bereits seit 40 Jahre fair gehandelten Kaffee geben. Ihre Organisation ist schon sehr lange in diesem Sektor tätig. Wie viel von dem produzierten Kaffee wird nach Deutschland verkauft?

Verónica López Castillejos

Verónica López Castillejos

Verónica López Castillejos: Unsere Kooperative liefert an die deutsche GEPA jährlich 170 Tonnen Rohkaffee. Das sind 35 Prozent unserer gesamten Ernte. Es gibt unsere Organisation bereits seit 1984. Seit 1997 sind wir mit dem Fair-Trade-Siegel zertifiziert. 60 Prozent der in der Kooperative tätigen Kleinbauern produzieren Bio-Kaffee. Die restlichen 40 Prozent werden dies demnächst auch realisieren können; sie befinden sich derzeit mit ihren Betrieben aber noch in einer Umstellungsphase.

Was hat sich durch den Fairen Handel verändert?

Verónica López Castillejos: Die Bauern in Mexiko haben unter dem rasanten Fall der Kaffeepreise im Jahr 1979 stark gelitten. Viele mussten deswegen den Betrieb einstellen und ihre Parzellen verlassen. Der Faire Handel hat es etlichen von ihnen ermöglicht, wieder zurückzukehren und neuerlich Kaffee anzubauen. Sie profitieren sehr von der Möglichkeit, ihre Produktion vorzufinanzieren und günstige Kredite zu erhalten. Wir konnten zudem eigene Kaffeewerke für den einheimischen Markt errichten, wo der Kaffee auch geröstet und gemahlen wird. Wir haben eine Caféteria eröffnet, die zum Treffpunkt für Politiker und Intellektuelle geworden ist. Und wir sind politisch aktiv und setzen uns für die indigene Bevölkerung im Nationalpark Tierra Colorada ein. Die dortigen Kaffeeproduzenten sind von Vertreibung bedroht und haben durch unsere Unterstützung mehr Möglichkeiten, sich für ihre eigenen Rechte einzusetzen. Die Bauern gelten durch die Ausweisung des Gebietes als Nationalpark seit einiger Zeit als illegale Siedler. Was sie schützt, ist die Mitgliedschaft in unserer Kooperative und der Faire Handel mit der GEPA.

Zuletzt sind die Kaffeepreise stark gestiegen. Was bedeutet das für Sie?

Verónica López Castillejos: Das hat dazu geführt, dass einige unserer Bauern ihren Kaffee auch auf dem freien Markt und über Zwischenhändler abgesetzt haben. Damit ist natürlich auch die Struktur unserer Kleinbauerngenossenschaft gefährdet. Es gibt jedoch Anzeichen dafür, dass die Preise wieder bröckeln und die Bauern zum Fairen Handel zurückkehren.


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Fairer Handel

MISEREOR zählt zu den Mitbegründern des Fairen Handels und engagiert sich bereits seit Jahrzehnten für fairere Handelsbeziehungen. Mehr dazu finden Sie in unserem Themenkanal „Fairer Handel“


Autor:

Ralph Allgaier

Ralph Allgaier arbeitet als Pressesprecher bei MISEREOR.

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